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jeck

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
jeck
Worttrennung
jeck
Komparativ
jecker
Superlativ
am jecksten

Rheinischer Gebrauch; als Bewertung oft abwertend, im Karneval auch spielerisch.

Gebrauch: Einsilbig; attributiv und prädikativ. Vom Substantiv „der Jeck“ unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Jeck bedeutet im Rheinland etwa närrisch oder verrückt. Das Adjektiv kann einen Vorwurf ausdrücken, aber auch spielerisch oder im Karneval gebraucht werden. Ob es abwertend oder herzlich klingt, ergibt sich aus Situation und Ton.

Bedeutungen

Als Bewertung: Wer einen Einfall jeck nennt, hält ihn möglicherweise für unsinnig oder ungewöhnlich. „Bist du jeck?“ kann scharfen Widerspruch ausdrücken. Unter vertrauten Menschen kann dieselbe Frage aber auch erstaunt und liebevoll gemeint sein. Der Wortlaut allein entscheidet darüber nicht.

Im Karneval: Jeck steht auch in einer fröhlichen Sprache des Feierns. Eine jecke Runde oder ein jecker Abend wird dann mit ausgelassenem Narrentreiben verbunden. Diese Verwendung solltest du beim Lesen von Veranstaltungsankündigungen von einem ernst gemeinten Vorwurf unterscheiden. Eine medizinische Aussage über einen Menschen ist damit nicht verbunden.

jeck: Synonyme und andere Wörter

Einen Einfall bewerten

närrisch · verrückt · unsinnig

Närrisch bewahrt den Bezug zum Narren und kann spielerisch klingen. Verrückt ist überregional verständlich, aber ebenfalls mehrdeutig. Unsinnig bewertet gezielter, ob ein Vorschlag vernünftig erscheint; es verliert dabei den regionalen Klang.

„Das ist doch eine jecke Idee!“ → „Das ist eine völlig ungewöhnliche Idee!“ Die zweite Fassung lässt offen, ob die Idee gut oder schlecht ist.

Ausgelassen feiern

närrisch · ausgelassen · karnevalistisch

Ausgelassen beschreibt die Stimmung allgemeiner. Karnevalistisch nennt den Anlass oder die Zugehörigkeit zum Karneval, sagt aber noch nichts über die konkrete Stimmung. Die Wörter sind deshalb nur im passenden Zusammenhang austauschbar.

„Es war ein jecker Abend mit Kostümen und Musik.“ → „Es war ein ausgelassener Karnevalsabend.“ Der Ersatz erklärt Stimmung und Anlass ausdrücklich.

Verwendung und Beispiele

„Mit den riesigen Papphüten sehen wir heute richtig jeck aus“, lachte Mira.

Die Sprecherin schließt sich mit „wir“ ein. Das Lachen und die Kostüme legen eine spielerische Bewertung nahe; ein feindseliger Vorwurf wäre hier keine überzeugende Deutung.

„Du willst ohne Vorbereitung losfahren? Bist du jeck?“

Die vorausgehende Frage zeigt, was kritisiert wird: eine unvorbereitete Handlung. In einer sachlichen Zusammenfassung wäre „Sie hält den Plan für unvernünftig“ genauer als eine pauschale Charakterbewertung.

Grammatik

Jeck ist ein Adjektiv und kann vor einem Substantiv gebeugt werden: „ein jecker Einfall“, „die jecke Runde“. Die Steigerung lautet jecker, am jecksten. In „ein jecker Einfall“ ist jecker allerdings die gebeugte Grundform, kein Komparativ. Erst ein Satz wie „Dieser Einfall ist noch jecker“ zeigt den Vergleich.

Das Substantiv der Jeck wird großgeschrieben und bezeichnet eine Person, besonders einen Karnevalisten. „Sie ist jeck“ enthält dagegen das kleingeschriebene Adjektiv. Eine Charakterisierung sollte zudem erklären, wer diese Bewertung ausspricht.

Starke Beugung ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativjeckerjeckejeckesjecke
Genitivjeckenjeckerjeckenjecker
Dativjeckemjeckerjeckemjecken
Akkusativjeckenjeckejeckesjecke
Schwache Beugung mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder jeckedie jeckedas jeckedie jecken
Genitivdes jeckender jeckendes jeckender jecken
Dativdem jeckender jeckendem jeckenden jecken
Akkusativden jeckendie jeckedas jeckedie jecken
Gemischte Beugung mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein jeckereine jeckeein jeckeskeine jecken
Genitiveines jeckeneiner jeckeneines jeckenkeiner jecken
Dativeinem jeckeneiner jeckeneinem jeckenkeinen jecken
Akkusativeinen jeckeneine jeckeein jeckeskeine jecken