hydrophob

Hydrophob: Wasser schlecht annehmend; bei Oberflächen: wasserabweisend und von Wasser schlecht benetzbar.

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Was bedeutet hydrophob?

Hydrophob beschreibt schwache Benetzbarkeit durch Wasser beziehungsweise einen entsprechenden chemischen Bezug. Auf einer hydrophoben Oberfläche bleibt Wasser eher in Tropfen zusammen, statt sich flächig auszubreiten. Der Ausdruck ist in Chemie und Materialforschung gebräuchlich und bewertet keine menschliche Einstellung.

Die vereinfachende Umschreibung wasserscheu ist bildlich gemeint. Ein Stoff hat keine Angst. Für die genaue Erklärung muss außerdem zwischen einer Oberfläche, einzelnen Molekülgruppen und einem ganzen Material unterschieden werden. Eine wasserabweisende Oberfläche macht ein Kleidungsstück beispielsweise nicht automatisch unter allen Bedingungen wasserdicht.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die hydrophobe Beschichtung lässt Wasser eher in Tropfen stehen.“ Das Beispiel beschreibt die Benetzung der Oberfläche.
  • „Die Untersuchung vergleicht hydrophobe Bereiche verschiedener Moleküle.“ Das Adjektiv bezieht sich auf chemische Teilbereiche, nicht auf ein sichtbares Abperlen.
  • „Der Stoff ist oberflächlich hydrophob behandelt.“ Über Nähte, Poren und die Wasserdichtigkeit des fertigen Gegenstands ist damit noch nichts Abschließendes gesagt.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Hydrophil kennzeichnet eine gute Wechselwirkung mit Wasser beziehungsweise eine gute Benetzbarkeit. Wasserdicht betrifft dagegen das Durchdringen eines Gegenstands durch Wasser. Eine Oberflächeneigenschaft und die Dichtigkeit eines gesamten Aufbaus sind unterschiedliche Aussagen.

Auch trocken ist kein Synonym. Eine trockene Oberfläche kann später gut benetzt werden; eine hydrophobe Oberfläche kann trotzdem Wassertropfen tragen. Hygroskopisch betrifft wiederum die Aufnahme von Feuchtigkeit aus der Luft. Das ist ein anderer Vorgang als die beobachtete Tropfenbildung.

Schreibweise und Grammatik

Hydrophob wird mit y, ph und abschließendem b geschrieben. Formen sind ein hydrophober Bereich, eine hydrophobe Schicht, mit hydrophoben Oberflächen. Es handelt sich um ein regelmäßig gebeugtes Adjektiv. Nach sein bleibt die Grundform endungslos: Die Oberfläche ist hydrophob.

Steigerung

Abstufungen können als hydrophob, hydrophober, am hydrophobsten ausgedrückt werden. In Fachtexten sollten die verglichenen Bedingungen und die Messgröße angegeben werden. Die häufig untersuchte Tropfenform lässt sich beispielsweise über den Kontaktwinkel beschreiben. Ein stärkeres Abperlen allein sagt noch nichts über alle anderen Materialeigenschaften aus.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhydrophoberhydrophobehydrophobeshydrophobe
Genitivhydrophobenhydrophoberhydrophobenhydrophober
Dativhydrophobemhydrophoberhydrophobemhydrophoben
Akkusativhydrophobenhydrophobehydrophobeshydrophobe
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhydrophobehydrophobehydrophobehydrophoben
Genitivhydrophobenhydrophobenhydrophobenhydrophoben
Dativhydrophobenhydrophobenhydrophobenhydrophoben
Akkusativhydrophobenhydrophobehydrophobehydrophoben
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhydrophoberhydrophobehydrophobeshydrophoben
Genitivhydrophobenhydrophobenhydrophobenhydrophoben
Dativhydrophobenhydrophobenhydrophobenhydrophoben
Akkusativhydrophobenhydrophobehydrophobeshydrophoben

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Ausstellung zeigt eine Station Wassertropfen auf einer behandelten Platte. Ein Besucher schließt daraus, das Material sei für jede wasserdichte Tasche geeignet. Die Begleitperson weist darauf hin, dass nur die Oberfläche eines Plättchens untersucht wurde.

Die Platte besitzt eine hydrophobe Oberfläche, auf der sich Wasser zu Tropfen sammelt. Das zeigt eine geringe Benetzbarkeit unter den Versuchsbedingungen. Ob eine daraus gefertigte Tasche dicht wäre, müsste am fertigen Aufbau einschließlich Verbindungen und Nähten geprüft werden.

Das Beispiel verhindert eine verbreitete Gleichsetzung von wasserabweisend und wasserdicht. Es ist eine erfundene Erklärungssituation und keine Produktempfehlung. Für eine sachliche Beschreibung sollten daher das geprüfte Merkmal und die Grenzen der Prüfung ausdrücklich genannt werden. Die bloße Fachwortverwendung macht eine weitergehende Behauptung nicht genauer.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.