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obstinat

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
obstinat
Worttrennung
obs·ti·nat
Komparativ
obstinater
Superlativ
am obstinatesten

Möglich sind obstinater und am obstinatesten. Der konkrete Umgang mit Einwänden erklärt die Haltung besser als eine bloße Steigerung.

Formen und Verwendung im Detail

Obstinat bedeutet hartnäckig widersetzlich oder eigensinnig auf einer Haltung beharrend.

Was bedeutet obstinat?

Das eher gehobene Wort bewertet ein Festhalten an einer Haltung gewöhnlich kritisch. Es beschreibt nicht bloß Ausdauer, sondern eine Beharrlichkeit, die sich Einwänden oder Aufforderungen kaum öffnet.

Ob eine Figur obstinat wirkt, hängt auch von der Perspektive ab. Widerstand gegen eine ungerechte Forderung kann aus Sicht eines Gegners obstinat, aus anderer Sicht berechtigt und standhaft erscheinen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Figur bleibt trotz der widerlegten Begründung obstinat.“ Sie hält an ihrer Haltung fest, ohne den Einwand aufzunehmen.
  • „Der Erzähler beschreibt die obstinate Weigerung.“ Die Wortwahl enthält eine kritische Bewertung des Widerstands.
  • „Die Gegenfigur deutet dieselbe Haltung als standhaft.“ Die Bewertung verändert sich mit der Perspektive.

Synonyme für obstinat: passend zum Zusammenhang

Obstinat bezeichnet hartnäckigen Widerstand oder eigensinniges Beharren und klingt meist kritisch. Ein anderes Wort kann diese Kritik verstärken, abschwächen oder in Anerkennung verwandeln. Maßgeblich ist, wie eine Person mit Gründen und veränderten Umständen umgeht.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
eigensinnigFesthalten an der eigenen VorstellungBetont den eigenen Willen und die geringe Bereitschaft, sich nach anderen zu richten.
widersetzlichReaktion auf AufforderungenHebt den Widerstand gegen eine Anweisung hervor; ihre Berechtigung bleibt zunächst offen.
hartnäckigBeharrliches Verfolgen einer HaltungIst weiter gefasst und kann auch ausdauerndes, anerkennenswertes Handeln bezeichnen.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Er verweigert obstinat jede Anpassung des längst überholten Plans.“

Alternative: „Er verweigert eigensinnig jede Anpassung des längst überholten Plans.“

Eigensinnig betont das Festhalten am eigenen Wunsch. Die Angabe längst überholt trägt die Kritik stärker als das Adjektiv allein.

Ausgangssatz: „Die Figur antwortet auf jede Aufforderung obstinat mit Nein.“

Alternative: „Die Figur antwortet auf jede Aufforderung widersetzlich mit Nein.“

Widersetzlich macht das Verhältnis zur Aufforderung deutlich. Ob die Ablehnung unvernünftig oder ein berechtigter Widerstand ist, muss aus dem Zusammenhang hervorgehen.

Nicht gleichbedeutend: Standhaft wäre keine neutrale Ersetzung. Das Wort würdigt häufig das Festhalten an Grundsätzen und verändert damit die Bewertung. Eine Gegenfigur kann denselben Widerstand obstinat nennen, den der Erzähler als standhaft beschreibt. Dieser Perspektivwechsel gehört zur Interpretation.

Beim Formulieren: Obstinat bleiben bezeichnet fortgesetztes Beharren; sich widersetzen verlangt häufig ein Dativobjekt, etwa sich einer Forderung widersetzen. Eine Umschreibung sollte erkennen lassen, wogegen sich der Widerstand richtet und nicht nur eine allgemeine Starrheit behaupten.

Für eine Analyse sind entkräftete Gründe und erkennbare Alternativen aufschlussreich. Wenn die Figur selbst eine veränderte Lage bestätigt und trotzdem ohne neue Begründung alles ablehnt, wird die kritische Beschreibung nachvollziehbar. Eine einzelne unbequeme Rückfrage würde dafür noch nicht ausreichen.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Hartnäckig kann auch lobend gebraucht werden. Obstinat betont eher störendes oder unvernünftiges Beharren.

Standhaft würdigt häufig das Festhalten an Grundsätzen. Eine Analyse sollte zeigen, welcher Maßstab für die Wertung gilt.

Schreibweise und Grammatik

Richtig ist obstinat: ein obstinater Widerspruch, eine obstinate Weigerung.

Steigerung

Möglich sind obstinater und am obstinatesten. Der konkrete Umgang mit Einwänden erklärt die Haltung besser als eine bloße Steigerung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativobstinaterobstinateobstinatesobstinate
Genitivobstinatenobstinaterobstinatenobstinater
Dativobstinatemobstinaterobstinatemobstinaten
Akkusativobstinatenobstinateobstinatesobstinate
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativobstinateobstinateobstinateobstinaten
Genitivobstinatenobstinatenobstinatenobstinaten
Dativobstinatenobstinatenobstinatenobstinaten
Akkusativobstinatenobstinateobstinateobstinaten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativobstinaterobstinateobstinatesobstinaten
Genitivobstinatenobstinatenobstinatenobstinaten
Dativobstinatenobstinatenobstinatenobstinaten
Akkusativobstinatenobstinateobstinatesobstinaten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Gruppenszene besteht eine Figur auf einem Treffpunkt, obwohl sie selbst den inzwischen geänderten Veranstaltungsort bestätigt. Sie verweigert jede Anpassung, ohne einen weiteren Grund zu nennen.

In dieser Situation wirkt die Figur obstinat: Sie hält an ihrer Forderung fest, obwohl deren Grundlage nach ihrer eigenen Aussage entfallen ist.

Die Deutung bezieht sich auf das gezeigte Verhalten. Ein einzelner Konflikt genügt nicht, um den ganzen Charakter abschließend zu beurteilen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.