Meine Wörter

öd

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
öd
Worttrennung
öd
Komparativ
öder
Superlativ
am ödesten

Variante: öde. Der kurze Gebrauch öd ist emotional geprägt. Das Nomen Öde ist eine eigene Wortart.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Öd ist eine Form von öde. Das Adjektiv kann menschenleer, unfruchtbar oder langweilig und wenig ansprechend bedeuten. Es ist vom Nomen die Öde zu unterscheiden. Welche Bedeutung vorliegt, zeigen der beschriebene Gegenstand und die Perspektive.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Menschenleer oder verlassen wirken

Ein als öd beschriebener Ort zeigt keine erhoffte menschliche Belebtheit. Die Formulierung kann die Enttäuschung oder das Verlassenheitsgefühl einer wahrnehmenden Person hervorheben.

Nach dem Ende des Markts wirkt der Platz auf die heimkehrende Figur öd.

Der Gegensatz zum vorherigen Treiben trägt den Eindruck. Der Platz muss nicht ohne jedes pflanzliche oder tierische Leben sein.

Bedeutung 2: Unfruchtbar und wenig einladend sein

Bei einer Landschaft kann öd unfruchtbar oder unbebaut und deshalb wenig anziehend bedeuten. Diese Verwendung betrifft die Beschaffenheit oder den Eindruck einer Gegend.

Die Reisebeschreibung schildert eine öde, kaum bewachsene Fläche zwischen den Feldern.

Die geringe Vegetation macht die Beschreibung verständlich. Daraus folgt nicht, dass jeder menschenleere Platz unfruchtbar ist.

Bedeutung 3: Wenig Anregung oder Gehalt bieten

Übertragen kann öd etwas als langweilig, inhaltsarm oder wenig ansprechend bewerten. Das Urteil hängt von einer Perspektive und ihren Erwartungen ab.

Im Dialog nennt die Figur den immer gleichen Vortrag öd.

Sie empfindet ihn als wenig anregend. Der Satz beweist nicht, dass alle Zuhörenden dasselbe Urteil teilen.

öd: Synonyme und andere Wörter

Bei einer Gegend

menschenleer · verlassen · einsam · unfruchtbar

Menschenleer betrifft die Anwesenheit von Menschen. Unfruchtbar betrifft andere Eigenschaften einer Landschaft. Einsam kann einen abgelegenen Ort oder ein persönliches Gefühl bezeichnen und muss deshalb passend ergänzt werden.

„Ein menschenleerer Garten“ kann üppig wachsen. „Eine unfruchtbare Fläche“ sagt zunächst nichts über die Zahl der Anwesenden.

Bei einer Bewertung

langweilig · eintönig · inhaltsarm

Langweilig benennt mangelnde Anregung. Eintönig betont geringe Abwechslung, inhaltsarm wenig Gehalt. Diese präziseren Wörter passen zu unterschiedlichen Gründen für das Urteil öd.

„Der Vortrag ist eintönig“ kann seine Gestaltung kritisieren. „Er ist inhaltsarm“ richtet sich auf den Gehalt.

Beispiele und Verwendung

Den Bezug des Adjektivs erkennen

Die Gegend wirkt öde, der Bericht darüber ist jedoch spannend.

Die Beschreibung der Landschaft und die Wirkung des Textes können unterschiedlich ausfallen.

Nomen und Adjektiv trennen

Die Öde des Platzes bedrückt sie; im nächsten Satz nennt sie den Platz öd.

Öde ist im ersten Teil ein Nomen, öd im zweiten ein Adjektiv. Die Wörter werden nach unterschiedlichen Regeln gebeugt.

Grammatik und Beugung

Öd ist einsilbig und hat keine Trennstelle. Daneben steht die Variante öde. Die Steigerung lautet öder, am ödesten; in der gebeugten Grundstufe heißt es etwa ein öder Ort und eine öde Fläche.

Die Tabellen zeigen die Grundstufe des Adjektivs, nicht die Beugung des Nomens Öde. Die gemischte Pluralbeugung steht zum Beispiel nach keine oder meine. Nach einem Verb bleibt die jeweilige Grundform: der Platz wirkt öd oder öde.

öd: Starke Beugung: ohne Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativöderödeödesöde
Genitivödenöderödenöder
Dativödemöderödemöden
Akkusativödenödeödesöde
öd: Schwache Beugung: nach der, die, das
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativödeödeödeöden
Genitivödenödenödenöden
Dativödenödenödenöden
Akkusativödenödeödeöden
öd: Gemischte Beugung: nach ein, eine, ein; Plural nach kein
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativöderödeödesöden
Genitivödenödenödenöden
Dativödenödenödenöden
Akkusativödenödeödesöden