kardinal
Form & Grammatik
- Stichwort
- kardinal
- Worttrennung
- kar·di·nal
- Komparativ
- kardinaler
- Superlativ
- am kardinalsten
Gebrauch: Bildungssprachlich. Besonders wichtig oder grundlegend; Positivendung -er und Komparativ nach Satzbau unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Kardinal bedeutet bildungssprachlich besonders wichtig, grundlegend oder entscheidend. Ein kardinales Problem betrifft einen wesentlichen Punkt einer Sache. Das kleingeschriebene Adjektiv ist vom Substantiv Kardinal zu unterscheiden.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Den entscheidenden Punkt betreffend
Mit kardinal wird eine besonders große Bedeutung hervorgehoben. Eine Frage kann kardinal sein, weil ihre Antwort den weiteren Verlauf bestimmt. Ein Fehler kann kardinal genannt werden, weil er an einer grundlegenden Voraussetzung ansetzt.
Das Adjektiv ist eine gewichtende Bewertung. Ein verständlicher Text erklärt daher, warum gerade dieser Punkt so wichtig ist. Die Länge einer Beschreibung oder die Häufigkeit einer Erwähnung macht einen Gesichtspunkt noch nicht automatisch kardinal.
Das Wort wirkt bildungssprachlich. In vielen Alltagstexten sind grundlegend, entscheidend oder besonders wichtig unmittelbarer verständlich. Welche Umschreibung passt, hängt vom gemeinten Zusammenhang ab.
„Die Finanzierung ist eine kardinale Frage des Projekts, weil ohne sie die Arbeiten nicht beginnen können.“
Die Begründung erklärt die zentrale Bedeutung. Kardinal bezeichnet hier keine bloße Nebensache und auch keine kirchliche Person.
kardinal: Synonyme und andere Wörter
Die Bedeutung hervorheben
grundlegend · zentral · besonders wichtig
Grundlegend betont die Basis, zentral die Stellung im Zusammenhang. Besonders wichtig ist eine allgemeine Umschreibung. Die Wörter können im passenden Satz nahe beieinanderliegen, setzen aber unterschiedliche Akzente.
„Das ist eine kardinale Frage“ → „Das ist eine grundlegende Frage.“ Ob eher die Grundlage oder die entscheidende Folge gemeint ist, lässt sich im weiteren Satz erklären.
Den Ausgang beeinflussen
ausschlaggebend · entscheidend
Diese Wörter passen, wenn der betreffende Punkt tatsächlich den Ausgang oder eine Entscheidung bestimmt. Bei einer bloßen Grundlagenfrage würde der Ersatz eine stärkere Behauptung hinzufügen.
„Der Fehler war für den Ausgang kardinal“ lässt sich als „Der Fehler war für den Ausgang entscheidend“ formulieren, sofern gerade diese Wirkung gemeint ist.
Beispiele und Verwendung
„Der Bericht nennt die ungeklärte Zuständigkeit das kardinale Problem.“
Die Bezeichnung hebt ein Problem hervor. Für eine überzeugende Erklärung sollte der Bericht auch die Folgen dieser Unklarheit zeigen.
„Nicht jede offene Detailfrage ist deshalb schon kardinal.“
Der Satz unterscheidet wichtige Grundfragen von Einzelheiten. Er erklärt die Einzelheiten nicht automatisch für völlig bedeutungslos.
„Ein kardinaler Fehler kann viele spätere Entscheidungen beeinflussen.“
Kardinaler ist hier die gebeugte Grundform vor Fehler. Es handelt sich nicht um einen Vergleich mit einem anderen Fehler.
Grammatik und Beugung
Kardinal ist ein Adjektiv. Die Worttrennung lautet kar·di·nal. Als Steigerungsformen sind kardinaler und am kardinalsten belegt. In einer konkreten Aussage ist häufig ein Vergleich mit wichtiger oder entscheidender leichter verständlich.
Attributiv wird es gebeugt: „ein kardinales Problem“, „mit kardinalen Fragen“. Die Form kardinaler kann eine Positivendung enthalten, wie in „ein kardinaler Fehler“, oder ein Komparativ sein. Nur der Zusammenhang zeigt, ob wirklich verglichen wird.
Das Substantiv Kardinal wird großgeschrieben und bezeichnet unter anderem einen kirchlichen Würdenträger. Es ist ein anderes Wort als das hier erklärte Adjektiv. Großschreibung am Satzanfang allein reicht allerdings nicht aus, um die Wortart zu bestimmen.
Die Tabellen zeigen die Grundstufe in starker, schwacher und gemischter Beugung. Der Artikel und der Satzbau bestimmen die passende Form. In der gemischten Pluralreihe ist kein in Klammern angegeben; ein besitzt keinen entsprechenden Plural.
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | kardinaler | kardinale | kardinales | kardinale |
| Genitiv | kardinalen | kardinaler | kardinalen | kardinaler |
| Dativ | kardinalem | kardinaler | kardinalem | kardinalen |
| Akkusativ | kardinalen | kardinale | kardinales | kardinale |
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der kardinale | die kardinale | das kardinale | die kardinalen |
| Genitiv | des kardinalen | der kardinalen | des kardinalen | der kardinalen |
| Dativ | dem kardinalen | der kardinalen | dem kardinalen | den kardinalen |
| Akkusativ | den kardinalen | die kardinale | das kardinale | die kardinalen |
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein kardinaler | eine kardinale | ein kardinales | (keine) kardinalen |
| Genitiv | eines kardinalen | einer kardinalen | eines kardinalen | (keiner) kardinalen |
| Dativ | einem kardinalen | einer kardinalen | einem kardinalen | (keinen) kardinalen |
| Akkusativ | einen kardinalen | eine kardinale | ein kardinales | (keine) kardinalen |
