erpicht

Erpicht: bedeutet, dass jemand etwas sehr gern haben, erfahren oder tun möchte. Das Wort steht meist in der Verbindung auf etwas erpicht sein und bezeichnet ein deutlich auf ein bestimmtes Ziel gerichtetes Verlangen.

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Was bedeutet erpicht?

Wer auf eine Einladung erpicht ist, möchte sie unbedingt erhalten. Der Gegenstand des Wunsches gehört zur Aussage: Ohne ihn bleibt meist unklar, worauf sich das starke Interesse richtet. Es kann um Besitz, Anerkennung, Wissen oder eine bestimmte Gelegenheit gehen.

Die Bewertung hängt vom Zusammenhang ab. Auf eine Erklärung erpicht zu sein kann großes Interesse zeigen; auf einen persönlichen Vorteil erpicht zu sein kann kritisch gemeint sein. Das Adjektiv allein macht einen Wunsch weder berechtigt noch rücksichtslos. Dafür ist entscheidend, wie die Person mit ihrem Wunsch umgeht.

Häufig begegnet auch die verneinte Wendung nicht darauf erpicht sein. Sie bedeutet, dass jemand etwas nicht besonders gern möchte. Je nach Ton kann sie eine zurückhaltende Ablehnung ausdrücken. Eine solche Formulierung behauptet nicht notwendig Angst oder grundsätzliches Unvermögen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Sie war darauf erpicht, das Ende der Geschichte zu erfahren.“ Ihr starkes Interesse richtet sich auf eine konkrete Information.
  • „Auf eine Wiederholung des langen Streits war niemand erpicht.“ Die Verneinung drückt fehlenden Wunsch nach einem weiteren Streit aus.
  • „Er war auf den ersten Platz erpicht, hielt sich aber an die vereinbarten Regeln.“ Ein starker Wunsch wird vom Umgang mit anderen unterschieden.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Begierig ist eine nahe Entsprechung und kann ebenfalls einen starken Wunsch beschreiben. Versessen klingt häufig noch stärker und kann eine ausgeprägte Fixierung nahelegen.

Interessiert ist weiter und oft schwächer. Jemand kann an einem Thema interessiert sein, ohne auf eine bestimmte Gelegenheit erpicht zu sein. Auch neugierig passt vor allem dort, wo es um Wissen oder neue Erfahrungen geht, nicht zu jedem Besitzwunsch.

Schreibweise und Grammatik

Geschrieben wird erpicht mit p und cht. Die typische Ergänzung lautet auf mit Akkusativ: auf einen Hinweis erpicht. Bei einer folgenden Infinitivgruppe steht häufig darauf: darauf erpicht, die Lösung zu finden. Attributive Formen sind möglich, etwa der auf Anerkennung erpichte Schüler; die prädikative Verwendung ist üblicher.

Steigerung

Die Steigerung lautet erpicht – erpichter – am erpichtesten. Sie vergleicht die Stärke des Verlangens. Häufig ist auch besonders erpicht auf passend. Die Steigerung sagt nichts darüber aus, ob das gewünschte Ziel tatsächlich erreicht wird.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativerpichtererpichteerpichteserpichte
Genitiverpichtenerpichtererpichtenerpichter
Dativerpichtemerpichtererpichtemerpichten
Akkusativerpichtenerpichteerpichteserpichte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativerpichteerpichteerpichteerpichten
Genitiverpichtenerpichtenerpichtenerpichten
Dativerpichtenerpichtenerpichtenerpichten
Akkusativerpichtenerpichteerpichteerpichten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativerpichtererpichteerpichteserpichten
Genitiverpichtenerpichtenerpichtenerpichten
Dativerpichtenerpichtenerpichtenerpichten
Akkusativerpichtenerpichteerpichteserpichten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung wartet Theo auf die Fortsetzung einer Rätselgeschichte. Er fragt mehrfach nach dem nächsten Kapitel und legt sein Heft bereit, bevor die Vorleserin den Raum betritt. Als sie zunächst einer anderen Gruppe hilft, wartet er jedoch, ohne sie zu unterbrechen.

Theo ist darauf erpicht, die Fortsetzung zu hören. Sein wiederholtes Nachfragen und die frühe Vorbereitung zeigen das starke Interesse. Trotzdem wartet er, während die Vorleserin der anderen Gruppe hilft. Sein Wunsch bestimmt seine Aufmerksamkeit, verdrängt aber nicht die Rücksicht auf andere.

Die Szene trennt den intensiven Wunsch von aufdringlichem Verhalten. Für die Charakterisierung sind beide Beobachtungen wichtig. Ein einzelnes gespanntes Warten begründet noch keine allgemeine Fixierung auf Geschichten oder einen dauerhaft ungeduldigen Charakter.

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