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konnotiert

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
konnotiert
Worttrennung
kon·no·tiert

Adjektivisch verwendetes Partizip II. Für Vergleiche stärker negativ oder deutlicher positiv konnotiert verwenden; Richtung und Stärke der Nebenbedeutung sind verschiedene Angaben.

Formen und Verwendung im Detail

Konnotiert bedeutet, mit einer zusätzlichen Vorstellung, Wertung oder Gefühlsbedeutung verbunden; häufig spricht man von positiv oder negativ konnotierten Wörtern.

Eintrag
konnotiert
Wortart / Thema
Adjektiv

Was bedeutet konnotiert?

Ein Wort kann neben seiner grundlegenden Bedeutung weitere Vorstellungen hervorrufen. Solche Begleitbedeutungen heißen Konnotationen. Wenn ein Ausdruck beispielsweise Anerkennung, Abwertung oder Vertrautheit mitschwingen lässt, ist er entsprechend konnotiert.

Vergleiche sparsam und geizig. Beide können auf einen zurückhaltenden Umgang mit Geld bezogen werden. Sparsam kann jedoch Anerkennung für vernünftiges Haushalten ausdrücken, während geizig gewöhnlich eine negative Bewertung enthält. Die Wörter sind deshalb nicht einfach bedeutungsgleich.

Konnotationen können vom Zusammenhang, vom Sprachgebrauch einer Gruppe und von persönlichen Erfahrungen beeinflusst werden. Eine geläufige Wertung ist nicht zwingend bei jedem Sprecher gleich stark. In einer Analyse sollte deshalb benannt werden, welcher Ausdruck in welchem Zusammenhang welche Wirkung nahelegt.

Schreibweise und typische Stolperstellen

Richtig ist konnotiert mit Doppel-n und einem t im Stamm vor -iert. Das Verb lautet konnotieren, das Substantiv Konnotation. „Konotiert“ lässt ein n aus.

Als Partizip und Adjektiv bleibt konnotiert kleingeschrieben. Vor einem Nomen bekommt es eine Endung: ein negativ konnotierter Begriff, positiv konnotierte Wörter. Die Wertungsangaben positiv und negativ werden getrennt davorgestellt.

Grammatik und Formen

Konnotiert ist das Partizip II von konnotieren und wird häufig adjektivisch gebraucht. Das zugrunde liegende Verb ist regelmäßig: konnotiert – konnotierte – hat konnotiert. Eine bloße Steigerung zu „konnotierter“ ist meist wenig aussagekräftig; genauer sind stärker negativ konnotiert oder deutlicher positiv konnotiert.

Die folgenden Formen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativkonnotierterkonnotiertekonnotierteskonnotierte
Genitivkonnotiertenkonnotierterkonnotiertenkonnotierter
Dativkonnotiertemkonnotierterkonnotiertemkonnotierten
Akkusativkonnotiertenkonnotiertekonnotierteskonnotierte
Beugung mit bestimmtem Artikel (schwache Deklination)
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder konnotierte Begriffdie konnotierte Bezeichnungdas konnotierte Wortdie konnotierten Ausdrücke
Genitivdes konnotierten Begriffsder konnotierten Bezeichnungdes konnotierten Wortesder konnotierten Ausdrücke
Dativdem konnotierten Begriffder konnotierten Bezeichnungdem konnotierten Wortden konnotierten Ausdrücken
Akkusativden konnotierten Begriffdie konnotierte Bezeichnungdas konnotierte Wortdie konnotierten Ausdrücke
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativkonnotierterkonnotiertekonnotierteskonnotierten
Genitivkonnotiertenkonnotiertenkonnotiertenkonnotierten
Dativkonnotiertenkonnotiertenkonnotiertenkonnotierten
Akkusativkonnotiertenkonnotiertekonnotierteskonnotierten

Drei eigene Beispiele mit Erklärung

Positive Wertung

„Das Wort umsichtig ist im vorliegenden Kommentar positiv konnotiert.“

Die Aussage bezieht sich ausdrücklich auf einen bestimmten Text und sollte durch dessen Zusammenhang begründet werden.

Negative Wertung

„Mit stur statt standhaft wählt die Erzählerin einen stärker negativ konnotierten Ausdruck.“

Die Wahl verschiebt die Bewertung von Beharrlichkeit in Richtung unangemessenen Festhaltens.

Kontextabhängigkeit

„Der Spitzname klingt innerhalb der Freundesgruppe vertraut, außerhalb dieser Situation aber abwertend.“

Dasselbe Wort kann je nach Beziehung und Situation unterschiedliche Begleitbedeutungen erhalten.

Passend und verständlich verwenden

Für eine sprachliche Analyse bietet sich ein Dreischritt an: Ausdruck nennen, Begleitbedeutung erläutern, Wirkung im Zusammenhang begründen. „Das Wort ist negativ konnotiert“ bleibt zu allgemein. „Die Bezeichnung stellt die Person als lästig dar und unterstützt dadurch die abwertende Haltung des Erzählers“ erklärt den möglichen Beitrag genauer.

Abwertend, anerkennend oder vertraulich können eine bestimmte Konnotation direkt benennen. Assoziiert ist weiter gefasst und betrifft Verbindungen zwischen Vorstellungen. Denotation bezeichnet dagegen die grundlegende begriffliche Bedeutung; sie ist von der mitschwingenden Wertung zu unterscheiden.

Wichtig ist die Grenze zwischen Wortwirkung und Sachbehauptung. Ein negativ konnotiertes Wort beweist nicht, dass die bezeichnete Person tatsächlich schlecht ist. Es kann vielmehr zeigen, wie ein Sprecher sie darstellt oder wie ein Text die Wahrnehmung lenkt.

Passende Wörter und Grundlagen

Sparsam: Bedeutung und Verwendung. Geizig: die abwertende Bedeutungsnuance.

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