los
Form & Grammatik
- Stichwort
- los
- Worttrennung
- los
Nur prädikativ mit sein und unverändert, ohne gewöhnliche Steigerung: eine Sorge los sein, hier ist etwas los. Mehr los vergleicht das Geschehen. Nicht mit dem beugbaren Adjektiv lose verwechseln.
Los bedeutet in etwas los sein davon befreit sein oder es nicht mehr haben. In hier ist etwas los bezeichnet es dagegen ein Geschehen oder rege Aktivität.
Was bedeutet los?
Welche Bedeutung passt, zeigt die Konstruktion. „Ich bin die Sorge los“ richtet sich auf etwas nicht mehr Vorhandenes. „Im Hof ist viel los“ beschreibt, dass dort einiges geschieht.
Los bleibt in diesen Verbindungen unverändert. Daneben gibt es den Ausruf „Los!“ und den Verbteil in losgehen. Diese Verwendungen sind nicht einfach gebeugte Adjektive.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Endlich ist sie die lästige Aufgabe los.“ Die Aufgabe belastet sie nicht mehr.
- „Auf dem Platz ist heute viel los.“ Dort herrscht rege Aktivität.
- „Was ist mit dem Gerät los?“ Die Frage erkundigt sich nach einem Zustand oder Problem.
Synonyme für los: passend zum Zusammenhang
Für los entscheidet die ganze Konstruktion. Etwas los sein kann heißen, es nicht mehr zu haben oder davon befreit zu sein. In hier ist etwas los geht es dagegen um ein Geschehen. Meist braucht eine passende Alternative mehrere Wörter und einen neuen Satzbau; ein einzelnes Adjektiv reicht nicht für alle Verwendungen.
| Ersatzwort | Passt bei | Unterschied |
|---|---|---|
| befreit sein | nicht mehr belastenden Sorgen oder Pflichten | Benötigt gewöhnlich von und Dativ. Es passt besonders, wenn das Ende als Erleichterung erlebt wird. |
| nicht mehr haben | Verlust oder Wegfall einer Sache | Ist neutraler hinsichtlich der Bewertung. Der Verlust kann erwünscht oder unerwünscht sein. |
| geschehen | Fragen und Aussagen darüber, was los ist | Ersetzt die Bedeutung eines Vorgangs, nicht das Befreitsein von einer Belastung. |
Wörter im Satz vergleichen
Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.
Ausgangssatz: „Endlich ist sie die Sorge um den Termin los.“
Alternative: „Endlich ist sie von der Sorge um den Termin befreit.“
Die Alternative bewahrt die Erleichterung und braucht von mit Dativ. Aus die Sorge wird von der Sorge; ein Austausch ohne diesen Umbau wäre grammatisch falsch.
Ausgangssatz: „Auf dem Marktplatz ist heute viel los.“
Alternative: „Auf dem Marktplatz geschieht heute viel.“
Die Alternative beschreibt rege Aktivität. Der erste Satz klingt alltäglicher und kann besonders auf Besucher und Veranstaltungen zielen; der zweite lässt die Art der Ereignisse stärker offen.
Hier passt der Austausch nicht: Lose beschreibt etwa eine nicht feste Verbindung. Eine lose Schraube ist nicht eine Schraube, die jemand los ist. Auch das Nomen das Los für einen Lotteriezettel oder ein Schicksal benötigt andere Erklärungen.
„Jetzt bin ich auch noch mein Fahrrad los“ kann einen unerwünschten Verlust ausdrücken. Befreit wäre dort irreführend, weil es eine Entlastung nahelegt. Beim Ausruf „Los!“ passt dagegen je nach Situation eine Aufforderung wie „Fangt an!“; diese Verwendung ist keine Zustandsbeschreibung.
Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Lose bedeutet unter anderem nicht fest verbunden: eine lose Schraube. Es hat im Gegensatz zu los regelmäßige Beugungsformen.
Das Los ist ein Nomen, etwa für einen Lotteriezettel. Die Großschreibung zeigt eine andere Wortart an.
Schreibweise und Grammatik
In die Sorge los sein steht Sorge im Akkusativ. Los wird dabei nicht gebeugt: ich bin sie los, wir sind sie los.
Steigerung
Für diese festen Verwendungen gibt es keine übliche Steigerung. Die Menge in „mehr los“ bezieht sich auf das Geschehen; es ist kein Komparativ des Adjektivs.
Keine Adjektivendungen bei los sein
| Konstruktion | Beispiel |
|---|---|
| etwas los sein | Sie ist die Sorge los. |
| Plural | Wir sind die Sorge los. |
| Geschehen | Auf dem Platz ist viel los. |
| Anderes Adjektiv: lose | eine lose Schraube |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Sprachübung vergleicht zwei kurze Sätze.
„Ich bin den Ärger los“ heißt, dass der Ärger vorbei ist. „Hier ist Ärger los“ kündigt dagegen ein Geschehen an. Die Stellung in der Konstruktion verändert die Bedeutung entscheidend.
Die Erklärung betrachtet den vollständigen Satz. Eine einzige Übersetzung von los würde beide Verwendungen nicht abdecken.
Ist loser eine passende Steigerung in „ich bin die Sorge los“?
Nein. Los bleibt in dieser Verbindung unverändert.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
