bedienstet
Bedienstet: Bei jemandem oder einer Einrichtung angestellt beziehungsweise in deren Dienst stehend. Als Adjektiv ist das Wort besonders im österreichischen Gebrauch anzutreffen.
Was bedeutet bedienstet?
Wer bei einer Einrichtung bedienstet ist, steht dort in einem Beschäftigungs- oder Dienstverhältnis. In einer Erzählung kann das Wort ebenso die Stellung einer Person in einem Haushalt kennzeichnen. Welche Aufgaben sie übernimmt und wie ihr Beschäftigungsverhältnis im Einzelnen ausgestaltet ist, muss zusätzlich genannt werden.
Besonders geläufig ist die substantivierte Form Bedienstete. Sie kann Beschäftigte einer Verwaltung bezeichnen und in historischen Zusammenhängen Personen im Dienst eines Haushalts. Du solltest deshalb weder automatisch einen Beamtenstatus noch eine bestimmte Tätigkeit unterstellen.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die im Museum bedienstete Mitarbeiterin kannte die Geschichte der Sammlung.“ Die Wortgruppe nennt den Arbeitszusammenhang. Kenntnis und Aufgabe ergeben sich erst aus weiteren Angaben.
- „In der Erzählung ist der junge Mann seit einem Jahr bei der Familie bedienstet.“ Gemeint ist seine Stellung im Haushalt; ob er kocht, fährt oder andere Aufgaben hat, bleibt offen.
- „Die Bediensteten öffneten den Saal, während die Gäste noch warteten.“ Hier wird das Adjektiv als Personenbezeichnung substantiviert und deshalb großgeschrieben.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Beamtet benennt den Beamtenstatus und ist enger. Bedient heißt in einem passenden Satz, dass jemand eine Leistung oder Bedienung erhalten hat: „Der Gast ist bereits bedient.“ Das zusätzliche st in bedienstet verändert also die Wortbedeutung.
Dienstbar beschreibt eher eine dienende oder nutzbare Funktion, dienstbeflissen einen besonderen Eifer. Bedienstet sagt weder etwas über Unterwürfigkeit noch über Fleiß aus. Die gesellschaftliche Stellung einer Figur darf nicht mit ihrem Charakter gleichgesetzt werden.
Schreibweise und Grammatik
Die Worttrennung lautet be·diens·tet. Attributiv wird gebeugt: eine dort bedienstete Person. Als eigenständige Personenbezeichnung schreibt man groß: ein Bediensteter, die Bedienstete, die Bediensteten. Die Endung richtet sich weiterhin nach Artikel und Fall. Die Tabellen zeigen dagegen den adjektivischen Gebrauch vor einem Nomen.
Steigerung
Bedienstet wird nicht gesteigert. Eine längere Beschäftigungsdauer drückst du mit länger dort bedienstet aus, eine andere Stellung durch die konkrete Berufs- oder Funktionsbezeichnung. „Bediensteter“ kann die gebeugte Grundform sein und ist dann kein Komparativ.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | bediensteter | bedienstete | bedienstetes | bedienstete |
| Genitiv | bediensteten | bediensteter | bediensteten | bediensteter |
| Dativ | bedienstetem | bediensteter | bedienstetem | bediensteten |
| Akkusativ | bediensteten | bedienstete | bedienstetes | bedienstete |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | bedienstete | bedienstete | bedienstete | bediensteten |
| Genitiv | bediensteten | bediensteten | bediensteten | bediensteten |
| Dativ | bediensteten | bediensteten | bediensteten | bediensteten |
| Akkusativ | bediensteten | bedienstete | bedienstete | bediensteten |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | bediensteter | bedienstete | bedienstetes | bediensteten |
| Genitiv | bediensteten | bediensteten | bediensteten | bediensteten |
| Dativ | bediensteten | bediensteten | bediensteten | bediensteten |
| Akkusativ | bediensteten | bedienstete | bedienstetes | bediensteten |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einem erfundenen Roman arbeitet eine Figur im Haushalt einer Familie. Als sie einen Brief findet, bringt sie ihn ungeöffnet zur Empfängerin, obwohl andere sie nach dem Inhalt fragen.
Die Figur ist im Haushalt der Familie bedienstet. Ihre Zurückhaltung gegenüber den Nachfragen zeigt sich darin, dass sie den Brief ungeöffnet weitergibt. Diese Handlung liefert einen Hinweis auf Diskretion; die berufliche Stellung allein würde dafür nicht genügen.
Für die Charakterisierung werden soziale Einordnung und Verhalten verbunden, aber nicht verwechselt. Auch der einzelne Umgang mit dem Brief erlaubt noch kein unbegrenztes Urteil über alle Lebensbereiche. Weitere Belege können die Deutung stützen oder einschränken.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
