bildlich
Bildlich: Durch ein Bild veranschaulicht oder in einem übertragenen sprachlichen Bild ausgedrückt.
Was bedeutet bildlich?
Bildlich hat zwei eng verwandte Verwendungen. Ein Ablauf kann bildlich dargestellt werden, etwa als Zeichnung. Eine Aussage kann aber auch bildlich gemeint sein, obwohl überhaupt keine Abbildung vorhanden ist. Dann entsteht das Bild durch Wörter.
Wenn jemand sagt, ein Problem sei ein Berg, meint er gewöhnlich keine Erhebung aus Gestein. Die Größe oder Schwierigkeit des Problems wird mithilfe einer anschaulichen Vorstellung beschrieben. Die übertragene Bedeutung erschließt sich aus dem Zusammenhang und der Gemeinsamkeit, die das Bild hervorhebt.
Nicht jede auffällige Formulierung ist bildlich. Eine genaue Farbangabe kann ganz wörtlich gemeint sein. Umgekehrt kann eine kurze, vertraute Wendung ein sprachliches Bild enthalten, das wegen des häufigen Gebrauchs kaum noch auffällt.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Eine Skizze erklärt den Aufbau bildlich.“ Die Veranschaulichung geschieht durch eine tatsächliche Abbildung.
- „Mit „einem Berg von Aufgaben“ meint sie die Arbeit nur bildlich.“ Die Aufgaben werden als große, schwer zu bewältigende Menge vorgestellt.
- „Sein Satz ist bildlich zu verstehen, nicht als genaue Ortsangabe.“ Die Lesart wird eingeschränkt: Aus dem Bild darf keine wörtliche Wegbeschreibung gemacht werden.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Wörtlich bildet beim übertragenen Sprachgebrauch den entscheidenden Gegensatz. Bildhaft betont stärker die anschauliche Wirkung einer Darstellung. Ein Text kann bildhaft beschreiben, ohne in jedem Satz eine Bedeutungsübertragung zu verwenden.
Eine Metapher ist ein bestimmtes sprachliches Mittel; bildlich ist der allgemeinere Ausdruck. Auch Vergleiche können bildlich wirken. In der Stilmittelübersicht mit Beispielen und Wirkungen lassen sich die unterschiedlichen Verfahren gegenüberstellen.
Schreibweise und Grammatik
Bildlich wird mit d im Stamm geschrieben, auch wenn beim Sprechen ein t-Laut hörbar sein kann. Das Nomen Bild hilft beim Ableiten der Schreibung. Beispiele sind eine bildliche Darstellung, ein bildlicher Ausdruck, mit bildlichen Vergleichen.
Steigerung
Möglich sind bildlicher und am bildlichsten, wenn der Grad der Anschaulichkeit verglichen wird. Bei der Frage, ob eine bestimmte Aussage wörtlich oder übertragen gemeint ist, ist dagegen eine Erklärung der Lesart hilfreicher als eine Steigerung.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | bildlicher | bildliche | bildliches | bildliche |
| Genitiv | bildlichen | bildlicher | bildlichen | bildlicher |
| Dativ | bildlichem | bildlicher | bildlichem | bildlichen |
| Akkusativ | bildlichen | bildliche | bildliches | bildliche |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | bildliche | bildliche | bildliche | bildlichen |
| Genitiv | bildlichen | bildlichen | bildlichen | bildlichen |
| Dativ | bildlichen | bildlichen | bildlichen | bildlichen |
| Akkusativ | bildlichen | bildliche | bildliche | bildlichen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | bildlicher | bildliche | bildliches | bildlichen |
| Genitiv | bildlichen | bildlichen | bildlichen | bildlichen |
| Dativ | bildlichen | bildlichen | bildlichen | bildlichen |
| Akkusativ | bildlichen | bildliche | bildliches | bildlichen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: Eine Schülerin schreibt in einer erfundenen Erzählung: „Nach dem Streit stand eine Mauer zwischen uns.“ Später beschreibt sie, dass beide nebeneinandersitzen und nicht miteinander sprechen.
Die Mauer ist bildlich gemeint. Sie macht die fehlende Verständigung als Hindernis vorstellbar, obwohl die Figuren räumlich nahe beieinander sind. Gerade dieser Gegensatz verdeutlicht ihre innere Distanz.
Die Deutung benennt zuerst die Übertragung und erklärt dann ihre Wirkung in dieser Szene. Sie behauptet nicht pauschal, jedes Mauerbild stehe immer für denselben Konflikt. In einem anderen Text könnte eine Mauer tatsächlich vorhanden oder mit Schutz statt Trennung verbunden sein.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
