mutwillig
Form & Grammatik
- Stichwort
- mutwillig
- Worttrennung
- mut·wil·lig
- Komparativ
- mutwilliger
- Superlativ
- am mutwilligsten
Die Steigerung kann absichtliche Rücksichtslosigkeit oder Übermut vergleichen. Der ältere Sinn fehlender Risikobeachtung ist gesondert zu lesen; Absicht muss am Verhalten erkennbar sein.
Mutwillig beschreibt ein absichtliches, häufig leichtfertiges oder schädigendes Verhalten. Es kann aus Übermut, Trotz oder böser Absicht erfolgen.
Was bedeutet mutwillig?
Besonders deutlich ist die negative Wertung in mutwillige Zerstörung. Das Ergebnis wird dann nicht als bloßes Versehen dargestellt.
In älterer oder erzählerischer Verwendung kann mutwillig stärker leichtsinnigen Übermut betonen. Das Wort ist nicht mit mutig gleichzusetzen: Rücksichtsloses Handeln wird dadurch nicht zu Tapferkeit.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Figur beschädigt das Schild mutwillig, obwohl sie den Schaden erkennt.“ Der Satz benennt eine bewusste schädigende Handlung.
- „Mit mutwilligen Zwischenrufen unterbrach er die Probe.“ Der Ablauf wird absichtlich gestört.
- „Die mutwillige Herausforderung brachte alle in Schwierigkeiten.“ Leichtfertigkeit und Folgen stehen im Mittelpunkt.
Synonyme für mutwillig: passend zum Zusammenhang
Mutwillig verbindet Absicht häufig mit Leichtfertigkeit, Übermut oder schädigendem Verhalten. Andere Ausdrücke können nur die Absicht benennen oder eine besondere Motivation hinzufügen. Für einen genauen Bericht ist daher wichtig, Handlung, Wissen um die Folgen und vermuteten Beweggrund getrennt zu halten.
| Alternative | Passender Zusammenhang | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| absichtlich | Eine Handlung geschieht gewollt und nicht versehentlich. | Ist neutraler. Auch eine hilfreiche Handlung kann absichtlich sein, ohne irgendeinen Mutwillen zu enthalten. |
| aus Übermut | Jemand handelt leichtfertig aus überschäumender Lust oder Selbstüberschätzung. | Nennt eine mögliche Ursache, die mutwillig nicht in jedem Zusammenhang zwingend festlegt. |
| boshaft | Eine Handlung ist auf Kränkung oder Schädigung gerichtet. | Betont die verletzende Absicht stärker; bei bloß unbedachtem Übermut wäre diese Deutung zu scharf. |
Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?
Ausgangssatz: „Die Figur zerreißt den Zettel mutwillig.“
Alternative: „Die Figur zerreißt den Zettel absichtlich.“
Absichtlich bewahrt nur das gewollte Handeln. Ob die Zerstörung leichtfertig, schädigend oder vielleicht sogar begründet ist, bleibt nun stärker offen.
Ausgangssatz: „Die Kinder werfen die Markierungen mutwillig um.“
Alternative: „Die Kinder werfen die Markierungen aus Übermut um.“
Die Umschreibung legt eine Motivation fest. Sie passt nur, wenn der Text ausgelassenes, leichtfertiges Handeln erkennen lässt; ein gezielter Sabotageplan wäre anders zu beschreiben.
Nicht gleichbedeutend: Mutig bewertet den Umgang mit einer Schwierigkeit. Mutwillig lobt keine Tapferkeit; selbst ein riskanter Streich kann vor allem rücksichtslos sein.
Beim Formulieren: Beim Wechsel zu aus Übermut bleibt die Wendung ungebeugt. Vor dem Nomen ist eine andere Konstruktion nötig: eine mutwillige Störung wird etwa eine aus Übermut verursachte Störung.
Ein entstandener Schaden allein beweist keine Absicht. Eine ausdrückliche Warnung und die gezielte Wiederholung derselben Handlung können die Deutung stützen; ein einmaliger Bedienfehler reicht dafür nicht aus.
Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Absichtlich ist neutraler: Auch eine gute Tat kann absichtlich geschehen. Mutwillig enthält meist eine kritische Wertung.
Versehentlich verneint die Absicht. Ein Schaden allein beweist jedoch noch nicht, ob jemand mutwillig gehandelt hat.
Schreibweise und Grammatik
Mutwillig wird zusammengeschrieben, mit einem t und doppeltem l. Formen: eine mutwillige Störung, aus mutwilligem Trotz. Das verwandte Nomen lautet Mutwille.
Steigerung
Mutwilliger – am mutwilligsten vergleicht das Maß erkennbaren Übermuts oder absichtlicher Rücksichtslosigkeit. Konkrete Handlungen sind als Begründung nötig.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mutwilliger | mutwillige | mutwilliges | mutwillige |
| Genitiv | mutwilligen | mutwilliger | mutwilligen | mutwilliger |
| Dativ | mutwilligem | mutwilliger | mutwilligem | mutwilligen |
| Akkusativ | mutwilligen | mutwillige | mutwilliges | mutwillige |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mutwillige | mutwillige | mutwillige | mutwilligen |
| Genitiv | mutwilligen | mutwilligen | mutwilligen | mutwilligen |
| Dativ | mutwilligen | mutwilligen | mutwilligen | mutwilligen |
| Akkusativ | mutwilligen | mutwillige | mutwillige | mutwilligen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mutwilliger | mutwillige | mutwilliges | mutwilligen |
| Genitiv | mutwilligen | mutwilligen | mutwilligen | mutwilligen |
| Dativ | mutwilligen | mutwilligen | mutwilligen | mutwilligen |
| Akkusativ | mutwilligen | mutwillige | mutwilliges | mutwilligen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Szene zeigt eine Person, die nach einer ausdrücklichen Bitte erneut stört.
Obwohl die Gruppe ihn um Ruhe bittet, lässt Ole die aufgezeichneten Geräusche nochmals in voller Lautstärke abspielen. Die Wiederholung wirkt mutwillig, weil er die Störung kennt und sie gezielt fortsetzt.
Bitte, Kenntnis und Wiederholung stützen die Deutung. Eine einzelne unbeabsichtigte Fehlbedienung hätte dieselbe Bewertung nicht gerechtfertigt.
Ist jede absichtliche Handlung mutwillig?
Nein. Absichtlich sagt zunächst nur, dass etwas gewollt ist. Mutwillig bewertet meist eine leichtfertige oder schädigende Absicht.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
