chronisch
Form & Grammatik
- Lemma
- chronisch
- Wortart
- Adjektiv
- Worttrennung
- chro·nisch
- Steigerung
- medizinisch gewöhnlich ohne Abstufung; umgangssprachliche Zuspitzung: chronischer, am chronischsten
- Beugung
- eine chronische Erkrankung; mit chronischem Platzmangel
- Gebrauch
- medizinisch auf länger bestehenden Verlauf bezogen; umgangssprachlich dauerhaft oder immer wieder vorkommend
chronisch beschreibt einen länger bestehenden Verlauf, besonders bei Erkrankungen. Im Alltag wird das Wort übertragen für dauernde oder immer wieder auftretende Schwierigkeiten gebraucht.
Bedeutungen
Medizinisch: über längere Zeit bestehend
Chronisch richtet den Blick auf den längerfristigen Verlauf einer Erkrankung. Das Wort allein bestimmt weder die Stärke der Beschwerden noch einen für alle Erkrankungen einheitlichen Verlauf. Eine feste Zeitgrenze lässt sich aus der allgemeinen Wortbedeutung nicht ableiten.
„Der Bericht beschreibt eine chronische Erkrankung.“
Das Adjektiv nennt den längerfristigen Verlauf. Eine konkrete Diagnose, die Schwere und die Behandlungsmöglichkeiten werden damit nicht angegeben.
Umgangssprachlich: dauernd oder immer wieder vorkommend
Übertragen kann chronisch ein wiederkehrendes oder anhaltendes Problem besonders nachdrücklich darstellen. Bei chronischem Geld-, Zeit- oder Platzmangel handelt es sich um eine bildliche Verwendung, nicht um eine medizinische Diagnose.
„Unser Verein kämpft mit chronischem Platzmangel.“
Die Schwierigkeit besteht aus Sicht der Sprechenden länger oder tritt regelmäßig wieder auf. Welche Ursache sie hat, sagt das Adjektiv nicht.
chronisch: Synonyme und andere Wörter
Bei anhaltenden Alltagsproblemen
anhaltend · dauerhaft · fortwährend
Anhaltend benennt die Dauer sachlich. Dauerhaft kann stärker nach einem bleibenden Zustand klingen, fortwährend wirkt nachdrücklicher. Die passende Alternative hängt vom beschriebenen Verlauf ab.
‚Der Verein leidet unter chronischem Platzmangel.‘ → ‚Der Verein leidet unter anhaltendem Platzmangel.‘ Die zweite Fassung lässt die bildliche Nähe zu einer Krankheit weg.
Bei regelmäßigem Wiederauftreten
ständig wiederkehrend · regelmäßig erneut auftretend
Diese Umschreibungen bewahren die Wiederholung, ohne einen ununterbrochenen Zustand zu behaupten. Sie sind nicht in jeder medizinischen Fachverbindung ein gleichwertiger Ersatz.
‚Sie spricht von chronischem Zeitmangel vor jeder Abgabe.‘ → ‚Sie spricht von regelmäßig wiederkehrendem Zeitmangel vor jeder Abgabe.‘ Zwischen den Abgaben kann die Lage anders sein.
Keine gleichbedeutenden Wörter
unheilbar · schwer · chronologisch
Unheilbar behauptet etwas über die Behandlungsmöglichkeiten, schwer über die Ausprägung. Chronologisch betrifft eine zeitliche Reihenfolge. Keine dieser Aussagen steckt allein im Wort chronisch.
Ein chronologisch geordneter Bericht kann von einer chronischen Erkrankung handeln: Die eine Angabe betrifft den Textaufbau, die andere den zeitlichen Verlauf der Erkrankung.
Beispiele und Verwendung
- „Der Bericht beschreibt eine chronische Erkrankung.“ Das Adjektiv ordnet den längerfristigen Verlauf ein, nennt aber keine konkrete Diagnose.
- „Unser Verein kämpft mit chronischem Platzmangel.“ Die wiederkehrende Schwierigkeit wird bildlich wie ein anhaltendes Problem dargestellt.
- „Sie beklagt ihren chronischen Zeitmangel vor jeder Abgabe.“ Der Satz kann eine regelmäßige Erfahrung oder eine übertreibende Selbstdarstellung wiedergeben.
Grammatik und Beugung
Die richtige Schreibung lautet chronisch mit ch. Gebeugt heißt es eine chronische Erkrankung, mit chronischen Beschwerden, chronischer Mangel. In chronisch krank bleibt chronisch unverändert, während krank als Attribut eine Endung bekommt: chronisch kranke Menschen.
Steigerung
In sachlichen medizinischen Angaben wird chronisch gewöhnlich nicht durch Vergleichsstufen abgestuft. Umgangssprachlich können Formen wie chronischer zugespitzt vorkommen. Präziser ist meist die konkrete Aussage, dass etwas länger besteht oder häufiger wiederkehrt.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | chronischer | chronische | chronisches | chronische |
| Genitiv | chronischen | chronischer | chronischen | chronischer |
| Dativ | chronischem | chronischer | chronischem | chronischen |
| Akkusativ | chronischen | chronische | chronisches | chronische |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | chronische | chronische | chronische | chronischen |
| Genitiv | chronischen | chronischen | chronischen | chronischen |
| Dativ | chronischen | chronischen | chronischen | chronischen |
| Akkusativ | chronischen | chronische | chronische | chronischen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | chronischer | chronische | chronisches | chronischen |
| Genitiv | chronischen | chronischen | chronischen | chronischen |
| Dativ | chronischen | chronischen | chronischen | chronischen |
| Akkusativ | chronischen | chronische | chronisches | chronischen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Herkunft
Chronisch geht über lateinisch chronicus auf griechisch chronikós zurück, das sich auf die Zeit bezieht. Im Spätlateinischen wurde die Verbindung morbus chronicus für eine lang dauernde Krankheit gebraucht. Die zeitliche Bedeutung ist auch in den übertragenen Alltagsverwendungen erhalten.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung bezeichnet eine Figur ihren Geldmangel als chronisch. Tatsächlich schildert der Text mehrere Monate, in denen sie immer wieder vor denselben finanziellen Schwierigkeiten steht. Eine Schülerin untersucht die Wortwahl.
Mit chronisch stellt die Figur ihren Geldmangel als dauerhaft wiederkehrendes Problem dar. Die Wortwahl verstärkt den Eindruck, dass es sich aus ihrer Sicht nicht um einen einmaligen Engpass handelt.
Die Analyse erklärt die übertragene Verwendung. Sie erfindet weder eine Erkrankung noch die Ursachen der finanziellen Schwierigkeiten. Ob die Figur ihre Lage sachlich trifft oder überzeichnet, müsste an weiteren tatsächlichen Angaben des Textes geprüft werden.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
