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farbig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
farbig
Worttrennung
far·big
Komparativ
farbiger
Superlativ
am farbigsten

Steigerung bei Farbigkeit oder lebendiger Darstellung, nicht zur Einteilung von Menschen. Auf Menschen bezogen gilt farbig heute häufig als diskriminierend; diesen Gebrauch kritisch einordnen.

Formen und Verwendung im Detail

Farbig: mit einer oder mehreren Farben versehen; übertragen auch lebendig, anschaulich und abwechslungsreich dargestellt.

Was bedeutet farbig?

Farbig kann eine einzelne Farbe oder mehrere Farben bezeichnen. Ein rotes Glas ist farbig, auch wenn es kein mehrfarbiges Muster besitzt. Bei einer farbigen Abbildung geht es meist um die Wiedergabe in Farben im Unterschied zu einer Darstellung nur in Schwarz, Weiß oder Graustufen.

Übertragen meint eine farbige Schilderung eine lebendige, anschauliche Darstellung. Ausgewählte Einzelheiten lassen das Erzählte vorstellbar werden. Ob die Darstellung sachlich richtig ist, bleibt eine eigene Frage; Lebendigkeit ersetzt keinen Tatsachennachweis.

Als Bezeichnung für Menschen anhand zugeschriebener Hautfarbe hat farbig eine Geschichte rassistischer Einteilung und gilt als diskriminierend. Diese Verwendung sollte in historischen Texten eingeordnet werden. Für heutige Personenbeschreibungen sind die jeweils passenden Selbstbezeichnungen maßgeblich; Hautfarbe muss nur genannt werden, wenn sie für den Zusammenhang relevant ist.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die farbigen Glasstücke waren ausschließlich blau.“ Farbig bedeutet hier nicht mehrfarbig. Eine einzige erkennbare Farbe genügt.
  • „Die Anleitung enthält neben Schwarz-Weiß-Zeichnungen mehrere farbige Abbildungen.“ Der Satz unterscheidet die Art der Farbwiedergabe.
  • „Mit Geräuschen und kleinen Beobachtungen erzählte sie farbig vom Markt.“ Die übertragene Bedeutung betrifft die lebendige Vorstellung. Die Erzählung muss nicht besonders viele Farbwörter enthalten.

Synonyme für farbig: passend zum Zusammenhang

Farbig kann eine einzelne Farbe, die Wiedergabe in Farben oder eine lebendige Darstellung bezeichnen. Eine Alternative muss zunächst klären, ob tatsächlich Farben sichtbar sind oder ob anschauliches Erzählen gemeint ist. Im übertragenen Gebrauch können auch Geräusche, Bewegungen und kleine Beobachtungen eine Schilderung farbig machen.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
buntmehreren Farben im allgemeinen AlltagsgebrauchKann enger sein als farbig, das auch einen Einzelton bezeichnet.
koloriertnachträglich mit Farbe versehenen DarstellungenBenennt eine Bearbeitung, nicht bloß vorhandene Farbigkeit.
anschaulichleicht vorstellbaren BeschreibungenHebt die Vorstellbarkeit hervor.
lebendigeindrucksvollen, bewegten DarstellungenBetont die Wirkung statt tatsächlicher Farbtöne.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die Aufnahme wurde farbig gestaltet.“
Alternative: „Die Aufnahme wurde koloriert.“

Koloriert macht deutlicher, dass Farbe durch eine Bearbeitung hinzugefügt wurde. Farbig allein lässt offener, auf welche Weise die Farbigkeit entstanden ist.

Ausgangssatz: „Sie erzählt farbig vom Treiben auf dem Markt.“
Alternative: „Sie erzählt anschaulich vom Treiben auf dem Markt.“

Die Alternative erklärt die übertragene Bedeutung. Stimmen, klappernde Kisten und beobachtete Handlungen können die Szene vorstellbar machen, auch ohne viele ausdrücklich genannte Farben.

Hier passt der Austausch nicht: Ein blaues Glas ist farbig, muss aber nicht mehrfarbig sein. Wer bunt im alltäglichen Sinn von vielen Farben einsetzt, kann deshalb eine zusätzliche Eigenschaft behaupten.

Farbig darf nicht unbesehen als Personenbezeichnung übernommen werden; eine neutrale Wortvariation für Sachen löst keine Frage einer angemessenen Benennung von Menschen. Bei Erzählungen ist außerdem die Wirkung von der Richtigkeit zu trennen: Eine farbige Darstellung kann überzeugend wirken und trotzdem erfundene Einzelheiten enthalten. Anschaulichkeit ersetzt keine Prüfung der behaupteten Tatsachen.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Bunt bedeutet im Alltag oft mehrfarbig, kann in der Farblehre aber ebenfalls eine einzelne bunte Farbe bezeichnen. Deshalb ist der jeweilige Sprachbereich wichtig.

Farblos bildet beim Fehlen von Farbe einen Gegensatz. Übertragen kann es eine wenig markante Darstellung kritisieren. Anschaulich hebt die Vorstellbarkeit hervor und liegt dann einer farbigen Schilderung nahe.

Schreibweise und Grammatik

Farbig wird mit a geschrieben und erhält die regelmäßigen Adjektivendungen: ein farbiger Druck, eine farbige Fläche und mit farbigen Stiften. Nach sein oder bei adverbialer Verwendung bleibt die Grundform erhalten. Eine Zeichnung farbig ausführen beschreibt die Art ihrer Gestaltung.

Steigerung

Die Vergleichsformen sind farbiger und am farbigsten. Je nach Satz geht es um stärkere Farbigkeit oder eine lebendigere Darstellung. Eine bloße Unterscheidung zwischen Farbabbildung und Schwarz-Weiß-Abbildung braucht dagegen meist keine Steigerung, sondern eine klare Angabe der jeweiligen Form.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfarbigerfarbigefarbigesfarbige
Genitivfarbigenfarbigerfarbigenfarbiger
Dativfarbigemfarbigerfarbigemfarbigen
Akkusativfarbigenfarbigefarbigesfarbige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfarbigefarbigefarbigefarbigen
Genitivfarbigenfarbigenfarbigenfarbigen
Dativfarbigenfarbigenfarbigenfarbigen
Akkusativfarbigenfarbigefarbigefarbigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfarbigerfarbigefarbigesfarbigen
Genitivfarbigenfarbigenfarbigenfarbigen
Dativfarbigenfarbigenfarbigenfarbigen
Akkusativfarbigenfarbigefarbigesfarbigen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Schreibwerkstatt überarbeitet Tim einen knappen Marktbericht. Er ergänzt das Rufen der Händler, klappernde Kisten und eine Kundin, die sorgfältig zwischen zwei Früchten wählt.

Die überarbeitete Schilderung wirkt farbiger. Ausgewählte Geräusche und kleine Handlungen machen die Szene lebendig. Die Veränderung betrifft die Darstellung, nicht automatisch den Wahrheitsgehalt des Berichts.

Der Absatz erklärt die bildliche Verwendung ohne sie auf tatsächliche Farben zu reduzieren. Er bewertet die Auswahl der Einzelheiten und lässt die Tatsachenprüfung als eigene Aufgabe erkennbar. Mehr Ausschmückung ist nur dann hilfreich, wenn sie zur beschriebenen Situation und zum Zweck des Texts passt.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.