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denkbar

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
denkbar
Worttrennung
denk·bar
Komparativ
denkbarer
Superlativ
am denkbarsten

Die Formen denkbarer und am denkbarsten sind möglich, aber häufig weniger klar als eher vorstellbar oder leichter vorstellbar. Bei der verstärkenden Verwendung wird meist das nachfolgende Adjektiv gesteigert: die denkbar einfachste Lösung.

Formen und Verwendung im Detail

Denkbar: In Gedanken vorstellbar oder als Möglichkeit in Betracht kommend; vor anderen Adjektiven auch eine Verstärkung.

Was bedeutet denkbar?

Denkbar bezeichnet zunächst eine Möglichkeit, die man sich vorstellen kann. Eine denkbare Erklärung ist noch nicht nachgewiesen. Eine denkbare Lösung ist noch nicht ausgewählt. Das Wort hält eine Möglichkeit offen, ohne ihre tatsächliche Umsetzung oder Richtigkeit zu bestätigen.

Wie wahrscheinlich etwas ist, bleibt dabei oft ungesagt. Auch ein seltenes Ereignis kann denkbar sein. Für sachliche Texte ist diese Trennung wichtig: Die Formulierung Es ist denkbar, dass … darf nicht unbemerkt in die Behauptung übergehen, dass es tatsächlich so gewesen sei.

In Verbindungen wie denkbar einfach oder denkbar ungünstig wirkt das Wort dagegen verstärkend. Gemeint ist dann etwa so einfach oder ungünstig, wie man es sich nur vorstellen kann. Diese Verwendung enthält häufig eine deutliche Bewertung.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Eine zweite Erklärung ist denkbar, aber bisher nicht belegt.“ Die Möglichkeit wird ausdrücklich vom Nachweis getrennt.
  • „Der Termin ist für uns denkbar, sofern der Raum frei ist.“ Die Bereitschaft hängt an einer genannten Bedingung.
  • „Die Anleitung ist denkbar einfach aufgebaut.“ Denkbar verstärkt hier die Einschätzung einfach.

Synonyme für denkbar: passend zum Zusammenhang

Denkbar kann eine vorstellbare Möglichkeit offenhalten oder vor einem anderen Adjektiv als Verstärkung dienen. Diese Funktionen verlangen unterschiedliche Ersatzwörter. Eine mögliche Erklärung ist noch nicht wahrscheinlich oder bewiesen; eine denkbar einfache Lösung wird dagegen ausdrücklich als sehr einfach bewertet.

Welches Wort passt zu welcher Aussage?
AlternativePassend beiUnterschied
vorstellbargedanklicher MöglichkeitIst eine nahe verständliche Alternative.
möglichnicht ausgeschlossener ErklärungKann je nach Kontext auch praktische Durchführbarkeit meinen.
in Betracht kommendnoch zu prüfender OptionBetont die Auswahl unter mehreren Möglichkeiten.
äußerstverstärkendem Gebrauch vor einem AdjektivPasst etwa zu einfach oder ungünstig, nicht zu jeder Wortgruppe.

Eigene Sprachbeispiele: Die Erläuterungen zeigen, was sich beim Ersetzen verändert.

Erstes Satzpaar

Ausgangssatz: „Eine andere Erklärung ist denkbar.“

Alternative: „Eine andere Erklärung ist vorstellbar.“

Beide Sätze halten eine Möglichkeit offen. Sie sagen weder, wie wahrscheinlich die Erklärung ist, noch dass bereits Belege für sie vorliegen.

Zweites Satzpaar

Ausgangssatz: „Die Anleitung ist denkbar einfach.“

Alternative: „Die Anleitung ist äußerst einfach.“

Hier wird keine bloß mögliche Einfachheit behauptet. Denkbar verstärkt die Bewertung; äußerst erhält diesen hohen Grad, ohne das Bild der Vorstellbarkeit zu verwenden.

Hier passt der Austausch nicht: Machbar ist nicht in jedem Zusammenhang gleichbedeutend. Ein Plan kann theoretisch denkbar sein und trotzdem an fehlenden Mitteln scheitern. Auch wahrscheinlich behauptet mehr als bloße Vorstellbarkeit und sollte nicht als stilistische Abwechslung eingesetzt werden.

Vor einem Nomen wird die Möglichkeitsbedeutung gebeugt: „eine denkbare Lösung“. In „eine denkbar einfache Lösung“ bleibt denkbar unverändert und verstärkt einfach. Für eine Interpretation ist „Es wäre denkbar, dass …“ eine vorsichtige Hypothese; die folgenden Sätze müssen weiterhin zwischen Vermutung und tatsächlichem Textbeleg unterscheiden.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Wahrscheinlich behauptet mehr als bloße Vorstellbarkeit. Machbar betrifft die praktische Umsetzung. Ein Vorhaben kann theoretisch denkbar sein, aber an fehlenden Mitteln scheitern.

Undenkbar kann eine logische Unmöglichkeit, große Unwahrscheinlichkeit oder persönliche Ablehnung ausdrücken. Der Gegensatz ist daher ebenfalls vom Zusammenhang abhängig. Wer sachlich argumentiert, sollte den gemeinten Grund ergänzen.

Schreibweise und Grammatik

Das Adjektiv wird zusammengeschrieben und gehört zu denken: denkbar. Vor einem Nomen heißt es eine denkbare Lösung oder mit allen denkbaren Folgen. In denkbar einfach bleibt es unverändert; die Endung steht gegebenenfalls am folgenden Adjektiv: eine denkbar einfache Lösung.

Steigerung

Die Formen denkbarer und am denkbarsten sind möglich, aber häufig weniger klar als eher vorstellbar oder leichter vorstellbar. Bei der verstärkenden Verwendung wird meist das nachfolgende Adjektiv gesteigert: die denkbar einfachste Lösung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdenkbarerdenkbaredenkbaresdenkbare
Genitivdenkbarendenkbarerdenkbarendenkbarer
Dativdenkbaremdenkbarerdenkbaremdenkbaren
Akkusativdenkbarendenkbaredenkbaresdenkbare
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdenkbaredenkbaredenkbaredenkbaren
Genitivdenkbarendenkbarendenkbarendenkbaren
Dativdenkbarendenkbarendenkbarendenkbaren
Akkusativdenkbarendenkbaredenkbaredenkbaren
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdenkbarerdenkbaredenkbaresdenkbaren
Genitivdenkbarendenkbarendenkbarendenkbaren
Dativdenkbarendenkbarendenkbarendenkbaren
Akkusativdenkbarendenkbaredenkbaresdenkbaren

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einem erfundenen Erzähltext findet eine Figur eine offene Tür. Sie vermutet, dass jemand das Haus verlassen hat. Es wäre aber auch möglich, dass die Tür schon vorher offen stand. Eine Interpretation soll die Unsicherheit erhalten.

Es ist denkbar, dass eine andere Figur kurz zuvor gegangen ist. Die offene Tür allein beweist diese Erklärung jedoch nicht; dafür wären weitere Hinweise im Text nötig.

Die Formulierung kennzeichnet eine mögliche Deutung. Sie verhindert, dass aus einer einzelnen Beobachtung ein sicherer Handlungsablauf oder eine unbelegte Absicht konstruiert wird.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.