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informell

Form & Grammatik

AdjektivFremdwort
Lemma
informell
Wortart
Adjektiv
Worttrennung
in·for·mell
Steigerung
informeller – am informellsten; beim Vergleich des Grades der Förmlichkeit
Formen
ein informelles Treffen; bei informellen Gesprächen
Gebrauch
Meist formlos oder ohne offiziellen Auftrag; davon zu unterscheiden ist die seltenere Bedeutung einer ersten Information dienend.

informell beschreibt meist einen Rahmen ohne Förmlichkeiten oder ein Handeln ohne formalen Auftrag. Eine seltenere, anders entstandene Bedeutung lautet: einer ersten Information dienend.

Bedeutungen

Ohne Förmlichkeiten oder außerhalb des offiziellen Ablaufs

Informell kann eine wenig förmliche Gesprächsform oder einen Austausch außerhalb des vorgesehenen Verfahrens beschreiben.

„Vor der Sitzung besprachen sie die Vorschläge bei einem informellen Treffen.“

Der Austausch bereitet etwas vor. Welche Absprachen verbindlich sind, muss zusätzlich geklärt werden; das Adjektiv allein entscheidet darüber nicht.

Ohne formalen Auftrag

Jemand kann eine Rolle übernehmen oder eine Tätigkeit ausüben, ohne dazu offiziell eingesetzt worden zu sein.

„Sie koordinierte die Hilfe zunächst informell, bevor eine Arbeitsgruppe eingesetzt wurde.“

Die praktische Tätigkeit begann ohne formale Beauftragung. Der Satz behauptet nicht, dass sie deswegen ungeordnet oder erfolglos war.

Seltener: einer ersten Information dienend

Ein anderes, gleich geschriebenes Adjektiv kann den Zweck der ersten Unterrichtung bezeichnen. Diese Verwendung ist bildungssprachlich und seltener.

„Das als informell bezeichnete Gespräch sollte hier zunächst über den Stand des Vorhabens unterrichten.“

Der erläuterte Zweck macht diese Lesart kenntlich. Ohne den Zusatz könnte man vor allem an einen lockeren oder inoffiziellen Rahmen denken.

informell: Synonyme und andere Wörter

Die Gesprächsform beschreiben

zwanglos · formlos

Zwanglos hebt die Atmosphäre hervor. Inoffiziell betrifft stärker den Status. Ein offizieller Termin kann durchaus freundlich und locker verlaufen.

„Das Gespräch war informell.“ – „Das Gespräch war zwanglos.“ Der zweite Satz beschreibt vor allem die gelöste Form des Austauschs.

Eine Unterrichtung benennen

informierend · zur ersten Orientierung

Diese Umschreibungen passen zur selteneren Informationsbedeutung. Informativ bewertet eher, wie viel Wissenswertes etwas vermittelt.

„Die Besprechung diente der ersten Information.“ – „Die Besprechung war sehr informativ.“ Die erste Fassung benennt den Zweck, die zweite den wahrgenommenen Informationswert.

Beispiele und Verwendung

  • „Vor der Sitzung sammeln wir bei einem informellen Treffen erste Vorschläge.“ Das Treffen bereitet einen weiteren Schritt vor. Es ist noch nicht die Sitzung, in der nach den vorgesehenen Regeln entschieden wird.
  • „Nach den Vorträgen geht das Gespräch in einen informellen Austausch über.“ Die Gesprächsform wird lockerer. Der Satz sagt nicht, dass die besprochenen Themen unwichtig oder die Aussagen unzuverlässig wären.
  • „Im Betrieb hat sich ein informelles Netzwerk für die Einarbeitung gebildet.“ Die Beschäftigten unterstützen sich, ohne dass das Netzwerk eigens als zuständige Stelle eingerichtet wurde.
  • „Beim gemeinsamen Reparieren lernt Mila informell, wie man einen Reifen flickt.“ Der Lernanlass entsteht bei einer alltäglichen Tätigkeit und nicht in einem eigens dafür eingerichteten Unterricht.

Grammatik und Beugung

Informell ist ein Adjektiv und wird mit zwei l geschrieben. Die Worttrennung lautet in·for·mell. Vor einem Nomen erhält es eine Endung: ein informelles Treffen, bei einem informellen Austausch. Nach sein bleibt die Grundform stehen: Das Treffen ist informell. Adverbial verwendet heißt es etwa Wir sprechen zunächst informell miteinander. Das Wort ist nicht die Kurzform von Information; aus dieser Ähnlichkeit lässt sich die häufige Bedeutung ohne Förmlichkeiten nicht ableiten.

Steigerung

Wenn du den Grad der Förmlichkeit vergleichst, sind informell – informeller – am informellsten möglich: Die zweite Gesprächsrunde verlief informeller als die erste. Bei einer Einordnung als Lernform oder Organisationsart ist dagegen meist die Grundstufe passend. Ein informeller Austausch enthält nur eine Beugungsendung; erst ein informellerer Austausch ist ein Komparativ vor einem Nomen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativinformellerinformelleinformellesinformelle
Genitivinformelleninformellerinformelleninformeller
Dativinformelleminformellerinformelleminformellen
Akkusativinformelleninformelleinformellesinformelle
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativinformelleinformelleinformelleinformellen
Genitivinformelleninformelleninformelleninformellen
Dativinformelleninformelleninformelleninformellen
Akkusativinformelleninformelleinformelleinformellen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativinformellerinformelleinformellesinformellen
Genitivinformelleninformelleninformelleninformellen
Dativinformelleninformelleninformelleninformellen
Akkusativinformelleninformelleinformellesinformellen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Herkunft

In der Bedeutung formlos stammt informell aus französisch informel. Darin steckt eine verneinende Vorsilbe vor formel, das auf lateinisch formalis zurückgeht. Das gleich geschriebene Adjektiv im Sinne von einer Information dienend ist dagegen zu informieren gebildet. Die beiden Herkunftswege dürfen nicht aus der ähnlichen Schreibung gleichgesetzt werden.

Was ist informelles Lernen?

Informelles Lernen entsteht bei Alltagsaktivitäten, etwa im Beruf, in der Familie oder in der Freizeit. Man eignet sich Wissen oder Fertigkeiten an, obwohl die betreffende Situation nicht ausdrücklich als Lernveranstaltung organisiert ist. Es kann beiläufig geschehen, zum Beispiel beim Zuschauen und Mithelfen.

Ein lockerer Unterricht ist deshalb nicht allein wegen seiner angenehmen Atmosphäre informelles Lernen. Auch nicht-formales Lernen ist nicht einfach dasselbe: Ein organisierter Kurs außerhalb des üblichen Bildungsgangs kann feste Lernziele und Übungszeiten haben. Entscheidend ist hier die Lernorganisation, nicht die Strenge der Lehrperson.

Ein Treffen präzise beschreiben

Erfundenes Beispiel: Vor einer geplanten Schulveranstaltung stehen drei Mitglieder des Organisationsteams in der Pause zusammen. Ohne Tagesordnung vergleichen sie zwei Ideen für den Ablauf. Sie vereinbaren, beide Vorschläge in der nächsten Teamsitzung vorzustellen. Eine Entscheidung treffen sie noch nicht.

In der Pause tauschen die drei Teammitglieder informell erste Vorschläge aus. Das Gespräch findet ohne festgelegten Ablauf statt und dient der Vorbereitung der nächsten Sitzung. Die Auswahl einer Idee bleibt dieser Sitzung vorbehalten.

Der Absatz erklärt, worin der informelle Charakter besteht: Anlass, Ablauf und vorläufiges Ergebnis werden sichtbar. „Sie treffen sich informell und beschließen alles“ würde ohne weitere Angaben offenlassen, welchen Status der Beschluss hat. Für eine Charakterisierung ließe sich aus dem lockeren Gespräch außerdem noch nicht auf eine grundsätzlich unverbindliche Persönlichkeit schließen.

Miniübung: Ist jeder freundliche Elternabend informell?

Nein. Ein Elternabend kann freundlich und entspannt verlaufen und trotzdem eine offizielle Veranstaltung mit festen Zuständigkeiten und Tagesordnung sein. Beschreibe entweder die Atmosphäre als locker oder erläutere, welcher Teil tatsächlich außerhalb des formellen Ablaufs stattfindet.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.