rezeptiv

Rezeptiv bedeutet aufnehmend, empfangend oder wahrnehmend.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet rezeptiv?

Rezeptiv beschreibt den Zugang zu etwas, das aufgenommen und verarbeitet wird. Im Sprachunterricht werden etwa Lesen und Hörverstehen als rezeptive Fertigkeiten bezeichnet; eigene mündliche und schriftliche Äußerungen gehören zur produktiven Seite.

Rezeptiv heißt dabei nicht gedankenlos oder untätig. Wer einen anspruchsvollen Text liest, verknüpft Informationen, prüft Bezüge und zieht Schlüsse. Die Unterscheidung betrifft die Art der Sprachhandlung, nicht den Grad geistiger Anstrengung.

Auch bei Kunst oder Wissen kann eine rezeptive Haltung die Aufnahme vorhandener Werke und Gedanken betonen. Das schließt eine anschließende eigene Gestaltung nicht aus.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Übung prüft rezeptive Fähigkeiten: Die Lernenden verstehen einen gehörten Dialog.“ Im Vordergrund steht das Aufnehmen und Verstehen.
  • „Ein rezeptiver Wortschatz kann größer sein als der aktiv verwendete Wortschatz.“ Man kann Wörter verstehen, ohne sie schon sicher selbst zu gebrauchen.
  • „Die rezeptive Beschäftigung mit dem Gedicht führt anschließend zu einem eigenen Text.“ Aufnehmen und Produzieren können aufeinander aufbauen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Aktiv bedeutet tätig. Rezeptives Verstehen kann sehr aktiv sein; das Wort ist deshalb kein einfaches Gegenstück zu aktiv.

Produktiv bezeichnet in diesem Zusammenhang das eigene Hervorbringen von Äußerungen. In einer Unterrichtsstunde können beide Arbeitsweisen zusammenkommen.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt rezeptiv, mit z und pt: eine rezeptive Aufgabe. Die ähnliche Schreibung von Rezept bedeutet nicht, dass es hier um eine ärztliche Verordnung geht.

Steigerung

Rezeptiver und am rezeptivsten sind bei Vergleichen einer Haltung möglich. Bei der fachlichen Einteilung der Fertigkeiten ist eine Steigerung gewöhnlich nicht nötig.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrezeptiverrezeptiverezeptivesrezeptive
Genitivrezeptivenrezeptiverrezeptivenrezeptiver
Dativrezeptivemrezeptiverrezeptivemrezeptiven
Akkusativrezeptivenrezeptiverezeptivesrezeptive
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrezeptiverezeptiverezeptiverezeptiven
Genitivrezeptivenrezeptivenrezeptivenrezeptiven
Dativrezeptivenrezeptivenrezeptivenrezeptiven
Akkusativrezeptivenrezeptiverezeptiverezeptiven
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrezeptiverrezeptiverezeptivesrezeptiven
Genitivrezeptivenrezeptivenrezeptivenrezeptiven
Dativrezeptivenrezeptivenrezeptivenrezeptiven
Akkusativrezeptivenrezeptiverezeptivesrezeptiven

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Lernübung hört Sam eine Wegbeschreibung und zeichnet die beschriebene Route ein. Danach erklärt er einem Partner selbst einen anderen Weg.

Der erste Schritt fordert vor allem rezeptives Sprachverstehen. Der zweite verlangt eine eigene sprachliche Produktion.

Dass Sam im ersten Schritt zeichnet, macht die Übung nicht gedankenlos: Er muss die gehörten Angaben verstehen und sinnvoll zuordnen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.