argumentativ
Argumentativ bedeutet, dass eine Aussage, ein Vorgehen oder ein Text mit Gründen arbeitet oder sich auf Argumente bezieht.
Was bedeutet argumentativ?
Wer argumentativ vorgeht, nennt Gründe für eine Behauptung oder setzt sich mit den Gründen anderer auseinander. Ein argumentativer Text will eine Auffassung nachvollziehbar machen. Er kann eine Forderung stützen, einen Einwand prüfen oder verschiedene Möglichkeiten gegeneinander abwägen. Das Adjektiv beschreibt zunächst die Art des Vorgehens, nicht automatisch dessen Qualität.
Daneben kann es einfach den Bereich der Argumente bezeichnen: Eine argumentative Schwäche liegt etwa darin, dass ein genannter Grund die Schlussfolgerung nicht trägt. Die Beschreibung ist also auch möglich, wenn der Text gerade nicht überzeugend argumentiert. Ein sachlicher Ton allein reicht ebenfalls nicht: Eine höflich vorgetragene Behauptung bleibt ohne Begründung eine Behauptung.
Beispiele und typische Verbindungen
- „Im Hauptteil setzt sich der Aufsatz argumentativ mit dem Vorschlag auseinander.“ Der Text soll Gründe untersuchen, statt den Vorschlag nur wiederzugeben.
- „Ihr Einwand ist argumentativ schwach, weil das Beispiel einen anderen Fall betrifft.“ Bewertet wird die Beziehung zwischen Beleg und Aussage, nicht die Person.
- „Er reagierte auf die Kritik argumentativ und erklärte, welche Annahme er für falsch hielt.“ Die Reaktion richtet sich auf den Inhalt der Kritik.
Weitere gebräuchliche Verbindungen sind argumentativer Aufbau, argumentative Auseinandersetzung und argumentativ begründen. In einer Analyse sollte danach folgen, mit welchem Grund, Vergleich oder Einwand die Passage arbeitet.
Argumentativ ist nicht automatisch überzeugend
Überzeugend beschreibt eine einleuchtende oder glaubhafte Wirkung. Argumentativ bezeichnet das Arbeiten mit Gründen. Eine Begründung kann unvollständig sein oder auf einer falschen Voraussetzung beruhen und bleibt dennoch ein Argumentationsversuch.
Erzählend stellt eher einen Verlauf dar, beschreibend Merkmale und Zustände. Diese Verfahren schließen einander nicht aus: Eine kurze Erzählung kann in einem argumentativen Text als Beispiel dienen. Entscheidend ist, welche Aufgabe sie für die zentrale Aussage übernimmt.
Schreibweise und Grammatik
Es heißt argumentativ, am Ende mit -tiv. Vor einem Nomen wird das Adjektiv gebeugt: ein argumentativer Text. Bei Sie begründet ihre Wahl argumentativ ist es adverbial verwendet und erhält keine zusätzliche Endung.
Lässt sich argumentativ steigern?
Als Zuordnung zu einer Textfunktion ist eine Steigerung meist nicht nötig. Möchtest du den Anteil vergleichen, ist stärker argumentativ geprägt genauer. Formen wie argumentativer können außerdem schlicht gebeugte Grundformen sein: ein argumentativer Absatz enthält noch keinen Vergleich. Mehr Gründe allein machen einen Text nicht besser begründet.
Beugung im Überblick
Vor einem Nomen richtet sich die Endung nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Die Tabellen zeigen die Grundstufe. Die gemischten Pluralformen passen etwa nach keine oder meine; einen Plural von ein gibt es nicht.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | argumentativer | argumentative | argumentatives | argumentative |
| Genitiv | argumentativen | argumentativer | argumentativen | argumentativer |
| Dativ | argumentativem | argumentativer | argumentativem | argumentativen |
| Akkusativ | argumentativen | argumentative | argumentatives | argumentative |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | argumentative | argumentative | argumentative | argumentativen |
| Genitiv | argumentativen | argumentativen | argumentativen | argumentativen |
| Dativ | argumentativen | argumentativen | argumentativen | argumentativen |
| Akkusativ | argumentativen | argumentative | argumentative | argumentativen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | argumentativer | argumentative | argumentatives | argumentativen |
| Genitiv | argumentativen | argumentativen | argumentativen | argumentativen |
| Dativ | argumentativen | argumentativen | argumentativen | argumentativen |
| Akkusativ | argumentativen | argumentative | argumentatives | argumentativen |
Die Grundregeln erklärt der Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Von der Forderung zur Begründung
Erfundene Situation: Eine Klasse plant einen gemeinsamen Projektnachmittag. Die bloße Forderung lautet: „Wir brauchen einen früheren Termin.“ Ein argumentativer Absatz erklärt den Zusammenhang:
Der Projektnachmittag sollte eine Stunde früher beginnen. Einige Teilnehmende sind auf den letzten Bus angewiesen und müssten sonst vor der Präsentation gehen. Mit einem früheren Beginn könnte die gesamte Gruppe ihre Ergebnisse gemeinsam vorstellen. Zuvor muss allerdings geprüft werden, ob der Raum dann bereits frei ist.
Der Absatz verbindet eine Forderung mit einem nachvollziehbaren Grund und einer Folge. Der letzte Satz benennt eine Voraussetzung, statt den Vorschlag als bereits durchführbar auszugeben. Die Situation ist erfunden; sie liefert ein Schreibmuster, keinen Beleg für die Verhältnisse an einer wirklichen Schule.
Welche Stelle trägt das Argument?
Die Busverbindung ist nur dann ein hilfreicher Grund, wenn der gemeinsame Abschluss tatsächlich zum Ziel der Veranstaltung gehört. Eine Begründung muss zur Forderung passen. Eine Übersicht über unterschiedliche Vorgehensweisen bietet der Artikel zu Argumenttypen.
Weitere Wörter kannst du in der Adjektivliste mit Suche und Wortauswahl entdecken und für deinen Text sammeln.
