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taxativ

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
taxativ
Worttrennung
ta·xa·tiv

Im Sinn von abschließend wird gewöhnlich nicht gesteigert. „Genauer“ oder „ausführlicher“ beschreibt die Darstellung, nicht ihren Anspruch auf Vollständigkeit.

Formen und Verwendung im Detail

Taxativ bedeutet abschließend oder vollständig aufzählend. Das Fachwort begegnet besonders in österreichischer Rechts- und Verwaltungssprache.

Was bedeutet taxativ?

Eine taxative Aufzählung wird als vollständige Angabe der gemeinten Fälle verstanden. Sie möchte nicht bloß einige Beispiele nennen. Deshalb ist der Gegensatz zu einer beispielhaften Aufzählung für das Textverständnis zentral.

Ob eine konkrete Regel tatsächlich abschließend auszulegen ist, hängt vom gesamten Text und gegebenenfalls vom rechtlichen Zusammenhang ab. Das Wort lässt sich sprachlich erklären, ersetzt aber keine Auslegung einer realen Vorschrift. Für allgemein verständliche Texte ist „abschließend aufgezählt“ meist zugänglicher.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Im erfundenen Regeltext sind die zulässigen Farben taxativ aufgezählt.“ Die Liste soll sämtliche zulässigen Farben nennen.
  • „Die Beispiele sind ausdrücklich nicht taxativ.“ Weitere Fälle bleiben möglich.
  • „Die Erklärung ersetzt taxativ durch abschließend.“ Das seltene Fachwort wird durch eine verständliche Entsprechung ersetzt.

Synonyme für taxativ: passend zum Zusammenhang

Taxativ bezeichnet eine abschließende Aufzählung. Die genannten Fälle sollen im jeweiligen Bezugsbereich vollständig erfasst sein, nicht bloß als Beispiele dienen. Eine verständliche Umschreibung erläutert genau diesen Anspruch. Wie eine reale Vorschrift auszulegen ist, ergibt sich jedoch aus ihrem gesamten Zusammenhang und nicht aus einer isolierten Wortersetzung.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
abschließendAufzählungen mit geschlossenem UmfangIst die meist naheliegende allgemein verständliche Entsprechung.
vollständigListen aller zugehörigen FälleBraucht einen festgelegten Bezugsbereich. Vollständig heißt nicht automatisch inhaltlich richtig.
erschöpfendumfassender Erfassung eines BereichsBetont, dass keine zugehörigen Fälle ausgelassen werden; ausführliche Erläuterung ist damit nicht zwingend gemeint.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die erlaubten Spielfarben sind taxativ aufgezählt.“
Alternative: „Die erlaubten Spielfarben sind abschließend aufgezählt.“

Im erfundenen Regelbeispiel kommen nur die genannten Farben infrage. Die Umschreibung erhält den geschlossenen Umfang und vermeidet ein seltenes Fachwort.

Ausgangssatz: „Die genannten Beispiele sind nicht taxativ.“
Alternative: „Die genannten Beispiele bilden keine vollständige Aufzählung.“

Die Verneinung bleibt erhalten: Weitere Fälle sind möglich. Die zweite Fassung erklärt das Verhältnis zwischen Beispielen und Gesamtmenge deutlicher.

Hier passt der Austausch nicht: Detailliert beschreibt den Grad der Ausführlichkeit. Eine lange, genaue Liste kann trotzdem Fälle auslassen. Umgekehrt kann eine kurze Liste taxativ sein, wenn der festgelegte Bereich nur wenige Elemente umfasst.

Exemplarisch meint eine Auswahl von Beispielen und bildet hier gerade keinen Ersatz. Bei einer Überarbeitung sind Wörter wie etwa, insbesondere und ausschließlich wichtige Hinweise auf den gemeinten Umfang. Sie dürfen nicht stillschweigend geändert werden. Für reale rechtliche Texte ersetzt diese sprachliche Unterscheidung keine Prüfung der vollständigen Regelung.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Exemplarisch kann eine Auswahl typischer Beispiele bezeichnen. Taxativ beansprucht dagegen Vollständigkeit der jeweiligen Aufzählung.

Detailliert heißt ausführlich. Auch eine sehr ausführliche Liste kann unvollständig sein und ist dann nicht schon deshalb taxativ.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet taxativ, mit x. Beugungsbeispiele: eine taxative Aufzählung, mit taxativen Listen. In taxativ aufzählen bleibt die Grundform stehen.

Steigerung

Im Sinn von abschließend wird gewöhnlich nicht gesteigert. „Genauer“ oder „ausführlicher“ beschreibt die Darstellung, nicht ihren Anspruch auf Vollständigkeit.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtaxativertaxativetaxativestaxative
Genitivtaxativentaxativertaxativentaxativer
Dativtaxativemtaxativertaxativemtaxativen
Akkusativtaxativentaxativetaxativestaxative
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtaxativetaxativetaxativetaxativen
Genitivtaxativentaxativentaxativentaxativen
Dativtaxativentaxativentaxativentaxativen
Akkusativtaxativentaxativetaxativetaxativen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtaxativertaxativetaxativestaxativen
Genitivtaxativentaxativentaxativentaxativen
Dativtaxativentaxativentaxativentaxativen
Akkusativtaxativentaxativetaxativestaxativen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Ein erfundenes Brettspiel erlaubt für eine Aktion genau die Farben Rot, Blau und Grün. Die Anleitung stellt klar, dass keine weiteren Farben gelten.

Die Liste ist taxativ: Für diese Spielaktion kommen nur die drei genannten Farben infrage.

Das überschaubare Beispiel macht den Vollständigkeitsanspruch sichtbar. Es wird bewusst keine reale Rechtsvorschrift beurteilt.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.