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oberdeutsch

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
oberdeutsch
Worttrennung
ober·deutsch

Als sprachliche oder geografische Zuordnung wird das Wort gewöhnlich nicht gesteigert. Eine Form wie „typischer für diese Sprachform“ beschreibt eine Abstufung genauer, ohne aus einer Zugehörigkeit eine Rangordnung zu machen.

Formen und Verwendung im Detail

Oberdeutsch bezeichnet eine südliche Gruppe hochdeutscher Dialekte, zu der insbesondere alemannische und bairische Mundarten gehören.

Was bedeutet oberdeutsch?

Oberdeutsch ist eine sprachwissenschaftliche Gruppenbezeichnung. Hochdeutsch meint in dieser Einteilung nicht die heutige Standardsprache, sondern Dialekte, die durch die hochdeutsche Lautverschiebung geprägt sind. Innerhalb dieses Bereichs unterscheidet man unter anderem Mitteldeutsch und Oberdeutsch.

Die Grenzen einer Dialektgruppe decken sich nicht einfach mit heutigen Landesgrenzen. Oberdeutsche Sprachformen kommen auch außerhalb Deutschlands vor. Das Wort bezeichnet daher weder ausschließlich den Sprachgebrauch eines Bundeslandes noch eine besonders korrekte Aussprache. In historischen Untersuchungen muss zusätzlich die betrachtete Zeit genannt werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Karte zeigt oberdeutsche Dialektgebiete.“ Sie ordnet Mundarten nach sprachlichen Merkmalen, nicht nach ihrer angeblichen Qualität.
  • „Der Aufsatz untersucht einen oberdeutschen Lautwandel.“ Die Aussage betrifft ein sprachgeschichtliches Phänomen in diesem Dialektraum.
  • „In der Ausstellung kann man einen oberdeutschen Dialekt und eine standarddeutsche Übersetzung hören.“ Dialektgruppe und Standardsprache werden unterschieden. Die Übersetzung erklärt den Inhalt; sie macht die Mundart nicht zu einer schlechteren Sprachform.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Obersächsisch gehört zum ostmitteldeutschen Bereich. Die ähnlich aussehenden Namen sind deshalb keine austauschbaren Bezeichnungen.

Standarddeutsch bezeichnet die überregionale Standardsprache. Es ist kein Synonym für oberdeutsch.

Schreibweise und Grammatik

Das Adjektiv schreibt man oberdeutsch klein: die Karte zeigt oberdeutsche Dialektgebiete. Eine substantivierte Sprachbezeichnung wird dagegen großgeschrieben. Vor einem Nomen erhält das Adjektiv die passende Endung; nach sein oder bei einer näheren Bestimmung bleibt es ungebeugt.

Steigerung

Als sprachliche oder geografische Zuordnung wird das Wort gewöhnlich nicht gesteigert. Eine Form wie „typischer für diese Sprachform“ beschreibt eine Abstufung genauer, ohne aus einer Zugehörigkeit eine Rangordnung zu machen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativoberdeutscheroberdeutscheoberdeutschesoberdeutsche
Genitivoberdeutschenoberdeutscheroberdeutschenoberdeutscher
Dativoberdeutschemoberdeutscheroberdeutschemoberdeutschen
Akkusativoberdeutschenoberdeutscheoberdeutschesoberdeutsche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativoberdeutscheoberdeutscheoberdeutscheoberdeutschen
Genitivoberdeutschenoberdeutschenoberdeutschenoberdeutschen
Dativoberdeutschenoberdeutschenoberdeutschenoberdeutschen
Akkusativoberdeutschenoberdeutscheoberdeutscheoberdeutschen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativoberdeutscheroberdeutscheoberdeutschesoberdeutschen
Genitivoberdeutschenoberdeutschenoberdeutschenoberdeutschen
Dativoberdeutschenoberdeutschenoberdeutschenoberdeutschen
Akkusativoberdeutschenoberdeutscheoberdeutschesoberdeutschen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Lernaufgabe setzt ein Schüler oberdeutsch mit „besonders gutem Hochdeutsch“ gleich.

Hier ist oberdeutsch eine Bezeichnung für eine Dialektgruppe. Das Wort bewertet weder die Bildung noch die Sprachfähigkeit der Sprecher.

Die Korrektur erklärt die Einteilung, ohne Dialekte abzuwerten. Für die Zuordnung einer konkreten Mundart wären ihre sprachlichen Merkmale und eine genauere Dialektkarte heranzuziehen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.