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flott

Form & Grammatik

AdjektivJugendwort
Stichwort
flott
Worttrennung
flott
Komparativ
flotter
Superlativ
am flottesten

Vor Nomen gebeugt; nach Verben unverändert. Seemännisch frei schwimmend/fahrbereit vor allem prädikativ; Vergleich dort sachlich oft nicht sinnvoll.

Ältere Jugend- und Umgangssprache; keine Behauptung eines aktuellen Jugendtrends.

Die Steigerung lautet flotter und am flottesten. Bei Tempo oder schwungvoller Wirkung ist ein Vergleich gut möglich. Wenn ein Boot lediglich wieder frei schwimmt, ist die Unterscheidung flott oder noch festliegend oft genauer als eine Steigerung. Flotter vor einem Nomen kann auch die gebeugte Grundstufe sein.

Formen und Verwendung im Detail

Flott: zügig oder schwungvoll; umgangssprachlich auch schick beziehungsweise unbeschwert, in der Seefahrt frei schwimmend und fahrbereit.

Bedeutungen

1 Zügig vorankommen

Wer flott arbeitet oder geht, kommt rasch voran. Das umgangssprachliche Wort muss keine Hektik bedeuten.

„Mit dem vorbereiteten Material ging die Arbeit flott voran.“

Gemeint ist der zügige Ablauf. Sorgfalt und Geschwindigkeit schließen einander dabei nicht aus.

2 Schwungvoll wirken

Flotte Musik hat Schwung. Neben dem Tempo kann ihr lebhafter, beschwingter Charakter gemeint sein.

„Die Kapelle spielte ein flottes Stück, zu dem sich viele bewegten.“

Die Reaktion passt zur Musik; aus flott allein lässt sich keine bestimmte Zahl von Schlägen pro Minute ablesen.

3 Modisch oder ansprechend aussehen

Ein flotter Mantel wirkt schick. Bei Personen kann flott ein attraktives, unbekümmertes Auftreten bezeichnen; dann bleibt das Lob eine subjektive Einschätzung.

„Mit der kurzen Jacke sieht er flott aus.“

Das Aussehen wird gelobt. Der Satz behauptet nicht, dass die Person schnell läuft.

4 Lebenslustig und unbeschwert leben

Ein flottes Leben bezeichnet einen lebenslustigen, unbeschwerten Lebensstil. Je nach Zusammenhang kann auch Leichtlebigkeit anklingen.

„Im Roman führt die Figur ein flottes Leben mit vielen Festen.“

Das eigene Beispiel erläutert die Lebensweise. Ob der Erzähler sie bewundert oder kritisiert, muss der weitere Text zeigen.

5 Frei schwimmen oder wieder fahrbereit sein

In der Seefahrt ist ein Schiff flott, wenn es frei schwimmt beziehungsweise wieder fahrbereit ist. Übertragen kann ein repariertes Fahrzeug wieder flott sein.

„Nach der Reparatur war das alte Fahrrad wieder flott.“

Hier wird die wiederhergestellte Gebrauchsfähigkeit beschrieben, kein Geschwindigkeitsrekord.

Das Wort gehört auch zum Wortschatz älterer Jugend- und Umgangssprache. Seine heutige Verwendung ist nicht auf Jugendliche beschränkt.

Synonyme für flott: passend zum Zusammenhang

Flott kann Tempo, Schwung, modisches Aussehen oder wiederhergestellte Funktionsfähigkeit beschreiben. Die jeweilige Verbindung entscheidet über ein passendes Synonym. Ein flotter Mantel und ein flottes Arbeitstempo teilen nicht dieselbe Bedeutung, obwohl das Adjektiv in beiden Fällen anerkennend wirken kann.

zügig

Passend bei: Eine Arbeit oder Bewegung kommt ohne größere Verzögerung voran. Betont den zeitlichen Verlauf und ist meist sachlicher als das lebhaft klingende flott.

schwungvoll

Passend bei: Musik, Bewegung oder Auftreten besitzt Energie und Lebendigkeit. Beschreibt mehr als hohe Geschwindigkeit; auch ein gemäßigtes Musikstück kann Schwung besitzen.

schick

Passend bei: Kleidung oder Gestaltung wirkt modisch und ansprechend. Passt zur Aussehensbedeutung und enthält wie flott ein Geschmacksurteil, keine messbare Eigenschaft.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Die Helfer räumen flott auf.“

Alternative: „Die Helfer räumen zügig auf.“

Die Arbeit geht rasch voran. Zügig lässt die lockere, lebhafte Färbung zurücktreten und eignet sich daher gut für einen sachlichen Bericht über den Ablauf.

Ausgangssatz: „Die Band spielt eine flotte Melodie.“

Alternative: „Die Band spielt eine schwungvolle Melodie.“

Schwungvoll hebt den mitreißenden Charakter hervor. Schnell würde lediglich das Tempo beschreiben und könnte deshalb einen wichtigen Teil des ursprünglichen Lobs verlieren.

Nicht gleichbedeutend: Ein nach der Reparatur wieder flottes Fahrrad ist zunächst wieder fahrbereit. Es muss weder besonders schnell noch modisch aussehen.

Beim Formulieren: Fahrbereit kann prädikativ stehen: „Das Fahrrad ist fahrbereit.“ Bei flottmachen wird die Funktionsbedeutung als Tätigkeit ausgedrückt; der gesamte Satz muss entsprechend umgebaut werden.

Für Personen ist „eine flotte Frau“ leicht ungenau und kann altmodisch wirken. Beschreibe lieber, ob du ihre Kleidung, ihr Tempo oder ihr lebhaftes Auftreten meinst.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Flink verbindet Geschwindigkeit häufig mit geschickter Bewegung. Flott kann allgemeiner einen zügigen Ablauf meinen. Hektisch beschreibt dagegen Unruhe; flotte Arbeit kann geordnet geschehen.

Schick passt zur Kleidung, schwungvoll zur Musik und fahrbereit zum Fahrzeug. Keines dieser Wörter ersetzt flott in allen Bedeutungen. Die passende Entsprechung ergibt sich erst aus der Verbindung mit dem beschriebenen Gegenstand.

Beispiele und Verwendung

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Werkstattszene reparieren zwei Freunde ein altes Fahrrad. Einer ordnet die benötigten Teile, der andere setzt sie ein. Die Arbeit geht flott voran. Am Ende dreht sich das zuvor blockierte Rad wieder frei.

Die Szene verwendet flott in zwei zusammenhängenden, aber verschiedenen Richtungen. Die geordnete Zusammenarbeit ermöglicht ein zügiges Arbeitstempo. Das Fahrrad ist anschließend wieder flott, weil es nach der Reparatur gebraucht werden kann.

Die Erklärung macht die Mehrdeutigkeit am konkreten Ablauf sichtbar. Aus dem zügigen Arbeiten folgt noch keine Aussage über außergewöhnliche Geschicklichkeit in allen Bereichen. Ebenso bedeutet die wiederhergestellte Funktion nicht, dass das Fahrrad nun besonders schnell fährt.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.

Weitere eigene Beispiele

  • „Mit dem vorbereiteten Material ging die Arbeit flott voran.“ Gemeint ist der zügige Ablauf.
  • „Die Kapelle spielte ein flottes Stück, zu dem sich viele bewegten.“ Schwung und Rhythmus stehen im Vordergrund.
  • „Nach der Reparatur war das alte Fahrrad wieder flott.“ Hier wird wiederhergestellte Gebrauchsfähigkeit beschrieben, kein Geschwindigkeitsrekord.

Grammatik und Beugung

Flott wird mit zwei t am Wortende geschrieben. Die Beugung lautet ein flotter Schritt, eine flotte Melodie und mit flotten Bewegungen. Nach vorankommen oder aussehen bleibt die Grundform. Im Ausdruck das Boot ist wieder flott trägt der Satz die seemännische Bedeutung.

Steigerung

Die Steigerung lautet flotter und am flottesten. Bei Tempo oder schwungvoller Wirkung ist ein Vergleich gut möglich. Wenn ein Boot lediglich wieder frei schwimmt, ist die Unterscheidung flott oder noch festliegend oft genauer als eine Steigerung. Flotter vor einem Nomen kann auch die gebeugte Grundstufe sein.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativflotterflotteflottesflotte
Genitivflottenflotterflottenflotter
Dativflottemflotterflottemflotten
Akkusativflottenflotteflottesflotte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativflotteflotteflotteflotten
Genitivflottenflottenflottenflotten
Dativflottenflottenflottenflotten
Akkusativflottenflotteflotteflotten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativflotterflotteflottesflotten
Genitivflottenflottenflottenflotten
Dativflottenflottenflottenflotten
Akkusativflottenflotteflottesflotten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Was heißt flott machen?

Flott machen! kann umgangssprachlich „Beeil dich!“ heißen: „Mach flott, der Bus kommt gleich.“ Das ist eine Aufforderung zur Eile. Dagegen bedeutet ein Fahrrad flottmachen, es wieder gebrauchsfähig zu machen; hier steht das Verb zusammen.

Einen Flotten haben

Einen Flotten haben oder bekommen bedeutet salopp, Durchfall zu haben oder zu bekommen: „Im Gespräch sagte er, er habe seit dem Morgen einen Flotten.“ Die Wendung benennt ein körperliches Problem und eignet sich nicht als sachliche medizinische Beschreibung. Sie ist von flottem Tempo und einem flottgemachten Fahrzeug zu unterscheiden.