glottal

Glottal: In der Lautlehre: an der Stimmritze im Kehlkopf gebildet.

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Was bedeutet glottal?

Glottal bezeichnet einen Artikulationsort. Die Lautbildung wird der Stimmritze, fachsprachlich Glottis, im Kehlkopf zugeordnet. Die Bezeichnung erklärt also, wo ein bestimmter lautbildender Vorgang stattfindet. Sie sagt für sich allein noch nicht, wie laut, lang oder angenehm ein Laut klingt.

Ein wichtiges Beispiel ist der glottale Verschlusslaut, auch Glottisverschlusslaut oder Knacklaut genannt. Bei seiner Bildung wird die Stimmritze geschlossen und anschließend wieder geöffnet. Glottal nennt dabei den Ort, Verschlusslaut die Art der Bildung. Diese beiden Informationen ergänzen sich und sollten nicht miteinander verwechselt werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Übung behandelt einen glottalen Verschlusslaut.“ Das Adjektiv ordnet die Bildung der Stimmritze zu.
  • „Die Beschreibung unterscheidet Artikulationsort und Artikulationsart.“ Glottal beantwortet die Frage nach dem Ort; Verschlusslaut beschreibt einen anderen Aspekt.
  • „Die Aufnahme enthält einen kurzen glottalen Verschluss.“ Kurz nennt zusätzlich die Dauer und ist nicht bereits in glottal enthalten.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Stimmhaft betrifft die Beteiligung schwingender Stimmlippen bei der Lautbildung. Glottal bezeichnet dagegen eine Artikulationsstelle. Dass bei einem Laut die Stimme beteiligt ist, macht ihn nicht automatisch zu einem glottalen Laut.

Guttural wird weiter für im hinteren Mund- oder Rachenbereich gebildete beziehungsweise so wahrgenommene Laute verwendet und ist in der Alltagssprache weniger genau. Für eine fachliche Einordnung sollte deshalb der tatsächlich gemeinte Artikulationsort genannt werden. Eine bloß raue oder tiefe Stimme ist keine ausreichende Begründung für glottal.

Schreibweise und Grammatik

Glottal wird mit doppeltem t und einfachem l am Ende geschrieben. Die Betonung liegt auf der letzten Silbe. Formen sind ein glottaler Laut, eine glottale Bildung, mit glottalen Verschlüssen. In einer fachlichen Kurzbeschreibung kann das Wort nach sein stehen: Der Artikulationsort ist glottal.

Steigerung

Als Bezeichnung eines Artikulationsorts wird glottal gewöhnlich nicht gesteigert. Ein stärker ausgeprägter oder längerer Verschluss lässt sich genauer mit diesen Angaben beschreiben. Glottaler Laut enthält nur die Beugungsendung der Grundstufe; er ist nicht glottaler als ein anderer Laut.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativglottalerglottaleglottalesglottale
Genitivglottalenglottalerglottalenglottaler
Dativglottalemglottalerglottalemglottalen
Akkusativglottalenglottaleglottalesglottale
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativglottaleglottaleglottaleglottalen
Genitivglottalenglottalenglottalenglottalen
Dativglottalenglottalenglottalenglottalen
Akkusativglottalenglottaleglottaleglottalen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativglottalerglottaleglottalesglottalen
Genitivglottalenglottalenglottalenglottalen
Dativglottalenglottalenglottalenglottalen
Akkusativglottalenglottaleglottalesglottalen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einem erfundenen Lautlehreseminar ordnet eine Gruppe Beschreibungen auf Karten. Auf einer Karte steht glottal, auf einer anderen Verschlusslaut. Eine Teilnehmerin legt beide zu einer gemeinsamen Lautbeschreibung zusammen und erklärt anschließend die unterschiedliche Funktion der beiden Angaben.

Die Teilnehmerin verbindet glottal und Verschlusslaut, weil die Wörter verschiedene Merkmale derselben Lautbildung benennen. Das erste nennt die Stimmritze als Ort, das zweite den Verschluss mit anschließender Öffnung. Die Kombination macht die Beschreibung genauer.

Der Absatz erläutert fachliche Kategorien anhand einer erfundenen Lernaufgabe. Er beurteilt keine reale Aufnahme und behauptet keine Besonderheit einer bestimmten Sprechergruppe. Für die Untersuchung tatsächlicher Aussprache wären die konkrete Lautfolge und ihr sprachlicher Zusammenhang zusätzlich nötig.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.