hochachtungsvoll
Form & Grammatik
- Stichwort
- hochachtungsvoll
- Worttrennung
- hoch·ach·tungs·voll
- Gebrauch
- unveränderlich; keine Deklination in der hier erklärten adverbialen Verwendung
Unveränderliche, sehr förmliche Briefschlussformel. Sie wird nicht nach den angesprochenen Personen gebeugt oder gesteigert.
Hochachtungsvoll: Adverb beziehungsweise feste Briefschlussformel mit der Bedeutung mit großer Achtung; vor allem in sehr förmlicher schriftlicher Kommunikation.
Was bedeutet hochachtungsvoll?
Hochachtungsvoll begegnet besonders am Ende eines förmlichen Briefes. Die Formel drückt ihrem Wortlaut nach Hochachtung aus und markiert einen distanzierten, feierlichen oder sehr formellen Umgang. Sie ist keine übliche vertrauliche Verabschiedung unter Freunden.
Die Briefschlussformel beweist nicht für sich allein, welche Gefühle die schreibende Person tatsächlich hat. Sie kann einer Schreibkonvention folgen oder gezielt einen förmlichen Ton erzeugen. In einer Textanalyse sollten deshalb der übrige Brief, sein Anlass und das Verhältnis der Beteiligten mitgelesen werden.
Eine feste negative Nebenbedeutung sollte dem Ausdruck nicht pauschal unterstellt werden. In einem bestimmten Streitbrief kann er kühl oder demonstrativ distanziert wirken; aus einem einzelnen Wort allein folgt jedoch weder Spott noch Ablehnung. Die Wirkung entsteht im Zusammenhang.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Der förmliche Brief endet mit Hochachtungsvoll.“ Die Formel markiert einen sehr formellen Abschluss.
- „Sie schreibt: Ich verbleibe hochachtungsvoll.“ In den Satz eingebunden steht das Wort klein.
- „Die Figur verwendet dieselbe Schlussformel in mehreren amtlichen Schreiben.“ Das wiederkehrende Muster kann auf eine Schreibkonvention hinweisen.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Respektvoll beschreibt allgemeiner einen achtungsvollen Umgang und kann regulär vor einem Nomen stehen: eine respektvolle Antwort. Hochachtungsvoll ist vor allem als feste, unveränderte Schlussformel gebräuchlich.
Freundlich bezeichnet ein entgegenkommendes Auftreten. Mit freundlichen Grüßen ist eine andere Briefschlussformel. Die Wahl einer Formel sagt nicht automatisch, wie persönlich verbunden oder tatsächlich hilfsbereit die Beteiligten sind.
Schreibweise und Grammatik
Hochachtungsvoll wird zusammengeschrieben, mit s zwischen Achtung und voll sowie ll am Ende. In der üblichen Briefschlussfunktion ist es unveränderlich und wird als Adverb gebraucht. Manche Wörterbücher ordnen das Wort auch als Adjektiv ein; daraus sollte für die feste Formel keine gewöhnliche attributive Verwendung abgeleitet werden. Am Beginn der alleinstehenden Schlussformel steht Hochachtungsvoll groß, im Satz etwa ich verbleibe hochachtungsvoll klein.
Steigerung
Die feste Briefschlussformel wird nicht gesteigert. Sie verändert ihre Form auch nicht nach Geschlecht oder Zahl der angesprochenen Personen. Für eine vergleichende Beschreibung des Tons kann man förmlicher, distanzierter oder respektvoller schreiben, sofern der vollständige Text diese Bewertung trägt.
Unveränderte Briefschlussformel
| Stellung | Beispiel |
|---|---|
| Alleinstehende Schlussformel | Hochachtungsvoll |
| In einen Satz eingebunden | Ich verbleibe hochachtungsvoll. |
| Reguläres Adjektiv als Alternative | eine respektvolle Antwort |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung schließt eine Figur einen sachlichen Brief mit Hochachtungsvoll. Im Brief bedankt sie sich für eine genaue Auskunft und stellt anschließend eine Rückfrage. Ein Schüler deutet die Schlussformel zunächst als sicheren Ausdruck von Ärger.
Die Formel Hochachtungsvoll kennzeichnet den Brief als sehr förmlich. Ärger ist dadurch allein nicht nachgewiesen. Der Dank und die sachliche Rückfrage müssen ebenso berücksichtigt werden. Eine begründete Deutung beschreibt zunächst den distanzierten Stil und prüft anschließend weitere Hinweise auf die Haltung der Figur.
Die Musterformulierung trennt sprachliche Konvention und innere Einstellung. Sie erklärt die mögliche Wirkung, ohne der Figur unbelegte Gefühle zuzuschreiben. Gerade bei festen Formeln ist diese Unterscheidung für das Verständnis einer Erzähler- oder Figurenstimme hilfreich.
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