entsetzlich

Entsetzlich bedeutet „starkes Entsetzen oder Schrecken auslösend“. Umgangssprachlich kann es außerdem etwas als sehr unangenehm bewerten oder eine andere Aussage im Sinn von „sehr“ verstärken, etwa in entsetzlich müde.

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Was bedeutet entsetzlich?

Eine entsetzliche Nachricht löst in der jeweiligen Darstellung starken Schrecken aus. Das Wort benennt damit die Wirkung oder Bewertung eines Geschehens. Es ist ein intensiver Ausdruck und sollte nicht mit einer bloß überraschenden Information gleichgesetzt werden.

In alltäglichen Äußerungen kann die Bedeutung abgeschwächt oder übertreibend sein. Ein entsetzlicher Lärm muss nicht denselben Schrecken auslösen wie eine entsetzliche Katastrophe. Die Wortwahl hebt dann vor allem das als sehr unangenehm empfundene Ausmaß hervor.

Als Verstärkung verliert entsetzlich einen Teil seiner ursprünglichen Bedeutung. Wer entsetzlich müde ist, möchte meist sagen, dass die Müdigkeit sehr groß ist. Für eine genaue Erklärung muss deshalb geprüft werden, ob ein Gegenstand bewertet oder der Grad einer anderen Eigenschaft verstärkt wird.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Figur erhält eine entsetzliche Nachricht und verstummt.“ Das Wort bezeichnet eine als erschütternd dargestellte Information.
  • „Sie beschwert sich über den entsetzlichen Lärm vor dem Fenster.“ Im Alltag wird eine sehr unangenehme Belastung stark bewertet.
  • „Nach der langen Fahrt ist er entsetzlich müde.“ Das ungebeugte Wort verstärkt hier die Müdigkeit.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Schrecklich und furchtbar besitzen ähnliche wörtliche und verstärkende Verwendungen. Abscheulich betont häufig starken Widerwillen oder moralische Ablehnung. Schrecken und Abscheu können zusammen auftreten, sind aber nicht dieselbe Reaktion.

Sehr ist bei der bloßen Verstärkung neutraler. In einer Textanalyse kann der Wechsel zu entsetzlich zeigen, wie stark eine Figur ihre Empfindung ausdrücken möchte.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt entsetzlich mit tz. Formen sind ein entsetzlicher Lärm, die entsetzliche Nachricht und mit entsetzlichen Folgen. In entsetzlich müde bleibt das Wort ungebeugt, weil es hier eine andere Eigenschaft verstärkt.

Steigerung

Die Steigerung lautet entsetzlich – entsetzlicher – am entsetzlichsten. Sie vergleicht die zugeschriebene Wirkung oder negative Bewertung. Bei einer bereits stark übertreibenden Äußerung kann eine zusätzliche Steigerung stilistisch auffällig sein; der Zusammenhang entscheidet über ihren Nutzen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativentsetzlicherentsetzlicheentsetzlichesentsetzliche
Genitiventsetzlichenentsetzlicherentsetzlichenentsetzlicher
Dativentsetzlichementsetzlicherentsetzlichementsetzlichen
Akkusativentsetzlichenentsetzlicheentsetzlichesentsetzliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativentsetzlicheentsetzlicheentsetzlicheentsetzlichen
Genitiventsetzlichenentsetzlichenentsetzlichenentsetzlichen
Dativentsetzlichenentsetzlichenentsetzlichenentsetzlichen
Akkusativentsetzlichenentsetzlicheentsetzlicheentsetzlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativentsetzlicherentsetzlicheentsetzlichesentsetzlichen
Genitiventsetzlichenentsetzlichenentsetzlichenentsetzlichen
Dativentsetzlichenentsetzlichenentsetzlichenentsetzlichen
Akkusativentsetzlichenentsetzlicheentsetzlichesentsetzlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene nennt eine Figur das Warten auf einen verspäteten Bus entsetzlich. Kurz danach trifft eine Nachricht über einen schweren Verlust ein, die der Erzähler ebenfalls als entsetzlich bezeichnet. Der Text verwendet dasselbe Wort in deutlich verschiedenen Situationen.

Beim Warten ist entsetzlich eine übertreibende Bewertung einer lästigen Situation. Bei der Verlustnachricht bezeichnet es dagegen den starken Schrecken, den das Ereignis auslöst. Der Gegensatz macht sichtbar, wie weit die Wirkung desselben Adjektivs je nach Zusammenhang auseinanderliegen kann.

Die Analyse unterscheidet die beiden Verwendungen, statt jedes Auftreten gleich stark zu gewichten. Sie behauptet nicht, die erste Figur könne keinen wirklichen Schmerz empfinden. Beschrieben wird allein die Funktion der Wortwahl in den beiden erfundenen Momenten.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.