gemeinfrei

Gemeinfrei: Nicht oder nicht mehr urheberrechtlich geschützt; ein Begriff für den Schutzstatus eines Werks, nicht für seinen Preis.

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Was bedeutet gemeinfrei?

Gemeinfrei beschreibt im Urheberrechtszusammenhang den fehlenden urheberrechtlichen Schutz eines Werks. Dazu können Werke gehören, deren Schutzfrist abgelaufen ist. Bestimmte Inhalte sind auch gesetzlich vom Urheberrechtsschutz ausgenommen. Die Bezeichnung betrifft damit einen rechtlichen Status und nicht bloß den Zugang zu einer Datei.

Ein Text kann kostenlos im Internet stehen und trotzdem urheberrechtlich geschützt sein. Umgekehrt kann eine gedruckte Ausgabe eines gemeinfreien Textes Geld kosten. Verfügbarkeit, Verkaufspreis und Schutzstatus sind verschiedene Eigenschaften, die bei einer genauen Beschreibung getrennt werden sollten.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Sammlung enthält gemeinfreie Texte aus älteren Ausgaben.“ Die Aussage betrifft den urheberrechtlichen Status der Texte.
  • „Das kostenlose Foto ist nicht allein deshalb gemeinfrei.“ Ein Preis von null belegt keinen fehlenden Urheberrechtsschutz.
  • „Die neue Übersetzung ist getrennt vom gemeinfreien Ausgangstext zu betrachten.“ Verschiedene schöpferische Leistungen können unterschiedliche Schutzlagen haben.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Kostenlos oder gebührenfrei bezieht sich auf eine Zahlung. Öffentlich zugänglich sagt, dass man auf etwas zugreifen kann. Keiner dieser Ausdrücke ist ein vollständiges Synonym für gemeinfrei.

Frei lizenziert bezeichnet eine Erlaubnis unter bestimmten Lizenzbedingungen. Das Werk kann dabei weiterhin urheberrechtlich geschützt sein. Auch rechtefrei ist als pauschale Ersatzbezeichnung ungenau, weil eine konkrete Nutzung zusätzlich andere Rechte betreffen kann. Entscheidend ist, welche rechtliche Ebene gerade beschrieben wird.

Schreibweise und Grammatik

Gemeinfrei wird zusammengeschrieben. Regelmäßige Formen sind ein gemeinfreier Text, eine gemeinfreie Komposition, mit gemeinfreien Werken. Die Buchstabenfolge ei bleibt auch vor den Endungen erhalten. Nach sein steht die Grundform: Der Ausgangstext ist gemeinfrei. Das zugehörige Nomen lautet Gemeinfreiheit und wird großgeschrieben.

Steigerung

Als Bezeichnung eines Schutzstatus wird gemeinfrei normalerweise nicht gesteigert. Ein Text ist nicht „gemeinfreier“, weil er leichter herunterzuladen ist. Für solche Unterschiede passen besser zugänglich oder leichter nutzbar, sofern genau dieser praktische Gesichtspunkt gemeint ist.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgemeinfreiergemeinfreiegemeinfreiesgemeinfreie
Genitivgemeinfreiengemeinfreiergemeinfreiengemeinfreier
Dativgemeinfreiemgemeinfreiergemeinfreiemgemeinfreien
Akkusativgemeinfreiengemeinfreiegemeinfreiesgemeinfreie
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgemeinfreiegemeinfreiegemeinfreiegemeinfreien
Genitivgemeinfreiengemeinfreiengemeinfreiengemeinfreien
Dativgemeinfreiengemeinfreiengemeinfreiengemeinfreien
Akkusativgemeinfreiengemeinfreiegemeinfreiegemeinfreien
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgemeinfreiergemeinfreiegemeinfreiesgemeinfreien
Genitivgemeinfreiengemeinfreiengemeinfreiengemeinfreien
Dativgemeinfreiengemeinfreiengemeinfreiengemeinfreien
Akkusativgemeinfreiengemeinfreiegemeinfreiesgemeinfreien

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Literaturgruppe plant ein Heft mit einem älteren Originaltext und einer neuen Übersetzung. Für das Beispiel ist die Gemeinfreiheit des Originaltexts bereits geklärt. Die Gruppe bemerkt, dass die Übersetzung von einer späteren Person geschaffen wurde.

Der gemeinfreie Originaltext und die neue Übersetzung sind als getrennte Beiträge zu behandeln. Die geklärte Schutzlage des Originals beantwortet die Frage nach der Übersetzung noch nicht. Das Heft verzeichnet deshalb für jede verwendete Fassung eine eigene Prüfung.

Der Absatz erklärt die Reichweite des Wortes an einer ausdrücklich erfundenen Planung. Er erteilt keine Freigabe für ein wirkliches Werk. Welche Rechtsordnung, Fassung und weiteren Rechte eine konkrete Nutzung betreffen, lässt sich aus dem Adjektiv allein nicht ablesen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.