desiderabel
Form & Grammatik
- Stichwort
- desiderabel
- Worttrennung
- de·si·de·ra·bel
Gehoben. Bei der Beugung steht desiderabl-: ein desiderabler Zusatz. Für Vergleiche ist wünschenswerter oft klarer; ein Wunsch beweist weder Notwendigkeit noch Machbarkeit.
Desiderabel ist ein gehobenes Wort für wünschenswert. Es kennzeichnet einen Zustand oder ein Vorhaben, das aus einer bestimmten Sicht gut wäre oder angestrebt werden sollte. Ob es möglich, notwendig oder schon verwirklicht ist, bleibt damit offen.
Ein gewünschter Zustand, keine Zusage
Wenn eine ausführlichere Erläuterung als desiderabel bezeichnet wird, hält die sprechende Person sie für erwünscht oder vorteilhaft. Das kann eine zurückhaltend formulierte Kritik sein: Die bisherige Erklärung reicht aus dieser Sicht noch nicht ganz aus. Ebenso kann das Wort einen zusätzlichen Wunsch ausdrücken, obwohl das vorhandene Ergebnis bereits brauchbar ist.
Die Bewertung braucht einen Bezug. Eine Lösung kann für die eine Gruppe desiderabel und für eine andere nachteilig sein. „Desiderabel für wen und zu welchem Zweck?“ ist deshalb eine sinnvolle Rückfrage. Das gehobene Wort macht eine persönliche oder fachliche Einschätzung nicht automatisch objektiv.
Wünschenswert ist die nahe Alternative
Wünschenswert lässt sich häufig ohne Bedeutungsverschiebung einsetzen und ist leichter verständlich. Erstrebenswert hebt stärker ein Ziel hervor, auf das man hinarbeiten möchte. Erwünscht macht den vorhandenen Wunsch besonders direkt: Eine erwünschte Rückmeldung wird tatsächlich gern gesehen, während eine desiderable Verbesserung auch bloß als grundsätzlich gute Möglichkeit erörtert werden kann.
Sinnvoll bewertet vor allem den erkennbaren Nutzen oder die passende Funktion. Notwendig setzt eine andere Grenze: Etwas ist erforderlich, damit ein Ziel erreicht oder eine Bedingung erfüllt wird. Diese Verbindlichkeit enthält desiderabel nicht. Ebenso wenig bedeutet es machbar. Ein erwünschtes Ziel kann mit den vorhandenen Mitteln unerreichbar sein.
Zwei erklärte Satzpaare
Ausgangssatz: „Für die Neuauflage wäre ein Register desiderabel.“ Alternative: „Für die Neuauflage wäre ein Register wünschenswert.“ Die zweite Formulierung bewahrt den Wunsch und verzichtet auf das weniger geläufige Wort. Beide Sätze lassen offen, ob ein Register finanziert werden kann und ob die Neuauflage ohne dieses Hilfsmittel erscheinen soll.
Ausgangssatz: „Eine zweite Besprechung ist desiderabel.“ Alternative: „Eine zweite Besprechung ist notwendig.“ Die erste Aussage bewertet eine zusätzliche Zusammenkunft positiv. Die zweite stellt sie als erforderlich dar. Eine Redaktion dürfte beide Fassungen daher nicht nur aus stilistischen Gründen gegeneinander austauschen. Für die strengere Aussage braucht es einen entsprechenden Sachgrund, etwa eine noch ausstehende verbindliche Entscheidung.
Desiderabel und desiderable
Das Adjektiv wird kleingeschrieben. Ohne Endung heißt es Die Ergänzung ist desiderabel. Bei der Beugung fällt das unbetonte e vor dem l weg: ein desiderabler Zusatz, eine desiderable Ergänzung, mit desiderablen Ergebnissen. Die Folge -ble in desiderable ist deshalb keine andere Grundform und kein Schreibfehler.
Bei Vergleichen ist die verständliche Umschreibung wünschenswerter oft günstiger als eine seltene Steigerungsform. Dabei muss erkennbar bleiben, nach welchem Maßstab mehrere Möglichkeiten verglichen werden. Ein Wunsch wird nicht allein durch sprachliche Verstärkung besser begründet.
Beugung von desiderabel
Vor einem Nomen heißt es beispielsweise ein desiderables Ergebnis. An den hier belegten verkürzten Stamm desiderabl- treten die Endungen. Das gehobene Wort bedeutet wünschenswert und macht aus einem Wunsch keine Notwendigkeit.
Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | desiderabler | desiderable | desiderables | desiderable |
| Genitiv | desiderablen | desiderabler | desiderablen | desiderabler |
| Dativ | desiderablem | desiderabler | desiderablem | desiderablen |
| Akkusativ | desiderablen | desiderable | desiderables | desiderable |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | desiderable | desiderable | desiderable | desiderablen |
| Genitiv | desiderablen | desiderablen | desiderablen | desiderablen |
| Dativ | desiderablen | desiderablen | desiderablen | desiderablen |
| Akkusativ | desiderablen | desiderable | desiderable | desiderablen |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | desiderabler | desiderable | desiderables | desiderablen |
| Genitiv | desiderablen | desiderablen | desiderablen | desiderablen |
| Dativ | desiderablen | desiderablen | desiderablen | desiderablen |
| Akkusativ | desiderablen | desiderable | desiderables | desiderablen |
Gehobenen Stil bewusst wählen
In einem fachlichen Gutachten kann desiderabel zum vorhandenen Sprachstil passen. In einer Nachricht an ein breites Publikum ist wünschenswert meistens direkter. Noch hilfreicher ist eine konkrete Ergänzung: „Ein Register wäre hilfreich, damit sich die Namen schneller finden lassen.“ Diese Fassung erläutert den Nutzen. Dabei gehen weder fachliche Präzision noch wichtige Einschränkungen verloren, solange aus dem Wunsch keine Pflicht gemacht wird.
