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kirre

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
kirre
Worttrennung
kir·re
Komparativ
kirrer
Superlativ
am kirrsten; auch am kirresten

Beugungsstamm kirr-; beide Superlative sind belegt. Zahm oder gefügig ist vom umgangssprachlichen nervös und durcheinander zu unterscheiden, besonders in kirre machen.

Formen und Verwendung im Detail

Kirre bedeutet je nach Zusammenhang zahm oder gefügig beziehungsweise umgangssprachlich nervös und durcheinander. Besonders geläufig ist die Wendung kirre machen.

Was bedeutet kirre?

In „Das ständige Klingeln macht mich kirre“ steht die nervöse Überforderung im Vordergrund. Die ältere beziehungsweise andere Lesart gefügig wird etwa verständlich, wenn jemand durch Druck zum Nachgeben gebracht werden soll. Die Sätze müssen deshalb im Zusammenhang gelesen werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Das unaufhörliche Piepen machte sie kirre.“ Die Reize versetzen sie in einen nervösen Zustand.
  • „Lass dich von den widersprüchlichen Hinweisen nicht kirre machen.“ Die Aufforderung zielt darauf, ruhig und orientiert zu bleiben.
  • „Er wollte das widerspenstige Tier kirre machen.“ Hier geht es um Zähmung beziehungsweise Gefügigkeit.

Synonyme für kirre: passend zum Zusammenhang

Kirre besitzt zwei deutlich auseinanderliegende Bedeutungen. Häufig beschreibt es umgangssprachlich einen nervösen oder durcheinandergebrachten Zustand. In anderen Zusammenhängen geht es um Zahmheit oder Gefügigkeit. Besonders bei kirre machen muss deshalb klar sein, ob ein störender Reiz jemanden aus der Ruhe bringt oder jemand Widerstand brechen will.

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AlternativePassend beiUnterschied
nervösUnruhe durch Lärm, Warten oder wiederholte StörungenBenennt die Anspannung und wirkt weniger salopp.
verwirrtWidersprüchliche Angaben und fehlende gedankliche OrientierungBetont das Durcheinander, nicht unbedingt Gereiztheit.
gefügigEinflussnahme, die jemanden zum Nachgeben bringen sollGehört zur anderen Bedeutung; das Verhältnis von Druck und Unterordnung steht im Vordergrund.

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterung.

Erstes Satzpaar

Ausgangssatz: „Die ständig wechselnden Treffpunkte machten mich kirre.“

Alternative: „Die ständig wechselnden Treffpunkte verwirrten mich.“

Die Alternative benennt das Orientierungsproblem und ersetzt die Wendung durch ein Verb. Kirre kann zusätzlich Genervtheit vermitteln; dieser Gefühlsanteil wird in der nüchterneren Formulierung schwächer.

Zweites Satzpaar

Ausgangssatz: „Mit immer neuen Drohungen wollte er seinen Gegenspieler kirre machen.“

Alternative: „Mit immer neuen Drohungen wollte er seinen Gegenspieler gefügig machen.“

Die Absicht, Widerstand zu brechen, trägt diese Lesart. Gefügig verdeutlicht die angestrebte Unterordnung. Bloß nervös würde nur einen möglichen Zwischenzustand beschreiben, nicht dasselbe Ziel.

Grenze des Austauschs: „Das Piepen macht mich kirre“ bedeutet gewöhnlich nicht, dass die sprechende Person gehorsam wird. Umgekehrt meint ein kirre gemachtes widerspenstiges Tier in einem passenden Text seine Zähmung, nicht notwendig Verwirrung. Die Umgebung entscheidet die Lesart.

Bei sachlicher Sprache ist häufig ein Verb übersichtlicher: „Die Hinweise verwirren mich“ oder „Der Lärm macht mich nervös“. Das saloppe kirre kann in einem Dialog dennoch gut passen, wenn gerade die gereizte Selbstauskunft hörbar werden soll. Eine medizinische Aussage enthält es nicht.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Verwirrt betont mangelnde Orientierung. Kirre kann stärker eine genervte oder aufgewühlte Reaktion meinen. Gefügig gehört zur anderen Lesart und darf nicht in jeden Satz eingesetzt werden.

Schreibweise und Grammatik

Grundform kirre; in gebeugten Formen Stamm kirr-: ein kirrer Blick, mit kirren Gedanken. Häufiger als diese Formen sind kirre werden und jemanden kirre machen.

Steigerung

Belegt sind kirrer sowie am kirresten und am kirrsten. Im Alltag ist eine Umschreibung wie noch nervöser oft eindeutiger.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativkirrerkirrekirreskirre
Genitivkirrenkirrerkirrenkirrer
Dativkirremkirrerkirremkirren
Akkusativkirrenkirrekirreskirre
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativkirrekirrekirrekirren
Genitivkirrenkirrenkirrenkirren
Dativkirrenkirrenkirrenkirren
Akkusativkirrenkirrekirrekirren
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativkirrerkirrekirreskirren
Genitivkirrenkirrenkirrenkirren
Dativkirrenkirrenkirrenkirren
Akkusativkirrenkirrekirreskirren

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Szene zeigt vier gleichzeitig eingehende Nachrichten mit unterschiedlichen Treffpunkten. Nora liest sie mehrfach und sagt, die Widersprüche machten sie kirre.

Mit kirre beschreibt Nora ihre Verunsicherung und Gereiztheit. Sie ist nicht „gefügig“, sondern kann die widersprüchlichen Informationen gerade schwer ordnen.

Das Beispiel zeigt, weshalb das Bezugswort und die Handlung die richtige Lesart bestimmen. Es handelt sich um umgangssprachliche Selbstauskunft, nicht um eine medizinische Diagnose.

Welche Bedeutung passt zu Das Klingeln macht mich kirre?

Nervös, gereizt oder durcheinander. Gefügig wäre hier keine passende Ersetzung.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.