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areligiös

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
areligiös
Worttrennung
are·li·gi·ös

Für eine einfache Einordnung genügt gewöhnlich die Grundform. Bei Vergleichen gesellschaftlicher Prägung kann eine Abstufung gemeint sein; präziser ist dann beispielsweise weniger durch Religion geprägt. Damit wird ausdrücklich gesagt, welcher Gesichtspunkt verglichen wird, ohne Personen auf eine vermeintlich genaue Glaubensskala zu setzen.

Formen und Verwendung im Detail

Areligiös: Nicht religiös geprägt oder außerhalb religiöser Bindungen und Vorstellungen stehend.

Eine nicht religiöse Ausrichtung

Areligiös bezeichnet eine nicht religiöse Haltung, Lebensweise oder Ausrichtung. Religiöser Glaube und religiöse Praxis bilden dabei keinen prägenden Bezugspunkt. Das bildungssprachliche Wort kann Menschen und ihr Selbstverständnis betreffen, aber auch die Ausrichtung eines Umfelds oder einer Darstellung beschreiben.

Das Adjektiv ist nicht gleichbedeutend mit einer feindlichen Haltung gegenüber Religion. Eine areligiöse Person kann sich respektvoll für die Überzeugungen anderer interessieren. Umgekehrt sagt fehlende religiöse Bindung nichts darüber aus, ob jemand hilfsbereit, rücksichtslos, tolerant oder streng handelt. Solche Eigenschaften brauchen eigene Belege.

Auch einzelne Handlungen reichen zur Einordnung meist nicht aus. Wer an einem religiösen Familienfest teilnimmt, kann dies aus Verbundenheit tun. Wer einen Gottesdienst nicht besucht, kann dennoch religiös sein. Für eine Personenbeschreibung sind ausdrückliche Aussagen und der größere Zusammenhang verlässlicher als Vermutungen aus einem einzelnen äußeren Zeichen.

Eigene Beispiele und ihre Grenzen

  • „Sie beschreibt ihr Elternhaus als areligiös: Religion spielte im gemeinsamen Alltag keine Rolle.“ Der zweite Satzteil erklärt, worauf die Einordnung beruht. Eine feindliche Einstellung wird nicht behauptet.
  • „Die Figur lebt areligiös, nimmt aber aus Freundschaft an der Feier teil.“ Persönliche Ausrichtung und Rücksicht auf andere werden unterschieden.
  • „Der Bericht behandelt das Thema aus einer areligiösen Perspektive.“ Religiöse Deutungen bilden nicht die Grundlage dieser Betrachtung. Daraus folgt nicht, dass der Bericht religiöse Menschen abwertet.

Areligiös, atheistisch oder konfessionslos?

religiös
Bezeichnet einen Bezug zu Religion oder eine durch Glauben und Praxis geprägte Haltung. Bei areligiös fehlt gerade dieser prägende Bezug.
atheistisch
Bezieht sich auf den Atheismus und damit genauer auf die Frage des Glaubens an Gott oder Götter. Areligiös kann allgemeiner das Verhältnis zur Religion im Leben beschreiben.
konfessionslos
Benennt fehlende Zugehörigkeit zu einer Konfession. Daraus lässt sich nicht ohne Weiteres ableiten, welche persönlichen Glaubensvorstellungen bestehen.
antireligiös
Betont eine gegen Religion gerichtete Haltung. Diese Gegnerschaft ist in areligiös nicht notwendig enthalten.

Eine genaue Wortwahl vermeidet außerdem die Gleichsetzung von nicht religiös mit ohne Werte. Das Adjektiv erklärt weder alle Gründe einer Entscheidung noch die moralische Haltung eines Menschen. Wenn eine Figur anderen hilft, sollte die Analyse ihr Verhalten und die im Text erkennbaren Beweggründe untersuchen.

Grammatik und Schreibweise

Wortart: Adjektiv. Areligiös wird zusammengeschrieben, mit einem r und mit ö in -giös. Der Bestandteil a- verneint hier den Bezug des Grundwortes religiös.

Vor einem Nomen wird das Wort gebeugt: ein areligiöser Hintergrund, eine areligiöse Erziehung, ein areligiöses Umfeld. In Sie versteht sich als areligiös bleibt die Grundform stehen. Die Tabellen zeigen die Endungen für die Verwendung vor Nomen.

Steigerung

Für eine einfache Einordnung genügt gewöhnlich die Grundform. Bei Vergleichen gesellschaftlicher Prägung kann eine Abstufung gemeint sein; präziser ist dann beispielsweise weniger durch Religion geprägt. Damit wird ausdrücklich gesagt, welcher Gesichtspunkt verglichen wird, ohne Personen auf eine vermeintlich genaue Glaubensskala zu setzen.

Beugung vor einem Nomen

Die Tabellen zeigen die Formen des hier erklärten Adjektivs. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl des Nomens. Die Pluralspalte gilt für alle grammatischen Geschlechter. Bei der gemischten Beugung steht im Plural etwa keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
areligiös: Starke Beugung – ohne Artikel
FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural · alle Genera
Nominativareligiöserareligiöseareligiösesareligiöse
Genitivareligiösenareligiöserareligiösenareligiöser
Dativareligiösemareligiöserareligiösemareligiösen
Akkusativareligiösenareligiöseareligiösesareligiöse
areligiös: Schwache Beugung – nach der, die, das
FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural · alle Genera
Nominativareligiöseareligiöseareligiöseareligiösen
Genitivareligiösenareligiösenareligiösenareligiösen
Dativareligiösenareligiösenareligiösenareligiösen
Akkusativareligiösenareligiöseareligiöseareligiösen
areligiös: Gemischte Beugung – nach ein/eine; Plural nach keine
FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural · alle Genera
Nominativareligiöserareligiöseareligiösesareligiösen
Genitivareligiösenareligiösenareligiösenareligiösen
Dativareligiösenareligiösenareligiösenareligiösen
Akkusativareligiösenareligiöseareligiösesareligiösen

Eine Figur ohne pauschales Urteil beschreiben

Erfundene Erzählsituation: Mira erklärt, Religion habe für ihre eigenen Entscheidungen keine Bedeutung. Als ihr Freund über seinen Glauben spricht, hört sie aufmerksam zu und fragt nach.

Mira beschreibt ihr eigenes Selbstverständnis als areligiös. Zugleich behandelt sie den Glauben ihres Freundes respektvoll: Sie hört zu und versucht, seine Sicht zu verstehen. Die Szene verbindet eine fehlende eigene religiöse Bindung mit Interesse am Gegenüber.

Die Deutung stützt sich auf Miras Aussage und ihr Verhalten. Sie macht weder aus ihrem Interesse ein religiöses Bekenntnis noch aus ihrer eigenen Haltung eine Ablehnung des Freundes. Diese Trennung ermöglicht eine differenzierte Charakterisierung.

Weitere Wörter zum Beschreiben, Vergleichen und Auswählen findest du in der Adjektivliste.