gregorianisch

Gregorianisch: Auf bestimmte nach Gregor benannte kirchliche oder historische Zusammenhänge bezogen, besonders den gregorianischen Choral und den gregorianischen Kalender.

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Was bedeutet gregorianisch?

Gregorianisch begegnet vor allem in zwei festen Fachverbindungen. Der gregorianische Choral ist eine Tradition einstimmigen liturgischen Gesangs. Der gregorianische Kalender ist ein System der Zeitrechnung. Beide Bezeichnungen enthalten denselben Namensbezug, betreffen aber verschiedene Gegenstände und verschiedene historische Personen.

Beim Choral bezieht sich die Benennung auf Papst Gregor I. Sie bedeutet nicht, dass er sämtliche Gesänge komponiert hätte. Die Kalenderbezeichnung hängt dagegen mit der unter Papst Gregor XIII. eingeführten Reform zusammen. Eine Erklärung sollte diese beiden Gregore und die beiden Sachgebiete nicht vermischen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Das Ensemble trägt einen gregorianischen Choral vor.“ Die Bezeichnung ordnet den Gesang einer bestimmten liturgischen Tradition zu.
  • „Die Datumsangabe folgt dem gregorianischen Kalender.“ Hier betrifft das Adjektiv die Zeitrechnung.
  • „Die Ausstellung erklärt die beiden unterschiedlichen Bezüge von gregorianisch.“ Die gemeinsame Wortform wird nicht mit einer identischen Entstehungsgeschichte gleichgesetzt.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Kirchlich ist weiter: Nicht jeder kirchliche Gesang ist gregorianisch. Einstimmig bedeutet beim Choral außerdem nicht, dass nur eine Person singt; mehrere Stimmen können dieselbe Melodie gemeinsam ausführen.

Julianisch bezeichnet ein anderes Kalendersystem. Ein wichtiger Unterschied liegt in der Schaltregel: Im gregorianischen Kalender sind durch hundert teilbare Jahre nur dann Schaltjahre, wenn sie auch durch vierhundert teilbar sind. So ist 2400 nach dieser Regel ein Schaltjahr, 2300 dagegen nicht. Die beiden Kalenderwörter sind keine austauschbaren Stilvarianten.

Schreibweise und Grammatik

Gregorianisch wird mit der Folge -orianisch geschrieben. Formen sind ein gregorianischer Gesang, eine gregorianische Melodie, nach gregorianischen Regeln. In den gewöhnlichen Verbindungen gregorianischer Kalender und gregorianischer Choral wird das Adjektiv kleingeschrieben. Das Substantiv Gregorianik bezeichnet die entsprechende Gesangstradition beziehungsweise die Beschäftigung mit ihr.

Steigerung

Als Zuordnung zu einer Gesangstradition oder einem Kalendersystem wird gregorianisch gewöhnlich nicht gesteigert. Eine Darbietung kann bestimmten Merkmalen stärker entsprechen; diese Merkmale sollten dann ausdrücklich genannt werden. Gregorianischer Kalender enthält eine Beugungsendung und keinen Vergleichsgrad.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgregorianischergregorianischegregorianischesgregorianische
Genitivgregorianischengregorianischergregorianischengregorianischer
Dativgregorianischemgregorianischergregorianischemgregorianischen
Akkusativgregorianischengregorianischegregorianischesgregorianische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgregorianischegregorianischegregorianischegregorianischen
Genitivgregorianischengregorianischengregorianischengregorianischen
Dativgregorianischengregorianischengregorianischengregorianischen
Akkusativgregorianischengregorianischegregorianischegregorianischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgregorianischergregorianischegregorianischesgregorianischen
Genitivgregorianischengregorianischengregorianischengregorianischen
Dativgregorianischengregorianischengregorianischengregorianischen
Akkusativgregorianischengregorianischegregorianischesgregorianischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Führung liest eine Gruppe zuerst eine Erläuterung zu einer Kalenderreform und hört anschließend einen gregorianischen Gesang. Eine Teilnehmerin fragt, ob beides auf denselben Papst zurückgehe. Die Führung trennt daraufhin den Bezug auf Gregor XIII. vom Namen Gregors I.

Die beiden Verwendungen von gregorianisch gehören zu unterschiedlichen historischen Zusammenhängen. Die Kalenderreform und die Benennung des Chorals dürfen nicht zu einem einzigen Vorgang zusammengezogen werden. Das gemeinsame Adjektiv allein erklärt noch keine gemeinsame Urheberschaft.

Der Absatz verdeutlicht eine mögliche Verwechslung und korrigiert sie durch die jeweiligen Bezugsgrößen. Er behauptet weder, ein einzelner Papst habe die Musik geschaffen, noch, eine Kalenderreform sei überall gleichzeitig übernommen worden. Für solche weitergehenden Fragen wären eigene historische Untersuchungen nötig.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.