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fassbar

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
fassbar
Worttrennung
fass·bar
Komparativ
fassbarer
Superlativ
am fassbarsten

Körperliche Greifbarkeit und geistige Verständlichkeit sind verschiedene Bezüge. Eine fassbarere Erklärung muss an nachvollziehbaren Merkmalen verglichen werden.

Formen und Verwendung im Detail

Fassbar bedeutet körperlich greifbar oder mit dem Verstand erfassbar. Je nach Zusammenhang geht es um einen Gegenstand, einen verständlichen Gedanken oder ein nachvollziehbares Geschehen.

Mit den Händen oder mit dem Denken erfassen

Im körperlichen Sinn kann etwas fassbar sein, weil es sich greifen oder wahrnehmen lässt. Übertragen wird das Wort häufig für abstrakte Sachverhalte gebraucht. Ein Beispiel macht einen komplizierten Gedanken fassbar: Man kann sich darunter etwas vorstellen und die Zusammenhänge besser verstehen.

„Kaum fassbar“ kann außerdem ausdrücken, dass ein Ereignis sehr überraschend oder emotional schwer zu begreifen ist. Damit wird nicht unbedingt bestritten, dass es geschehen ist. Jemand kann die Fakten kennen und trotzdem Mühe haben, sich deren Tragweite vorzustellen. Diese Verwendung ist von einer bloß unklar formulierten Erklärung zu unterscheiden.

Synonyme im Gebrauch

Greifbar passt zur körperlichen Bedeutung und wird ebenfalls übertragen gebraucht. Verständlich betont, dass eine Erklärung begriffen werden kann. Begreiflich kann auch heißen, dass eine Reaktion nachvollziehbar ist. Konkret hebt Anschaulichkeit und Bestimmtheit hervor. Nachvollziehbar passt zu Gedankengängen oder Abläufen; es bedeutet nicht automatisch, dass man ihnen zustimmt.

„Das Modell macht die räumliche Anordnung fassbar.“
„Das Modell macht die räumliche Anordnung verständlich.“

Die zweite Fassung betont das Verstehen. Fassbar kann zusätzlich die Anschaulichkeit hervorheben, weil das Modell ein abstraktes Verhältnis sichtbar oder greifbar darstellt.

„Für sie ist der plötzliche Erfolg noch kaum fassbar.“
„Für sie ist der plötzliche Erfolg noch kaum erklärbar.“

Die Aussagen unterscheiden sich. Kaum fassbar kann ihre Überraschung ausdrücken, obwohl sie die Gründe kennt. Kaum erklärbar stellt dagegen gerade die Erklärung des Erfolgs infrage.

Schreibung, Beugung und Steigerung

Fassbar wird mit doppeltem s geschrieben. Vor einem Nomen heißt es etwa ein fassbarer Gedanke oder eine schwer fassbare Entwicklung. Die Steigerung lautet fassbar – fassbarer – am fassbarsten. Sinnvoll ist sie beispielsweise beim Vergleich mehrerer Erklärungen. Das Wort gehört zum Verb fassen; unfassbar bildet das Gegenwort.

Beugung von fassbar

Die Tabellen zeigen die Grundstufe von fassbar vor einem Nomen. Die Endung richtet sich nach Fall, Geschlecht und Zahl sowie nach dem Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
Fall Maskulin Singular Feminin Singular Neutrum Singular Plural alle Genera
Nominativ fassbarer fassbare fassbares fassbare
Genitiv fassbaren fassbarer fassbaren fassbarer
Dativ fassbarem fassbarer fassbarem fassbaren
Akkusativ fassbaren fassbare fassbares fassbare
Schwache Beugung · nach der, die, das
Fall Maskulin Singular Feminin Singular Neutrum Singular Plural alle Genera
Nominativ fassbare fassbare fassbare fassbaren
Genitiv fassbaren fassbaren fassbaren fassbaren
Dativ fassbaren fassbaren fassbaren fassbaren
Akkusativ fassbaren fassbare fassbare fassbaren
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
Fall Maskulin Singular Feminin Singular Neutrum Singular Plural alle Genera
Nominativ fassbarer fassbare fassbares fassbaren
Genitiv fassbaren fassbaren fassbaren fassbaren
Dativ fassbaren fassbaren fassbaren fassbaren
Akkusativ fassbaren fassbare fassbares fassbaren

Abstraktes anschaulich machen

Eine Zahl allein bleibt manchmal schwer vorstellbar. Ein passender Vergleich, ein Modell oder ein konkretes Beispiel kann helfen. Der Vergleich muss jedoch zum Sachverhalt passen und darf keine falsche Größenordnung nahelegen. In einem Lerntext ist deshalb eine kurze Erklärung nützlich, welcher Teil des Vergleichs trägt und an welcher Stelle das Bild endet.