hager

Hager: Auffallend schlank und knochig wirkend; meist auf den menschlichen Körper oder einzelne Körperpartien bezogen.

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Was bedeutet hager?

Hager beschreibt einen schmalen Körperbau, bei dem etwa Knochen oder Gesichtszüge deutlich hervortreten. Ein hageres Gesicht wirkt entsprechend schmal und wenig füllig. Das Wort gehört zur äußeren Beschreibung und enthält zunächst keine Aussage über das Verhalten eines Menschen.

In Erzählungen kann eine hagere Gestalt einen bestimmten ersten Eindruck erzeugen. Welche Wirkung tatsächlich entsteht, hängt aber von weiteren Merkmalen ab: Haltung, Kleidung, Bewegung und erzählerischer Perspektive. Hager bedeutet weder automatisch streng noch unfreundlich.

Auch der Gesundheitszustand lässt sich aus dieser Bezeichnung allein nicht erschließen. Wer eine Figur als hager beschreibt, beobachtet oder vermittelt einen körperlichen Eindruck. Eine Ursache wie Krankheit, Anstrengung oder geringe Nahrungsaufnahme müsste der Text zusätzlich belegen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Eine hagere Frau mit einem großen Skizzenbuch betritt den Raum.“ Die Körperbeschreibung hilft, die Figur bildlich vorzustellen.
  • „Das Seitenlicht lässt sein Gesicht noch hagerer erscheinen.“ Beschrieben wird eine veränderte optische Wirkung.
  • „Trotz seiner hageren Gestalt bewegt sich der Mann kraftvoll.“ Schmaler Körperbau und Bewegung werden getrennt wahrgenommen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Schlank ist eine breitere und häufig günstig bewertete Beschreibung. Hager betont stärker das Knochige und wenig Füllige. Dürr kann diesen Eindruck noch schärfer oder abwertender ausdrücken.

Ausgemergelt legt eine körperliche Auszehrung nahe und geht damit über eine reine Beschreibung der Gestalt hinaus. In einer sachlichen Figurenbeschreibung sollte deshalb das Wort gewählt werden, das von den tatsächlichen Angaben getragen wird. Ein schmaler Körper belegt keine bestimmte Lebensgeschichte.

Schreibweise und Grammatik

Hager wird mit einem g geschrieben. Regelmäßige Formen sind ein hagerer Mann, eine hagere Gestalt und mit hagerem Gesicht. Daneben kann das unbetonte e entfallen, etwa in ein hagrer Mann. Die Tabellen zeigen die Formen mit erhaltenem e.

Steigerung

Die Steigerung lautet hager – hagerer – am hagersten; auch hagrer kommt als Komparativ vor. Ob die Form ein Vergleich ist, entscheidet der Satz: ein hagerer Mann ist Grundstufe, er wirkt hagerer als zuvor ein Vergleich.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhagererhagerehagereshagere
Genitivhagerenhagererhagerenhagerer
Dativhageremhagererhageremhageren
Akkusativhagerenhagerehagereshagere
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhagerehagerehagerehageren
Genitivhagerenhagerenhagerenhageren
Dativhagerenhagerenhagerenhageren
Akkusativhagerenhagerehagerehageren
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhagererhagerehagereshageren
Genitivhagerenhagerenhagerenhageren
Dativhagerenhagerenhagerenhageren
Akkusativhagerenhagerehagereshageren

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung wird ein Neuankömmling als hager beschrieben. Er wartet geduldig, hebt einem Kind den heruntergefallenen Stift auf und spricht freundlich. Eine Schülerin möchte ihn zunächst allein wegen seines Aussehens als abweisend charakterisieren.

Die hagere Gestalt gehört zur äußeren Beschreibung. Für das Verhalten sind dagegen das geduldige Warten und die Hilfeleistung aussagekräftig. Sie sprechen in dieser Szene für Rücksichtnahme und erlauben keine Deutung als abweisend.

Das Beispiel trennt äußere Erscheinung und Verhalten. Eine gute Charakterisierung führt beides zusammen, ohne körperliche Merkmale als Beweis für eine Persönlichkeit zu behandeln.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.