prinzipiell
Prinzipiell bedeutet grundsätzlich, einem Prinzip folgend oder die Grundlage einer Sache betreffend.
Was bedeutet prinzipiell?
Prinzipiell kann eine Haltung bezeichnen, die auf einem Grundsatz beruht. Wer etwas prinzipiell ablehnt, hat einen grundsätzlichen Einwand und nicht bloß Schwierigkeiten mit einem einzelnen Detail. Welcher Grundsatz gemeint ist, sollte erläutert werden.
Das Wort kann außerdem eine Zustimmung oder Möglichkeit auf der allgemeinen Ebene ausdrücken. Eine Sache kann prinzipiell möglich sein, obwohl im konkreten Fall noch Material, Zeit oder andere Voraussetzungen fehlen. Grundsätzliche Möglichkeit und tatsächliche Umsetzbarkeit sind verschieden.
Die Wendung eine prinzipielle Frage richtet den Blick auf Grundlagen. Sie unterscheidet sich von einer Frage der Reihenfolge, Gestaltung oder technischen Ausführung. Im jeweiligen Text sollte klar sein, ob ein fester Grundsatz oder eine noch eingeschränkte allgemeine Aussage gemeint ist.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Sie lehnt die Täuschung prinzipiell ab, auch wenn sie selbst davon profitieren könnte.“ Die Haltung beruht auf einem über den Einzelfall hinausgehenden Grundsatz.
- „Der Plan ist prinzipiell umsetzbar; für diese Woche fehlt jedoch das Material.“ Allgemeine Möglichkeit und konkrete Durchführung werden getrennt.
- „Zuerst klärt die Gruppe die prinzipielle Frage, wer entscheiden darf.“ Es geht um eine Grundlage des Verfahrens, nicht nur um Einzelheiten.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Grundsätzlich ist in vielen Zusammenhängen die passende Entsprechung. Auch hier entscheidet der Satz, ob eine feste Haltung oder die allgemeine Ebene gemeint ist.
Potenziell bezeichnet eine Möglichkeit oder Anlage. Prinzipiell betont stärker den Grundsatz beziehungsweise die Betrachtung auf grundlegender Ebene.
Schreibweise und Grammatik
Prinzipiell enthält die Folge -zi- und endet auf -ell: ein prinzipieller Einwand, eine prinzipielle Zustimmung. Als adverbiale Verwendung bleibt es unverändert: prinzipiell zustimmen.
Steigerung
Üblicherweise wird nicht gesteigert. Vergleichsformen kommen im Sinn von grundlegender vor; in einem klaren Sachtext ist die ausdrückliche Formulierung eine grundlegendere Frage meist leichter zu verstehen.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | prinzipieller | prinzipielle | prinzipielles | prinzipielle |
| Genitiv | prinzipiellen | prinzipieller | prinzipiellen | prinzipieller |
| Dativ | prinzipiellem | prinzipieller | prinzipiellem | prinzipiellen |
| Akkusativ | prinzipiellen | prinzipielle | prinzipielles | prinzipielle |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | prinzipielle | prinzipielle | prinzipielle | prinzipiellen |
| Genitiv | prinzipiellen | prinzipiellen | prinzipiellen | prinzipiellen |
| Dativ | prinzipiellen | prinzipiellen | prinzipiellen | prinzipiellen |
| Akkusativ | prinzipiellen | prinzipielle | prinzipielle | prinzipiellen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | prinzipieller | prinzipielle | prinzipielles | prinzipiellen |
| Genitiv | prinzipiellen | prinzipiellen | prinzipiellen | prinzipiellen |
| Dativ | prinzipiellen | prinzipiellen | prinzipiellen | prinzipiellen |
| Akkusativ | prinzipiellen | prinzipielle | prinzipielles | prinzipiellen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Projektbesprechung unterstützt eine Schülerin die Idee einer Ausstellung. Sie weist aber darauf hin, dass der vorgesehene Raum zum geplanten Termin nicht frei ist.
Ihre Zustimmung ist prinzipiell: Sie befürwortet die Idee, ohne damit schon dem konkreten Termin und Ablauf zuzustimmen.
Der Zusatz verhindert, dass eine grundsätzliche Zustimmung als vorbehaltlose Zusage zu allen Einzelheiten verstanden wird.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
