berechtigt

Berechtigt: bedeutet entweder sachlich gerechtfertigt oder mit einer Erlaubnis beziehungsweise Befugnis zu etwas ausgestattet. Ein berechtigter Einwand und eine zum Eintritt berechtigte Person zeigen diese beiden Hauptbedeutungen.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet berechtigt?

Eine berechtigte Kritik beruht auf einem nachvollziehbaren Anlass. Eine berechtigte Hoffnung wird durch Gründe oder Hinweise gestützt. Das Adjektiv bewertet hier die Grundlage einer Einschätzung. Es bedeutet nicht automatisch, dass jede einzelne daraus gezogene Schlussfolgerung richtig ist.

Bei Personen steht häufig das Dürfen im Vordergrund. Wer zur Teilnahme berechtigt ist, erfüllt die entsprechende Voraussetzung oder besitzt die erforderliche Erlaubnis. Ob die Person tatsächlich teilnimmt, ist eine weitere Frage. Berechtigung und Durchführung sind nicht dasselbe.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung, wenn Rechte und Bewertungen zusammentreffen. Eine Person kann berechtigt sein, ihre Kritik vorzubringen, obwohl der Inhalt der Kritik sachlich nicht überzeugt. Umgekehrt kann ein guter Einwand von jemandem kommen, der nicht über die betreffende Entscheidung bestimmen darf.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Frage nach den fehlenden Angaben ist berechtigt.“ Es gibt einen sachlichen Anlass, diese Information zu verlangen oder zu klären.
  • „Nur angemeldete Teilnehmende sind zum Eintritt berechtigt.“ Die Aussage nennt eine Zugangsvoraussetzung und keine Bewertung persönlicher Fähigkeiten.
  • „Ihre Hoffnung ist berechtigt, aber der Ausgang bleibt offen.“ Gründe sprechen für Zuversicht, liefern jedoch noch keine Garantie.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Befugt passt zur Erlaubnis oder Zuständigkeit, nicht zu jeder sachlichen Rechtfertigung. Begründet liegt beim nachvollziehbaren Einwand nahe. Gerecht fragt darüber hinaus nach einem angemessenen Maßstab der Behandlung oder Verteilung.

Fähig bezeichnet das Können. Eine fähige Person ist nicht automatisch zu jeder Handlung berechtigt; eine berechtigte Person muss eine Aufgabe möglicherweise erst lernen. Diese Unterscheidung verhindert unklare Zuständigkeitsbeschreibungen.

Schreibweise und Grammatik

Berechtigt entspricht dem Partizip II von berechtigen. Formen sind ein berechtigter Einwand, eine berechtigte Frage und mit berechtigten Zweifeln. Typische Ergänzungen sind zu etwas berechtigt und berechtigt, etwas zu tun.

Steigerung

In der wertenden Bedeutung sind berechtigter und am berechtigtsten möglich; häufig ist stärker gerechtfertigt klarer. Bei einer festgelegten Teilnahmeberechtigung ist keine gewöhnliche Steigerung gemeint: Die Bedingung wird erfüllt oder nicht erfüllt.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativberechtigterberechtigteberechtigtesberechtigte
Genitivberechtigtenberechtigterberechtigtenberechtigter
Dativberechtigtemberechtigterberechtigtemberechtigten
Akkusativberechtigtenberechtigteberechtigtesberechtigte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativberechtigteberechtigteberechtigteberechtigten
Genitivberechtigtenberechtigtenberechtigtenberechtigten
Dativberechtigtenberechtigtenberechtigtenberechtigten
Akkusativberechtigtenberechtigteberechtigteberechtigten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativberechtigterberechtigteberechtigtesberechtigten
Genitivberechtigtenberechtigtenberechtigtenberechtigten
Dativberechtigtenberechtigtenberechtigtenberechtigten
Akkusativberechtigtenberechtigteberechtigtesberechtigten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Gruppenarbeit darf nur die Redaktion den endgültigen Text freigeben. Ein anderes Mitglied entdeckt einen sachlichen Fehler und bittet um Korrektur.

Der Einwand des Mitglieds ist berechtigt, weil er auf einen überprüfbaren Fehler verweist. Zur endgültigen Freigabe ist dennoch die Redaktion berechtigt; Zuständigkeit und sachliche Qualität des Hinweises sind unterschiedliche Fragen.

Der Absatz macht beide Bedeutungen sichtbar. Er verhindert, dass fehlende Entscheidungsbefugnis als Grund benutzt wird, einen zutreffenden Hinweis zu übergehen. Zugleich verändert ein guter Einwand nicht automatisch die vereinbarte Zuständigkeit.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.