filigran
Filigran: sehr fein gegliedert oder aus zarten, kunstvoll wirkenden Teilen aufgebaut; ursprünglich auch unmittelbar auf Filigranarbeit bezogen.
Was bedeutet filigran?
Filigran beschreibt feine Strukturen und schmale, sorgfältig wirkende Einzelteile. Ein Schmuckstück kann filigran sein, wenn seine Gestaltung aus dünnen Linien und kleinen Verbindungen besteht. Das Wort lässt sich auch auf andere Gegenstände übertragen, deren Aufbau ähnlich fein erscheint.
Eine filigrane Brücke oder Zeichnung muss nicht aus demselben Material bestehen wie ein Schmuckstück. Übertragen wird der Eindruck der feinen Gliederung. Entscheidend ist die sichtbare oder beschreibbare Struktur, nicht eine bestimmte Materialart.
Filigran bedeutet nicht automatisch zerbrechlich. Ein Gegenstand kann leicht und fein aussehen und dennoch für seinen Zweck ausreichend belastbar sein. Für Aussagen über Haltbarkeit braucht es eigene Informationen. Auch klein und filigran sind verschieden: Ein großer Gegenstand kann einen sehr fein gegliederten Aufbau haben.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Das Fenster zeigt ein filigranes Muster aus schmalen Linien.“ Der Eindruck beruht auf der feinen Gliederung des Musters.
- „Die Konstruktion wirkt aus der Entfernung filigran.“ Der Satz beschreibt eine optische Wirkung; eine Tragfähigkeit wird damit nicht angegeben.
- „Die Zeichnerin ergänzt filigrane Details am Rand des Blattes.“ Gemeint sind fein ausgearbeitete Einzelheiten, nicht bloß eine kleine Gesamtzeichnung.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Feingliedrig liegt bei der Beschreibung eines Aufbaus nahe. Zart kann zusätzlich eine sanfte Wirkung oder Empfindlichkeit bezeichnen. Filigran lenkt den Blick stärker auf die feinen Formen und ihre Gliederung.
Zerbrechlich bezeichnet eine Anfälligkeit für Bruch und benötigt eine andere Begründung. Kunstvoll bewertet die Gestaltung als gekonnt. Ein grob und kräftig gearbeitetes Stück kann kunstvoll sein, ohne filigran zu wirken.
Schreibweise und Grammatik
Filigran wird mit i in den ersten beiden Silben und ohne doppelten Konsonanten geschrieben. Die Beugung lautet ein filigranes Muster, eine filigrane Struktur und mit filigranen Details. Das Adjektiv bleibt nach wirken unverändert. Das Nomen Filigran wird großgeschrieben.
Steigerung
Die Steigerung lautet filigraner und am filigransten. Sie vergleicht die Feinheit der Gliederung oder den entsprechenden Eindruck. Ein kleinerer Gegenstand ist dabei nicht allein wegen seiner Größe filigraner; entscheidend sind seine einzelnen Formen und Verbindungen.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | filigraner | filigrane | filigranes | filigrane |
| Genitiv | filigranen | filigraner | filigranen | filigraner |
| Dativ | filigranem | filigraner | filigranem | filigranen |
| Akkusativ | filigranen | filigrane | filigranes | filigrane |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | filigrane | filigrane | filigrane | filigranen |
| Genitiv | filigranen | filigranen | filigranen | filigranen |
| Dativ | filigranen | filigranen | filigranen | filigranen |
| Akkusativ | filigranen | filigrane | filigrane | filigranen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | filigraner | filigrane | filigranes | filigranen |
| Genitiv | filigranen | filigranen | filigranen | filigranen |
| Dativ | filigranen | filigranen | filigranen | filigranen |
| Akkusativ | filigranen | filigrane | filigranes | filigranen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Werkstattszene liegen zwei gleich große Schmuckentwürfe nebeneinander. Einer besteht aus breiten Flächen, der andere aus dünnen, ineinanderlaufenden Linien. Eine Besucherin betrachtet beide durch eine Lupe.
Der zweite Entwurf wirkt durch seine dünnen Linien filigraner. Der Vergleich bezieht sich auf die Gestaltung und nicht auf die Gesamtgröße. Ob der später hergestellte Schmuck empfindlich ist, lässt sich aus dem Entwurf allein nicht sicher beurteilen.
Der Absatz begründet das ästhetische Urteil mit sichtbaren Einzelheiten. Er trennt die Feinheit des Entwurfs von technischen Eigenschaften eines fertigen Gegenstands. Diese Unterscheidung hilft auch bei Architektur- und Bildbeschreibungen, vorschnelle Aussagen über Stabilität zu vermeiden.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
