plausibel

Plausibel bedeutet einleuchtend, nachvollziehbar und angesichts der bekannten Umstände glaubhaft.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet plausibel?

Eine plausible Erklärung passt zu dem, was bekannt ist, und lässt sich gedanklich nachvollziehen. Das Wort bewertet damit ihre Überzeugungskraft unter bestimmten Voraussetzungen. Es behauptet noch nicht, dass die Erklärung bewiesen ist.

Gerade bei Textanalysen ist diese Grenze wichtig. Eine Deutung kann plausibel sein, wenn sie mehrere konkrete Beobachtungen sinnvoll verbindet. Sie muss trotzdem am Text überprüft werden und mögliche Gegenargumente berücksichtigen.

Plausibel ist auch nicht dasselbe wie angenehm oder erwünscht. Eine unbequeme Erklärung kann gut begründet sein. Umgekehrt kann eine erfreuliche Vermutung einleuchtend klingen und sich später als falsch herausstellen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Verspätung hat einen plausiblen Grund: Der vorherige Termin dauerte länger.“ Die Erklärung ist im beschriebenen Zusammenhang nachvollziehbar.
  • „Ihre Deutung wirkt plausibel, weil sie mehrere Textstellen miteinander verbindet.“ Die Bewertung stützt sich auf erkennbare Beobachtungen.
  • „Eine plausible Vermutung ist noch kein gesicherter Nachweis.“ Der Satz trennt Nachvollziehbarkeit und Beweis.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Richtig bewertet eine Aussage nach ihrer Übereinstimmung mit einem Maßstab oder Sachverhalt. Plausibel beschreibt zunächst, wie einleuchtend sie erscheint.

Möglich ist schwächer: Viele Erklärungen können möglich sein, ohne unter den bekannten Umständen besonders plausibel zu wirken.

Schreibweise und Grammatik

Plausibel wird mit au und der Endung -ibel geschrieben. Bei der Beugung entfällt das e der Endung: ein plausibler Grund, eine plausible Erklärung. Das Substantiv lautet Plausibilität.

Steigerung

Die Steigerung lautet plausibel – plausibler – am plausibelsten. Ein Vergleich sollte nennen, welche Erklärung mehr Beobachtungen berücksichtigt oder weniger unbegründete Annahmen benötigt.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativplausiblerplausibleplausiblesplausible
Genitivplausiblenplausiblerplausiblenplausibler
Dativplausiblemplausiblerplausiblemplausiblen
Akkusativplausiblenplausibleplausiblesplausible
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativplausibleplausibleplausibleplausiblen
Genitivplausiblenplausiblenplausiblenplausiblen
Dativplausiblenplausiblenplausiblenplausiblen
Akkusativplausiblenplausibleplausibleplausiblen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativplausiblerplausibleplausiblesplausiblen
Genitivplausiblenplausiblenplausiblenplausiblen
Dativplausiblenplausiblenplausiblenplausiblen
Akkusativplausiblenplausibleplausiblesplausiblen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene sagt eine Figur ein Treffen ab. Zuvor wurde beschrieben, dass sie dringend eine Aufgabe beenden muss. Eine Schülerin deutet die Absage als Folge des Zeitdrucks.

Die Deutung ist plausibel, weil sie die Absage mit einer zuvor genannten Belastung verbindet. Sie benötigt keine zusätzlich erfundene Abneigung gegen die andere Person.

Auch diese Erklärung bleibt eine Deutung, solange der Text die Motivation nicht eindeutig bestätigt. Plausibilität bedeutet nicht Gewissheit.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.