befranst

Befranst: heißt mit Fransen versehen. Das seltenere Adjektiv beschreibt zum Beispiel den Rand eines Tuchs, einer Tasche oder eines Kleidungsstücks.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet befranst?

Fransen sind herabhängende Fäden, schmale Streifen oder vergleichbare randständige Teile. Eine befranste Tasche hat solche Fransen als erkennbares Ausstattungsmerkmal. Das Wort hilft bei einer genauen Beschreibung von Form, Oberfläche und Verzierung.

Im üblichen Gebrauch denkt man häufig an bewusst angebrachte oder erhaltene Fransen. Das Adjektiv allein erklärt aber nicht ausführlich, wie sie entstanden sind. Wenn ein beschädigter Rand gemeint ist, trifft ausgefranst meist besser zu. Bei einer Produktbeschreibung sollte daher klar werden, ob die Fransen zum Entwurf gehören oder eine Abnutzung darstellen.

Die anschauliche Wortbildung hängt mit Franse zusammen. Sie ist leicht verständlich, klingt aber weniger alltäglich als mit Fransen. In einem erzählenden Text kann sie ein auffälliges Kleidungsdetail knapp bündeln. Eine lange Reihe ähnlich gebauter Adjektive würde dagegen schnell künstlich wirken.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Das befranste Tuch liegt über der Stuhllehne.“ Die Fransen bilden ein sichtbares Detail am Tuch; Farbe, Material und Zustand bleiben noch offen.
  • „Sie trägt eine am Saum befranste Jacke.“ Die Ortsangabe zeigt genauer, wo die Verzierung sitzt, statt den gesamten Stoff als fransig erscheinen zu lassen.
  • „Der Entwurf sieht eine befranste Bordüre vor.“ Hier handelt es sich um eine geplante Gestaltung. Die Fransen sind keine zufällige Beschädigung des fertigen Gegenstands.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Ausgefranst legt einen aufgelösten, unregelmäßigen oder abgenutzten Rand nahe. Fransig beschreibt das Erscheinungsbild allgemeiner. Befranst hebt hervor, dass ein Gegenstand Fransen trägt.

Für eine sachliche Beschreibung ist mit langen Fransen an beiden Enden informativer als eine bloße Wertung wie „schön“. Die konkrete Beobachtung ermöglicht dem Leser, sich den Gegenstand selbst vorzustellen; persönliche Geschmacksurteile können anschließend ausdrücklich als solche ergänzt werden.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet befranst, nicht „befranzt“. Regelmäßige gebeugte Formen sind ein befranster Schal, eine befranste Decke, mit befransten Rändern. Das Nomen Franse wird großgeschrieben, das Adjektiv im Satz gewöhnlich klein.

Steigerung

Eine normale Steigerung ist nicht üblich. Schreibe bei einem Vergleich lieber mit längeren Fransen, dichter mit Fransen besetzt oder stärker ausgefranst, falls tatsächlich eine Beschädigung verglichen wird.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbefransterbefranstebefranstesbefranste
Genitivbefranstenbefransterbefranstenbefranster
Dativbefranstembefransterbefranstembefransten
Akkusativbefranstenbefranstebefranstesbefranste
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbefranstebefranstebefranstebefransten
Genitivbefranstenbefranstenbefranstenbefransten
Dativbefranstenbefranstenbefranstenbefransten
Akkusativbefranstenbefranstebefranstebefransten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbefransterbefranstebefranstesbefransten
Genitivbefranstenbefranstenbefranstenbefransten
Dativbefranstenbefranstenbefranstenbefransten
Akkusativbefranstenbefranstebefranstesbefransten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Für eine erfundene Ausstellung beschreibt Mia ein altes Tuch. Sie erkennt gleich lange Fransen an zwei Enden und einen einzelnen eingerissenen Faden an einer Seite.

Das Tuch ist an den beiden kurzen Seiten befranst. Die regelmäßigen Fransen gehören zur Gestaltung; der einzelne eingerissene Faden am seitlichen Rand weist dagegen auf eine Beschädigung hin.

Der Text trennt Ausstattung und Zustand. Dadurch werden die Fransen nicht versehentlich als Verschleiß gedeutet. Ob das Tuch wertvoll oder besonders alt ist, lässt sich aus diesem Merkmal allein nicht erschließen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.