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immateriell

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
immateriell
Worttrennung
im·ma·te·ri·ell
Komparativ
immaterieller
Superlativ
am immateriellsten

Bildungssprachlich; Steigerungen vergleichen einen Grad des Geistigen oder Ungegenständlichen, nicht automatisch fest definierte Fachkategorien.

Formen und Verwendung im Detail

immateriell: Immateriell bedeutet nicht stofflich oder körperlich; gemeint sein können etwa geistige Bedürfnisse, Werte oder bestimmte nicht gegenständliche Beeinträchtigungen.

Bedeutung und Zusammenhang

Immateriell beschreibt etwas, das nicht als stofflicher Gegenstand vorliegt. Anerkennung, Vertrauen oder ein geistiges Bedürfnis können in diesem Sinn immateriell genannt werden. Das bedeutet nicht, dass sie unwichtig oder unwirklich sind. Eine nicht greifbare Sache kann das Leben stark beeinflussen.

Das Adjektiv steht dem materiellen, körperlich oder stofflich Vorhandenen gegenüber. In verschiedenen Fachgebieten bekommt die Unterscheidung genauere Bedeutungen. Ein immaterieller Schaden wird in der Rechtssprache anders eingeordnet als ein beschädigter Gegenstand. Das allgemeine Wort allein entscheidet dabei keine konkreten Ansprüche oder Bewertungen.

Synonyme im Gebrauch

Unstofflich oder ungegenständlich erläutern den Kern. Geistig und ideell passen bei Gedanken, Werten und Bedürfnissen, decken aber nicht jede fachliche Verwendung ab.

Imaginär oder fiktiv sind keine allgemeinen Ersatzwörter. Sie können etwas nur Vorgestelltes oder Erfundenes bezeichnen. Immateriell sagt zunächst nur, dass etwas nicht stofflich ist. Auch abstrakt setzt einen anderen Schwerpunkt, nämlich die Loslösung von einzelnen konkreten Fällen.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Neben dem Geld war ihr die immaterielle Anerkennung wichtig.“
„Neben dem Geld war ihr eine eingebildete Anerkennung wichtig.“

Im ersten Satz ist Wertschätzung als nicht gegenständlicher Wert gemeint. Der zweite stellt ihre Wirklichkeit infrage. Nichtstofflich und nur eingebildet sind deshalb keine bedeutungsgleichen Aussagen.

Vergleiche: „Der Verlust betraf einen materiellen Gegenstand.“
„Der Verlust betraf einen immateriellen Wert.“

Die Sätze unterscheiden die Art des Betroffenen. Der zweite ist ohne nähere Erklärung noch unbestimmt: Welcher Wert, welches Vertrauen oder welches Bedürfnis ist gemeint? Das Adjektiv ersetzt diese Angabe nicht.

Formen und Beugung

Beugung von immateriell

Ein immaterieller Wert liegt nicht als stofflicher Gegenstand vor. Die Eigenschaft bedeutet nicht unwichtig oder unwirklich; eine feste fachliche Kategorie wird dadurch auch nicht beliebig abstufbar.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativimmateriellerimmaterielleimmateriellesimmaterielle
Genitivimmateriellenimmateriellerimmateriellenimmaterieller
Dativimmateriellemimmateriellerimmateriellemimmateriellen
Akkusativimmateriellenimmaterielleimmateriellesimmaterielle
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativimmaterielleimmaterielleimmaterielleimmateriellen
Genitivimmateriellenimmateriellenimmateriellenimmateriellen
Dativimmateriellenimmateriellenimmateriellenimmateriellen
Akkusativimmateriellenimmaterielleimmaterielleimmateriellen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativimmateriellerimmaterielleimmateriellesimmateriellen
Genitivimmateriellenimmateriellenimmateriellenimmateriellen
Dativimmateriellenimmateriellenimmateriellenimmateriellen
Akkusativimmateriellenimmaterielleimmateriellesimmateriellen

Verwendung und Satzbau

Das Adjektiv kann vor einem Nomen stehen: „ein immaterieller Wert“, „immaterielle Bedürfnisse“. Die Steigerungsformen lauten immaterieller und am immateriellsten. Solche Vergleiche passen vor allem zu Abstufungen des Geistigen oder Ungegenständlichen; eine fest definierte Kategorie wird dadurch nicht beliebig gradierbar.

Für einen klaren Text sollte die nicht gegenständliche Sache genannt werden. „Ein immaterieller Vorteil“ ist verständlicher, wenn anschließend etwa Anerkennung oder Vertrauen erläutert wird. So bleibt das Wort keine bloß abstrakte Etikettierung.

Die Gegenüberstellung materiell und immateriell bewertet nicht automatisch, was wichtiger ist. Ein Text kann beide Seiten berücksichtigen und ihren Zusammenhang zeigen.