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assoziativ

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
assoziativ
Worttrennung
as·so·zi·a·tiv

Beim Denken oder Erzählen ist stärkere assoziative Verknüpfung vergleichbar. Die mathematische Eigenschaft der Klammerungsunabhängigkeit wird nicht so gesteigert.

Formen und Verwendung im Detail

Assoziativ: Durch gedankliche Verknüpfungen geprägt; in der Mathematik: bei einer Verknüpfung unabhängig von der Klammerung.

Gedanken verbinden

Assoziativ beschreibt häufig ein Denken, Erzählen oder Gestalten, bei dem eine Vorstellung weitere Vorstellungen hervorruft. Ein Geruch kann an einen Ort erinnern, der Ort an eine Person, die Person an ein bestimmtes Erlebnis. Die Verbindung muss nicht einer zeitlichen Reihenfolge folgen.

Eine assoziative Erzählweise ist daher nicht automatisch beliebig. Ihre Übergänge können durch Bilder, Klänge, Erinnerungen oder gemeinsame Motive nachvollziehbar werden. Ob die Gedankenfolge verständlich ist, hängt davon ab, wie deutlich der Text solche Verbindungen macht.

Eigene Sprachbeispiele

  • „Der Text entwickelt sich assoziativ vom Regen zum Kindheitsgarten.“ Der Regen ruft eine Erinnerung auf; er ist nicht notwendigerweise die Ursache der später erzählten Ereignisse.
  • „Beim assoziativen Sammeln notiert sie zunächst alle Einfälle zum Wort Fenster.“ Die Ideen dürfen verschiedene Richtungen einschlagen. Für einen fertigen Aufsatz werden sie anschließend geordnet und ausgewählt.
  • „Die Bilderfolge verbindet die Szenen assoziativ über die Farbe Blau.“ Eine wiederkehrende Farbe schafft den Übergang. Die Szenen müssen deshalb nicht am selben Ort spielen.

Eine andere Bedeutung in der Mathematik

Eine mathematische Verknüpfung heißt assoziativ, wenn das Umklammern bei gleichbleibender Reihenfolge das Ergebnis nicht verändert. Für die Addition zeigt ein eigenes Beispiel:

(2 + 5) + 7 = 2 + (5 + 7) = 14.

Das Assoziativgesetz betrifft die Klammerung. Dass man zwei Zahlen vertauschen darf, ist eine andere Eigenschaft: die Kommutativität. Bei der Subtraktion gilt das Assoziativgesetz nicht allgemein: (10 − 4) − 2 = 4, aber 10 − (4 − 2) = 8.

Assoziativ, chronologisch oder willkürlich?

chronologisch
Ordnet Ereignisse nach ihrer zeitlichen Folge. Ein assoziativer Text kann diese Folge durch Erinnerungen und Gedankenübergänge verlassen.
willkürlich
Legt nahe, dass die Auswahl ohne nachvollziehbaren Maßstab geschieht. Eine assoziative Verbindung kann dagegen deutlich motiviert sein.

Grammatik und Schreibweise

Wortart: Adjektiv. Assoziativ schreibt man mit doppeltem s, z und abschließendem v. Vor einem Nomen wird es gebeugt: ein assoziativer Übergang, das assoziative Gesetz.

Steigerung

Beim Beschreiben einer Denk- oder Erzählweise sind Gradangaben möglich: assoziativer oder stärker assoziativ. Die mathematische Eigenschaft wird nicht auf diese Weise gesteigert: Das betreffende Gesetz gilt für die Verknüpfung oder es gilt nicht.

Beugung vor einem Nomen

Die Tabellen zeigen die Formen des hier erklärten Adjektivs. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl des Nomens. Die Pluralspalte gilt für alle grammatischen Geschlechter. Bei der gemischten Beugung steht im Plural etwa keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
assoziativ: Starke Beugung – ohne Artikel
FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural · alle Genera
Nominativassoziativerassoziativeassoziativesassoziative
Genitivassoziativenassoziativerassoziativenassoziativer
Dativassoziativemassoziativerassoziativemassoziativen
Akkusativassoziativenassoziativeassoziativesassoziative
assoziativ: Schwache Beugung – nach der, die, das
FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural · alle Genera
Nominativassoziativeassoziativeassoziativeassoziativen
Genitivassoziativenassoziativenassoziativenassoziativen
Dativassoziativenassoziativenassoziativenassoziativen
Akkusativassoziativenassoziativeassoziativeassoziativen
assoziativ: Gemischte Beugung – nach ein/eine; Plural nach keine
FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural · alle Genera
Nominativassoziativerassoziativeassoziativesassoziativen
Genitivassoziativenassoziativenassoziativenassoziativen
Dativassoziativenassoziativenassoziativenassoziativen
Akkusativassoziativenassoziativeassoziativesassoziativen

Einen Gedankenübergang verständlich gestalten

Eigenes, erfundenes Schreibbeispiel:

Am Fenster roch Mira den Regen auf dem warmen Stein. Der Geruch erinnerte sie an den Hof ihrer Großmutter. Dort hatte sie früher Kreidebilder gemalt, die nach jedem Schauer verschwanden.

Der Übergang ist assoziativ durch den Geruch verbunden. Die kurze Erklärung macht den Zeitsprung nachvollziehbar. Ein bloßer Sprung zu einer beliebigen Erinnerung hätte diese erkennbare Brücke nicht. Für eine Analyse sollte der jeweilige Auslöser benannt werden, statt jede ungewohnte Reihenfolge pauschal assoziativ zu nennen.

Weitere Wörter zum Beschreiben, Vergleichen und Auswählen findest du in der Adjektivliste.