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obersorbisch

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
obersorbisch
Worttrennung
ober·sor·bisch

Als sprachliche oder regionale Zuordnung gewöhnlich ohne Steigerung. Obersorbisch und Niedersorbisch bezeichnen verschiedene Sprachformen, keine Wertstufen.

Formen und Verwendung im Detail

Obersorbisch bedeutet die obersorbische Sprache oder den damit verbundenen kulturellen Bereich betreffend.

Was bedeutet obersorbisch?

Obersorbisch ist eine westslawische Sprache, die besonders mit der Oberlausitz verbunden ist. Sie besitzt eine eigene geschriebene Standardform. Eine obersorbische Übersetzung ist somit keine deutsche Mundartfassung eines Textes.

Daneben gibt es Niedersorbisch. Beide Sprachen sind verwandt, haben aber jeweils eigene Schriftformen. Die Bezeichnung obersorbisch kann sich auf Unterricht, Literatur, Medien oder einzelne sprachliche Formen beziehen. Sie sagt allein nichts darüber aus, welche weiteren Sprachen eine Person beherrscht oder welcher Identität sie sich zuordnet.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Das Lernangebot enthält obersorbische Hörtexte.“ Die Hörtexte dienen dem Lernen dieser Sprache.
  • „Eine obersorbische Ausgabe steht neben der deutschen Übersetzung.“ Die Bezeichnung unterscheidet die verwendeten Sprachen.
  • „Die Bibliothek stellt obersorbische Kinderbücher in einem eigenen Regal vor.“ Die Bezeichnung informiert über die Sprache der Bücher. Sie besagt nicht, dass nur Kinder aus der Oberlausitz sie lesen dürfen oder verstehen können.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Niedersorbisch ist eine verwandte Sprache mit eigener Standardform. Es ist nicht einfach eine Bezeichnung für unvollständiges oder schlechteres Obersorbisch.

Obersächsisch betrifft deutsche Mundarten. Die ähnliche geografische Umgebung macht die Begriffe nicht austauschbar.

Schreibweise und Grammatik

Das Adjektiv schreibt man obersorbisch klein: das Lernangebot enthält obersorbische Hörtexte. Eine substantivierte Sprachbezeichnung wird dagegen großgeschrieben. Vor einem Nomen erhält das Adjektiv die passende Endung; nach sein oder bei einer näheren Bestimmung bleibt es ungebeugt.

Steigerung

Als sprachliche oder geografische Zuordnung wird das Wort gewöhnlich nicht gesteigert. Eine Form wie „typischer für diese Sprachform“ beschreibt eine Abstufung genauer, ohne aus einer Zugehörigkeit eine Rangordnung zu machen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativobersorbischerobersorbischeobersorbischesobersorbische
Genitivobersorbischenobersorbischerobersorbischenobersorbischer
Dativobersorbischemobersorbischerobersorbischemobersorbischen
Akkusativobersorbischenobersorbischeobersorbischesobersorbische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativobersorbischeobersorbischeobersorbischeobersorbischen
Genitivobersorbischenobersorbischenobersorbischenobersorbischen
Dativobersorbischenobersorbischenobersorbischenobersorbischen
Akkusativobersorbischenobersorbischeobersorbischeobersorbischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativobersorbischerobersorbischeobersorbischesobersorbischen
Genitivobersorbischenobersorbischenobersorbischenobersorbischen
Dativobersorbischenobersorbischenobersorbischenobersorbischen
Akkusativobersorbischenobersorbischeobersorbischesobersorbischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Bibliothek soll eine Schülerin die Sprachangaben zweier Ausgaben vergleichen.

Die Kennzeichnung obersorbisch informiert darüber, in welcher Sprache der Text vorliegt; sie ist keine Bewertung seines Schwierigkeitsgrads.

Das Beispiel trennt Sprachzuordnung von Inhaltsbewertung. Ob die Ausgabe Übersetzungen, Erläuterungen oder verschiedene Sprachfassungen enthält, muss zusätzlich geprüft werden.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.