bedauerlich

Bedauerlich: So unerfreulich oder schade, dass man sich einen anderen Verlauf oder Zustand wünschen würde. Das Wort bewertet eine Sache als Anlass zum Bedauern.

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Was bedeutet bedauerlich?

Eine Absage, ein Irrtum oder eine verpasste Gelegenheit kann bedauerlich sein. Gemeint ist, dass jemand die Sache negativ bewertet und ihr lieber ein anderes Ergebnis gegeben hätte. Wie schwerwiegend sie ist und wer dafür verantwortlich ist, bleibt dabei zunächst offen.

Das Wort kommt häufig in höflichen oder sachlichen Mitteilungen vor. „Das ist bedauerlich“ kann ehrliches Mitgefühl zeigen, aber auch distanziert klingen, wenn eigentlich eine konkrete Entschuldigung oder Hilfe erwartet wird. Diese Wirkung ergibt sich aus Situation und Ton; sie ist keine feste zweite Persönlichkeitseigenschaft des Sprechers.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Es ist bedauerlich, dass die Lesung ausfallen muss, weil viele Kinder darauf gewartet haben.“ Der weil-Satz nennt den konkreten Grund des Bedauerns und vermeidet eine bloße Floskel.
  • „Der bedauerliche Fehler im Programmheft lässt sich in der nächsten Ausgabe berichtigen.“ Bedauerlich bewertet den Fehler, während der zweite Teil seine Behebbarkeit erklärt. Die Bewertung bedeutet nicht automatisch katastrophal.
  • „Noch bedauerlicher ist, dass die Absage niemanden rechtzeitig erreicht hat.“ Der Vergleich unterscheidet zwei unerfreuliche Aspekte und stellt die verspätete Information stärker heraus.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Bedauernd beschreibt den Ausdruck oder die Haltung dessen, der bedauert: ein bedauernder Blick. Bedauerlich bezeichnet dagegen den Anlass: eine bedauerliche Verwechslung. Der Blick muss nicht selbst unerfreulich sein.

Bedauernswert richtet sich oft auf eine bemitleidenswerte Lage oder Person. Bedenklich hebt Zweifel oder eine besorgniserregende Entwicklung hervor. Eine verpasste Zugfahrt ist möglicherweise bedauerlich, ohne dass man deshalb eine gefährliche Entwicklung befürchten muss.

Schreibweise und Grammatik

Bedauerlich ist ein Adjektiv aus der Wortfamilie bedauern und wird be·dau·er·lich getrennt. Attributiv heißt es ein bedauerlicher Irrtum, prädikativ der Irrtum ist bedauerlich. Die Wendung Es ist bedauerlich, dass … verlangt vor dem dass-Satz ein Komma.

Steigerung

Die Steigerung lautet bedauerlich – bedauerlicher – am bedauerlichsten. Der Vergleich ist sinnvoll, wenn du mehrere Anlässe oder Folgen gegeneinander abwägst. Mit besonders bedauerlich kannst du auch ohne ausdrücklichen Vergleich einen Aspekt hervorheben.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbedauerlicherbedauerlichebedauerlichesbedauerliche
Genitivbedauerlichenbedauerlicherbedauerlichenbedauerlicher
Dativbedauerlichembedauerlicherbedauerlichembedauerlichen
Akkusativbedauerlichenbedauerlichebedauerlichesbedauerliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbedauerlichebedauerlichebedauerlichebedauerlichen
Genitivbedauerlichenbedauerlichenbedauerlichenbedauerlichen
Dativbedauerlichenbedauerlichenbedauerlichenbedauerlichen
Akkusativbedauerlichenbedauerlichebedauerlichebedauerlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbedauerlicherbedauerlichebedauerlichesbedauerlichen
Genitivbedauerlichenbedauerlichenbedauerlichenbedauerlichen
Dativbedauerlichenbedauerlichenbedauerlichenbedauerlichen
Akkusativbedauerlichenbedauerlichebedauerlichesbedauerlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Ein Schulteam verschiebt eine Ausstellung, informiert aber nur die Mitwirkenden. Einige Gäste stehen am ursprünglichen Termin vor verschlossenen Türen. In der Nachbesprechung sollen die Fehler getrennt benannt werden.

Die Verschiebung ist bedauerlich, weil sich die Beteiligten auf die Ausstellung gefreut haben. Schwerer wiegt jedoch die fehlende Nachricht an die Gäste: Deren vergeblicher Weg wäre durch eine rechtzeitige Information vermeidbar gewesen.

Der Beispieltext zeigt, worauf sich die Bewertung bezieht, und begründet eine Abstufung. Er bleibt verständlicher als eine Reihe unverbundener Wertungen wie „bedauerlich, schlimm, ärgerlich“. Zugleich benennt er ein vermeidbares Versäumnis, statt mit dem Adjektiv Verantwortung nur undeutlich anzudeuten.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.