diskursiv
Diskursiv: Durch Erörterung und Argumente entwickelt; in der Philosophie auch begrifflich und schrittweise schlussfolgernd.
Was bedeutet diskursiv?
Diskursiv beschreibt ein Vorgehen, bei dem Gedanken durch Erörterung, Begründung und die Prüfung von Argumenten entwickelt werden. Eine diskursive Verständigung entsteht also nicht bloß dadurch, dass mehrere Menschen gleichzeitig reden.
In philosophischen Zusammenhängen kann das Wort ein Denken bezeichnen, das mit Begriffen und Schlussfolgerungen arbeitet. Der Gegenstand wird dabei nicht einfach unmittelbar erfasst, sondern durch gedankliche Schritte erschlossen. Dieser Gebrauch muss nicht auf ein Gespräch zwischen mehreren Personen bezogen sein.
In sozial- oder sprachwissenschaftlichen Texten kann diskursiv außerdem allgemein auf einen Diskurs, seine Aussagen und seine Ordnungen verweisen. Die genaue Bedeutung ergibt sich dann aus dem verwendeten Theorieansatz. Das Adjektiv garantiert nicht von sich aus Offenheit oder vernünftige Ergebnisse.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Gruppe entwickelt ihre Lösung diskursiv.“ Sie prüft Gründe und Einwände im Austausch.
- „Der Aufsatz erläutert ein diskursives Erkenntnisverfahren.“ Gedanken werden begrifflich und in nachvollziehbaren Schritten entwickelt.
- „Die Untersuchung beschreibt diskursive Muster einer Debatte.“ Sie betrachtet wiederkehrende sprachliche Deutungen im untersuchten Diskurs.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Dialogisch hebt den Austausch zwischen Gesprächspartnern hervor. Diskursiv richtet den Blick stärker auf Erörterung, Begründungen oder den Zusammenhang eines Diskurses. Nicht jeder Dialog ist eine sorgfältige Argumentation.
Intuitiv kann eine unmittelbare Einsicht oder ein spontanes Erfassen bezeichnen. In der entsprechenden philosophischen Gegenüberstellung wird diskursiv gerade das begrifflich vermittelte Erkennen genannt. Daraus folgt nicht, dass jede Intuition falsch und jede Schlussfolge richtig wäre.
Schreibweise und Grammatik
Diskursiv wird mit k und mit v am Wortende geschrieben. Formen sind ein diskursiver Prozess, eine diskursive Methode und mit diskursiven Mitteln. Das verwandte Nomen lautet Diskurs. Das Adjektiv wird auch ungebeugt gebraucht: eine Frage diskursiv bearbeiten.
Steigerung
Für die fachliche Zuordnung genügt gewöhnlich die Grundform. Wenn ein Verfahren stärker auf Erörterung setzt, ist stärker diskursiv angelegt genauer. So wird deutlich, dass eine Arbeitsweise verglichen wird und nicht eine feste grammatische Kategorie.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | diskursiver | diskursive | diskursives | diskursive |
| Genitiv | diskursiven | diskursiver | diskursiven | diskursiver |
| Dativ | diskursivem | diskursiver | diskursivem | diskursiven |
| Akkusativ | diskursiven | diskursive | diskursives | diskursive |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | diskursive | diskursive | diskursive | diskursiven |
| Genitiv | diskursiven | diskursiven | diskursiven | diskursiven |
| Dativ | diskursiven | diskursiven | diskursiven | diskursiven |
| Akkusativ | diskursiven | diskursive | diskursive | diskursiven |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | diskursiver | diskursive | diskursives | diskursiven |
| Genitiv | diskursiven | diskursiven | diskursiven | diskursiven |
| Dativ | diskursiven | diskursiven | diskursiven | diskursiven |
| Akkusativ | diskursiven | diskursive | diskursives | diskursiven |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Lerngruppe schlägt jemand sofort eine Lösung vor. Die anderen fragen nach ihren Voraussetzungen, nennen Gegenbeispiele und ändern einzelne Schritte. Am Ende kann die Gruppe erklären, weshalb sie ihre Lösung für geeignet hält.
Die Lösung wurde diskursiv erarbeitet, weil Vorschlag, Einwand und Begründung aufeinander bezogen wurden. Die bloße Dauer des Gesprächs wäre dafür noch kein ausreichender Beleg.
Eine Analyse sollte die gedanklichen Schritte zeigen. Sie kann beispielsweise erläutern, welcher Einwand zu welcher Änderung führte. So bleibt diskursiv kein schmückendes Fachwort, sondern benennt eine nachvollziehbare Art der Auseinandersetzung.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
