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lyrisch

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
lyrisch
Worttrennung
ly·risch
Komparativ
lyrischer
Superlativ
am lyrischsten

Bei Gattungszugehörigkeit wird üblicherweise nicht gesteigert. Für eine Ausdruckswirkung sind lyrisch – lyrischer – am lyrischsten möglich.

Formen und Verwendung im Detail

Lyrisch bedeutet die Lyrik betreffend oder in ihrer Art gestaltet. Allgemeiner und in der Musik kann es auch einen stimmungsvollen, empfindungsbetonten Ausdruck bezeichnen.

Was bedeutet lyrisch?

Ein lyrischer Text wird der Gattung Lyrik zugeordnet. Eine lyrische Passage in einem Roman kann dagegen eine besondere Redeweise beschreiben, ohne dass der ganze Roman zum Gedicht wird.

Lyrisch bedeutet nicht automatisch romantisch, gereimt oder glücklich. Gedichte können nüchtern, politisch, komisch oder verstörend sein. Beim Lesen muss daher zwischen Gattungsbezeichnung und Wirkungsbeschreibung unterschieden werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Sammlung enthält lyrische Texte.“ Hier bezeichnet das Adjektiv die Gattungszugehörigkeit.
  • „Mitten in der Erzählung beginnt eine lyrische Landschaftsschilderung.“ Die Beschreibung erhält eine verdichtete, stimmungsbetonte Redeweise.
  • „Die Melodie wirkt in diesem Abschnitt lyrisch.“ Die musikalische Wirkung wird als empfindungsbetont beschrieben.

Synonyme für lyrisch: passend zum Zusammenhang

Lyrisch kann die Zugehörigkeit zur Lyrik benennen oder eine bestimmte Ausdruckswirkung beschreiben. Diese beiden Verwendungen verlangen unterschiedliche Alternativen. Ein Gedicht muss nicht besonders sanft oder gefühlvoll sein. Umgekehrt kann eine Erzählung lyrisch wirkende Passagen enthalten, ohne dadurch insgesamt zur Gattung Lyrik zu gehören.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
zur Lyrik gehörendEinordnung von Texten nach ihrer GattungIst eine erklärende Wortgruppe und bewahrt den fachlichen Bezug genauer als ein bloßes Wertwort.
poetischverdichteter oder besonders gestalteter SpracheIst weiter und nicht auf Gedichte beschränkt; der genaue sprachliche Eindruck sollte erläutert werden.
stimmungsvollempfindungsbetonter Wirkung einer PassageTrifft einen möglichen Eindruck, ersetzt aber nicht die fachliche Gattungsbezeichnung.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die Sammlung stellt lyrische Texte verschiedener Zeiten vor.“
Alternative: „Die Sammlung stellt Texte verschiedener Zeiten vor, die zur Lyrik gehören.“

Die Wortgruppe macht die Gattungszuordnung ausdrücklich. Sie behauptet weder Reime noch eine bestimmte Gefühlslage und ist deshalb genauer als eine Umformulierung mit gefühlvoll.

Ausgangssatz: „Der Roman enthält eine lyrische Beschreibung des Morgens.“
Alternative: „Der Roman enthält eine poetische Beschreibung des Morgens.“

Poetisch passt, wenn verdichtete Bilder, Klangbezüge oder eine besondere Sprachgestaltung gemeint sind. Lyrisch kann die Nähe zur Ausdrucksweise von Gedichten deutlicher hervorheben; beide Aussagen belassen die Passage innerhalb eines Romans.

Hier passt der Austausch nicht: Gereimt benennt eine formale Eigenschaft. Nicht alle lyrischen Texte sind gereimt, und gereimte Werbung ist nicht allein deshalb ein lyrisches Gedicht. Eine bloße Gleichsetzung würde Gattung und Einzelmerkmal verwechseln.

Das lyrische Ich ist eine Bezeichnung für die Sprechinstanz eines Gedichts. Stimmungsvoll oder poetisch lässt sich in diesem Fachausdruck nicht einfach einsetzen. Für eine Analyse ist außerdem zwischen dieser Sprechinstanz und der schreibenden Person zu unterscheiden, statt Gefühle unmittelbar autobiografisch zu deuten.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Poetisch ist weiter gefasst und nicht auf eine einzige Gattung beschränkt. Gereimt beschreibt ein formales Merkmal, das nicht alle lyrischen Texte besitzen.

Das lyrische Ich ist die Sprechinstanz eines Gedichts und darf nicht ohne Begründung mit der schreibenden Person gleichgesetzt werden.

Schreibweise und Grammatik

Mit y: lyrisch, lyrische Texte. Die verwandte Gattungsbezeichnung lautet Lyrik. Das englische Wort Lyrics meint dagegen Liedtexte.

Steigerung

Bei Gattungszugehörigkeit wird üblicherweise nicht gesteigert. Für eine Ausdruckswirkung sind lyrisch – lyrischer – am lyrischsten möglich.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlyrischerlyrischelyrischeslyrische
Genitivlyrischenlyrischerlyrischenlyrischer
Dativlyrischemlyrischerlyrischemlyrischen
Akkusativlyrischenlyrischelyrischeslyrische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlyrischelyrischelyrischelyrischen
Genitivlyrischenlyrischenlyrischenlyrischen
Dativlyrischenlyrischenlyrischenlyrischen
Akkusativlyrischenlyrischelyrischelyrischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlyrischerlyrischelyrischeslyrischen
Genitivlyrischenlyrischenlyrischenlyrischen
Dativlyrischenlyrischenlyrischenlyrischen
Akkusativlyrischenlyrischelyrischeslyrischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Textanalyse betrachtet eine Passage in einer Erzählung.

Die Handlung tritt kurz zurück: Wiederholungen, Klangbezüge und verdichtete Bilder bestimmen die Beschreibung des Abends. Deshalb lässt sich von einer lyrischen Passage sprechen. Die Erzählung bleibt dadurch trotzdem eine Erzählung.

Die Analyse nennt konkrete Merkmale der Wirkung. Eine bloß schöne Landschaft würde die Bezeichnung noch nicht ausreichend erklären.

Muss ein lyrischer Text gereimt sein?

Nein. Reim ist eine mögliche Gestaltung, aber keine notwendige Eigenschaft aller lyrischen Texte.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.