Meine Wörter

ausgepowert

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
ausgepowert
Worttrennung
aus·ge·pow·ert

Umgangssprachlich. Stärker erschöpft ist für Vergleiche oft klarer. Der Zustand ist von der reflexiven Tätigkeit sich auspowern zu unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Ausgepowert bedeutet umgangssprachlich stark erschöpft oder ohne Kraftreserven. Das Wort beschreibt häufig den Zustand nach einer anstrengenden Tätigkeit, nicht eine dauerhafte Eigenschaft eines Menschen.

Die Kraft ist weitgehend verbraucht

Eine ausgepowerte Person fühlt sich, als könne sie vorerst keine weitere Energie aufbringen. Das Wort passt besonders zu Situationen nach Sport, körperlicher Arbeit oder hoher Beanspruchung. Es ist umgangssprachlich und vermittelt die Erschöpfung anschaulicher, aber weniger neutral als erschöpft.

Die Bewertung muss nicht ausschließlich negativ sein. Nach einer freiwilligen sportlichen Anstrengung kann sich jemand ausgepowert und zugleich zufrieden fühlen. Nach einer belastenden Arbeitsphase kann derselbe Zustand dagegen als unangenehm erlebt werden. Das Adjektiv bezeichnet die fehlende Kraft; Zufriedenheit, Ursache und weitere Folgen müssen zusätzlich genannt werden.

Ausgepowert ist nicht gleich überarbeitet. Überarbeitet nennt die Arbeit als Ursache oder Zusammenhang, während ausgepowert auch nach anderen Tätigkeiten passt. Ebenso wenig bedeutet das Wort automatisch krank. Eine alltagssprachliche Zustandsbeschreibung liefert allein keine medizinische Einordnung.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
erschöpftnach großer Anstrengung ausgepowertNeutraler und in formelleren Texten leichter verwendbar.
kraftloskaum noch Energie habenBetont den gegenwärtigen Mangel an Kraft, nicht seine Ursache.
völlig geschafftumgangssprachliche SelbstbeschreibungÄhnlich locker, häufig bewusst übertreibend.
entkräftetkörperlich stark beanspruchtRückt die körperliche Schwäche stärker in den Vordergrund.

Eigene Beispiele: Sport und Zufriedenheit

Ausgangssatz: Nach dem langen Training war Nika ausgepowert, aber zufrieden.

Alternative: Nach dem langen Training war Nika erschöpft, aber zufrieden.

Der Zustand bleibt gleich, der Ton wird neutraler. Das eigene Beispiel zeigt, dass Erschöpfung und Zufriedenheit zusammenpassen. „Nika war unmotiviert“ würde dagegen eine Haltung behaupten, die aus dem Satz nicht hervorgeht.

Eigene Beispiele: eine Aufgabenfolge

Ausgangssatz: Nach dem Umzug fühlten sich die Helfer völlig ausgepowert.

Alternative: Nach dem Umzug fühlten sich die Helfer völlig kraftlos.

Die zweite Fassung konzentriert sich auf das Körpergefühl. Sie kann ernster klingen, während ausgepowert die umgangssprachliche Rückschau auf die Anstrengung betont. Keine Fassung sagt, wie lange dieser Zustand anhält.

Adjektiv und reflexives Verb

Ausgepowert ist ein Adjektiv in Partizipform. Vor einem Nomen erhält es die üblichen Endungen: ein ausgepowerter Helfer, eine ausgepowerte Gruppe. Nach sein oder fühlen bleibt die Form unverändert: Ich fühle mich ausgepowert.

Die Wendung sich auspowern bezeichnet dagegen die Tätigkeit: Jemand verausgabt sich etwa beim Sport. Sie hat die Formen powert sich aus, powerte sich aus, hat sich ausgepowert. „Ich habe mich ausgepowert“ beschreibt die eigene Anstrengung; „Ich bin ausgepowert“ den Zustand. Diese Sätze verwenden unterschiedliche grammatische Konstruktionen.

Vergleiche sind mit ausgepowerter möglich. Am ausgepowertesten ist grammatisch bildbar, wirkt aber oft schwerfällig; am stärksten erschöpft ist meist klarer. Für eine bloße Zustandsangabe ist keine Steigerung nötig.

Beugung im Positiv

Die gemischte Pluralspalte gilt etwa nach keine; das Wort ein hat keinen Plural.

Starke Beugung: ohne Artikel

FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural
Nominativausgepowerterausgepowerteausgepowertesausgepowerte
Genitivausgepowertenausgepowerterausgepowertenausgepowerter
Dativausgepowertemausgepowerterausgepowertemausgepowerten
Akkusativausgepowertenausgepowerteausgepowertesausgepowerte

Schwache Beugung: nach bestimmtem Artikel

FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural
Nominativausgepowerteausgepowerteausgepowerteausgepowerten
Genitivausgepowertenausgepowertenausgepowertenausgepowerten
Dativausgepowertenausgepowertenausgepowertenausgepowerten
Akkusativausgepowertenausgepowerteausgepowerteausgepowerten

Gemischte Beugung: nach ein, eine oder kein

FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural
Nominativausgepowerterausgepowerteausgepowertesausgepowerten
Genitivausgepowertenausgepowertenausgepowertenausgepowerten
Dativausgepowertenausgepowertenausgepowertenausgepowerten
Akkusativausgepowertenausgepowerteausgepowertesausgepowerten

Ausgepowert mit w

Die Schreibung lautet ausgepowert, mit w und der Endung -t. Das Wort wird nicht englisch mit -ed geschrieben. Die zu-Form des Verbs heißt auszupowern. Eine substantivierte Bezeichnung erhält einen Großbuchstaben, etwa die Ausgepowerten; eine konkrete Beschreibung ist allerdings oft weniger pauschal.

In Erzählung und Alltag

In einem Dialog kann „Ich bin ausgepowert“ eine glaubwürdige, knappe Selbstbeschreibung sein. In einer Analyse solltest du erklären, woran der Zustand im Text erkennbar wird. In einer erfundenen Szene legt eine Figur nach einer langen Arbeit die Werkzeuge weg, setzt sich und bittet um eine Pause. Das stützt eine Deutung als erschöpft; es beweist keine grundsätzliche Faulheit oder Unzuverlässigkeit.

Weitere Wörter zum Beschreiben und Vergleichen findest du in der Adjektivliste.