unbekannt

Unbekannt bedeutet nicht bekannt oder nur wenigen Menschen bekannt. Es kann fehlendes Wissen ebenso wie geringe öffentliche Bekanntheit bezeichnen.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet unbekannt?

Bei einer unbekannten Ursache fehlt eine Information. Bei einer unbekannten Autorin geht es häufig darum, dass wenige Menschen ihren Namen oder ihre Arbeit kennen. Diese Fälle sind zu trennen: Eine wenig bekannte Person kann für einen kleinen Kreis sehr vertraut sein.

Wichtig ist außerdem die Frage: unbekannt für wen? Ein unbekanntes Wort kann einer Lerngruppe neu sein, obwohl es in einem Fachgebiet alltäglich ist. Der Ausdruck beschreibt dann eine Wissenslage, keine objektive Eigenschaft des Worts.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Herkunft des Briefes ist noch unbekannt.“ Eine bestimmte Information liegt bisher nicht vor.
  • „Die Veranstaltung stellt bislang unbekannte Gedichte der Autorin vor.“ Die Texte waren dem gemeinten Publikum noch nicht bekannt.
  • „Der Begriff ist mir unbekannt, meiner Kollegin aber vertraut.“ Die unterschiedliche Perspektive wird ausdrücklich genannt.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Anonym bedeutet, dass ein Name nicht genannt oder nicht zugeordnet wird. Eine anonyme Nachricht kann einen längst bekannten Inhalt enthalten; eine unbekannte Person kann sich mit vollem Namen vorstellen.

Neu bezeichnet häufig eine jüngere Entstehung oder Anschaffung. Etwas seit Jahrhunderten Bestehendes kann einem Menschen unbekannt sein. Neuheit und Bekanntheit sind deshalb nicht gleichzusetzen.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt unbekannt mit doppeltem n. Beugungen sind eine unbekannte Zahl, mit unbekannten Personen. Substantiviert wird großgeschrieben: ein Unbekannter, ins Unbekannte.

Steigerung

Möglich sind unbekannter und am unbekanntesten, besonders beim Vergleich öffentlicher Bekanntheit. Bei einer bestimmten fehlenden Information ist eine Steigerung meist nicht sinnvoll: Der gesuchte Name ist bekannt oder noch nicht bekannt.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunbekannterunbekannteunbekanntesunbekannte
Genitivunbekanntenunbekannterunbekanntenunbekannter
Dativunbekanntemunbekannterunbekanntemunbekannten
Akkusativunbekanntenunbekannteunbekanntesunbekannte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunbekannteunbekannteunbekannteunbekannten
Genitivunbekanntenunbekanntenunbekanntenunbekannten
Dativunbekanntenunbekanntenunbekanntenunbekannten
Akkusativunbekanntenunbekannteunbekannteunbekannten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunbekannterunbekannteunbekanntesunbekannten
Genitivunbekanntenunbekanntenunbekanntenunbekannten
Dativunbekanntenunbekanntenunbekanntenunbekannten
Akkusativunbekanntenunbekannteunbekanntesunbekannten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Buchvorstellung bezeichnet eine Schülerin einen älteren Roman zunächst als neu. Tatsächlich war er nur bisher nicht in ihrer Schulbibliothek vorhanden.

Der Roman ist für unsere Gruppe bisher unbekannt. Neu ist seine Aufnahme in die Bibliothek, nicht seine Entstehung.

Die Überarbeitung trennt die persönliche Entdeckung von einer Aussage über das Alter des Werks.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.