hypophrygisch
Hypophrygisch: Den vierten Kirchenton bezeichnend: die plagale Partnerform des phrygischen Modus.
Was bedeutet hypophrygisch?
Hypophrygisch ist eine musikalische Modusbezeichnung. Im üblichen untransponierten Schema liegt die Finalis auf e. Der vorgesehene Tonraum reicht von H bis h und umfasst damit auch Töne unterhalb dieser Finalis. Die Bezeichnung lautet traditionell auch vierter Ton oder deuterus plagalis.
Der Rezitationston liegt im geläufigen Schema auf a. Er ist ein hervorgehobener Ton des Melodieverlaufs und nicht mit dem abschließenden Bezugston e gleichzusetzen. Für das Verständnis sind somit mehrere Funktionen wichtig. Eine Tonleiterdarstellung ordnet den Tonvorrat, bildet aber noch nicht sämtliche Eigenschaften eines historischen Gesangs ab.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Übung erläutert einen hypophrygischen Melodieverlauf.“ Das Wort ordnet die Melodie einem bestimmten plagalen Modus zu.
- „Im hypophrygischen Schema sind e und a unterschiedlich markiert.“ Die Markierung kann Finalis und Rezitationston auseinanderhalten.
- „Der Kommentar nennt den vierten Ton hypophrygisch.“ Die Zahl bezeichnet die Stellung im traditionellen System, keine Tonhöhe.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Phrygisch ist die authentische Partnerform mit derselben regulären Finalis e. Hypophrygisch hebt die plagale Lage des Tonraums hervor. Ein tiefer gesungenes phrygisches Stück wird deshalb nicht allein durch die tiefere Stimmlage hypophrygisch.
Hypodorisch ist der zweite Kirchenton und hat im untransponierten Schema d als Finalis. Der ähnlich klingende Ausdruck hypophrenisch gehört dagegen zur Anatomie und bedeutet unterhalb des Zwerchfells gelegen. Gerade in geschriebenen Fachtexten ist die unterschiedliche Buchstabenfolge entscheidend.
Schreibweise und Grammatik
Hypophrygisch wird mit phrygisch nach hypo- geschrieben. Es enthält zwei y. Die Formen lauten ein hypophrygischer Modus, eine hypophrygische Melodie, in hypophrygischen Wendungen. Das Adjektiv erhält normale Beugungsendungen. Bei substantivischer Verwendung steht das Hypophrygische groß.
Steigerung
Als Name einer modalen Zuordnung wird hypophrygisch gewöhnlich nicht gesteigert. Eine stärkere Hervorhebung des Rezitationstons oder ein veränderter Umfang sind genauer zu benennen. Die Form hypophrygischer kann einfach Nominativ Maskulinum sein und bezeichnet dann keinen höheren Grad.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | hypophrygischer | hypophrygische | hypophrygisches | hypophrygische |
| Genitiv | hypophrygischen | hypophrygischer | hypophrygischen | hypophrygischer |
| Dativ | hypophrygischem | hypophrygischer | hypophrygischem | hypophrygischen |
| Akkusativ | hypophrygischen | hypophrygische | hypophrygisches | hypophrygische |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | hypophrygische | hypophrygische | hypophrygische | hypophrygischen |
| Genitiv | hypophrygischen | hypophrygischen | hypophrygischen | hypophrygischen |
| Dativ | hypophrygischen | hypophrygischen | hypophrygischen | hypophrygischen |
| Akkusativ | hypophrygischen | hypophrygische | hypophrygische | hypophrygischen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | hypophrygischer | hypophrygische | hypophrygisches | hypophrygischen |
| Genitiv | hypophrygischen | hypophrygischen | hypophrygischen | hypophrygischen |
| Dativ | hypophrygischen | hypophrygischen | hypophrygischen | hypophrygischen |
| Akkusativ | hypophrygischen | hypophrygische | hypophrygisches | hypophrygischen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Hörübung kehrt eine Modellmelodie wiederholt zu a zurück und endet schließlich auf e. Ein Teilnehmer nennt a deshalb sofort den Schlusston des Modus. Die Kursleiterin unterscheidet den häufig hervorgehobenen Ton vom tatsächlich abschließenden Bezugston.
Im hypophrygischen Grundschema kann a als Rezitationston besonders hervortreten, während e die Finalis bleibt. Häufigkeit und Schlussfunktion sind verschiedene Merkmale. Die Analyse muss daher erläutern, welche Rolle der jeweilige Ton im Melodieverlauf erfüllt.
Die kleine Modellmelodie ist eigens für die Erklärung gedacht und kein überlieferter Choral. Das bloße Vorkommen von e und a beweist für sich noch keinen hypophrygischen Modus. Für eine tragfähige Einordnung wären Tonraum und weitere melodische Merkmale nötig. Eine starre emotionale Wirkung lässt sich aus dem Fachwort ebenfalls nicht ableiten.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
