maulfaul
Maulfaul beschreibt umgangssprachlich jemanden, der wenig und offenbar ungern spricht. Das Wort kann vorwurfsvoll, aber auch scherzhaft gemeint sein.
Was bedeutet maulfaul?
Maulfaul bewertet das Gesprächsverhalten. Es legt eine geringe Lust am Reden nahe, erklärt deren Ursache aber nicht. Müdigkeit, Vertrautheit mit der Situation oder eine bewusst gewählte Zurückhaltung können unterschiedlich wirken.
Bei fremden Personen ist die Bezeichnung schnell abwertend. Eine genaue Beschreibung benennt deshalb die knappen Antworten und lässt offen, ob jemand nicht sprechen möchte oder dafür andere Gründe hat.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Beim Frühstück gab sich Ole noch maulfaul und antwortete nur mit kurzen Sätzen.“ Die Beschreibung ist auf eine konkrete Situation begrenzt.
- „„Heute bin ich etwas maulfaul“, sagte sie und lächelte.“ Als Selbstaussage kann das Wort leicht und scherzhaft klingen.
- „Der Erzähler nennt seinen schweigenden Begleiter maulfaul.“ Das ist zunächst die Bewertung des Erzählers, kein sicherer Einblick in die Gedanken des Begleiters.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Einsilbig kann ebenfalls knappe Antworten beschreiben. Maulfaul legt stärker eine fehlende Lust am Reden nahe. Schweigsam wirkt häufig weniger vorwurfsvoll.
Schüchtern betrifft eher eine Hemmung im Kontakt. Wenig zu reden beweist weder Schüchternheit noch mangelnde Sprachfähigkeit.
Schreibweise und Grammatik
Maulfaul wird zusammengeschrieben. Die Beugung ist regelmäßig: ein maulfauler Begleiter, eine maulfaule Antwort. Das zugehörige Nomen lautet Maulfaulheit.
Steigerung
Die Steigerung lautet maulfauler – am maulfaulsten, ohne Umlaut. Verglichen wird der Eindruck geringer Gesprächsbereitschaft.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | maulfauler | maulfaule | maulfaules | maulfaule |
| Genitiv | maulfaulen | maulfauler | maulfaulen | maulfauler |
| Dativ | maulfaulem | maulfauler | maulfaulem | maulfaulen |
| Akkusativ | maulfaulen | maulfaule | maulfaules | maulfaule |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | maulfaule | maulfaule | maulfaule | maulfaulen |
| Genitiv | maulfaulen | maulfaulen | maulfaulen | maulfaulen |
| Dativ | maulfaulen | maulfaulen | maulfaulen | maulfaulen |
| Akkusativ | maulfaulen | maulfaule | maulfaule | maulfaulen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | maulfauler | maulfaule | maulfaules | maulfaulen |
| Genitiv | maulfaulen | maulfaulen | maulfaulen | maulfaulen |
| Dativ | maulfaulen | maulfaulen | maulfaulen | maulfaulen |
| Akkusativ | maulfaulen | maulfaule | maulfaules | maulfaulen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene antwortet ein Reisender zunächst knapp. Später spricht er bei einem vertrauten Thema ausführlich.
Am Bahnhof wirkt Jan maulfaul: Auf drei Fragen folgen nur kurze Antworten. Sobald das Gespräch auf seine Werkstatt kommt, erzählt er ausführlich und stellt selbst Fragen.
Der Wechsel begrenzt die erste Bewertung. Die Szene zeigt situative Gesprächsbereitschaft und rechtfertigt keinen pauschalen Schluss über Jans gesamte Persönlichkeit.
Beweist maulfaules Auftreten mangelnde Sprachfähigkeit?
Nein. Das Wort beschreibt oder bewertet die Bereitschaft zu sprechen. Über die sprachlichen Fähigkeiten ist damit nichts Sicheres gesagt.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
