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unfroh

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
unfroh
Worttrennung
un·froh
Komparativ
unfroher
Superlativ
am unfrohesten; am unfrohsten selten/unüblich

Nicht froh oder missgestimmt; einzelne Wirkung nicht ungeprüft als dauerhafte Persönlichkeit deuten. Kürzere Superlativform selten beziehungsweise unüblich.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Unfroh bedeutet nicht froh oder missgestimmt. Das Adjektiv kann eine augenblickliche Verfassung oder einen entsprechenden Eindruck beschreiben. Es nennt für sich noch keinen bestimmten Anlass und ist keine zuverlässige Diagnose des inneren Zustands einer Person.

Bedeutungen

1 Nicht froh oder missgestimmt

Unfroh beschreibt fehlende Freude oder eine missgestimmte Verfassung. Ein unfroher Blick kann auf einen solchen Zustand hindeuten; wie jemand tatsächlich empfindet, muss im konkreten Zusammenhang begründet werden.

„Nach der unerwarteten Absage sitzt die Figur unfroh am Fenster und antwortet nur knapp.“

Anlass und Verhalten machen die Deutung nachvollziehbar. Ob auch Enttäuschung, Ärger oder Müdigkeit beteiligt sind, bleibt ohne weitere Textstellen offen.

unfroh: Synonyme und andere Wörter

Unfroh oder freudlos?

Freudlos hebt fehlende Freude hervor. Unfroh kann ähnlich gebraucht werden und zugleich eine missgestimmte Verfassung nahelegen. Die Wörter bilden aber keine starre Grenze zwischen verschiedenen Gefühlen.

Eine sachliche Beschreibung sollte Anlass und Wahrnehmung nennen. Das Ausbleiben eines Lächelns allein beweist nicht, dass jemand keinerlei Freude empfindet.

„Sie wirkt heute unfroh.“ – „Sie wirkt heute freudlos.“ Beide Sätze begrenzen den Eindruck auf die gegenwärtige Situation.

Unfroh, traurig oder lustlos?

Traurig nennt Kummer deutlicher. Lustlos betont fehlenden Antrieb oder fehlende Bereitschaft zu einer Tätigkeit. Diese Wörter können zur gleichen Szene passen, setzen aber andere Schwerpunkte.

Wer unfroh eine Aufgabe erfüllt, muss sie nicht verweigern oder nachlässig bearbeiten. Die Gefühlslage und die Qualität der Arbeit sind getrennte Aussagen.

„Er arbeitet unfroh, aber gewissenhaft.“ Das ist kein Widerspruch. „Er arbeitet lustlos“ lenkt stärker auf seine Bereitschaft und Motivation.

Beispiele und Verwendung

Eine Beobachtung begrenzen

„Sie wirkt beim Abschied unfroh.“ – „Sie ist ein unfroher Mensch.“

Der erste Satz betrifft eine einzelne Szene. Der zweite verallgemeinert und braucht deutlich mehr Anhaltspunkte als eine momentane Reaktion.

Den Anlass nicht erfinden

„Die Erzählerin beschreibt seinen Blick als unfroh, nennt aber keinen Grund.“

In einer Zusammenfassung darf die fehlende Ursache nicht stillschweigend ergänzt werden. Man kann den Eindruck wiedergeben und die offene Erklärung ausdrücklich benennen.

Grammatik und Beugung

Die Worttrennung lautet un·froh. Vor einem Nomen wird das Adjektiv gebeugt: ein unfroher Blick, mit unfrohen Blicken. Nach sein oder wirken bleibt die Grundform stehen: Sie ist unfroh; sie wirkt unfroh. Adverbialer Gebrauch wie unfroh antworten macht aus dem Adjektiv nicht automatisch eine andere Wortart.

Die belegte Steigerung lautet unfroh – unfroher – am unfrohesten; die kürzere Superlativvariante am unfrohsten ist selten beziehungsweise unüblich. Eine solche Steigerung vergleicht den beschriebenen Eindruck oder Grad, nicht einen genau gemessenen Gefühlswert.

Die Tabellen zeigen die tatsächlichen Formen der Grundstufe. Im gemischten Plural steht keine, weil ein keinen Plural hat. Der Stamm unfroh bleibt lesbar erhalten; nur die tatsächlich vorhandenen Endungen sind dezent markiert.

Starke Beugung: ohne Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativunfroherunfroheunfrohesunfrohe
Genitivunfrohenunfroherunfrohenunfroher
Dativunfrohemunfroherunfrohemunfrohen
Akkusativunfrohenunfroheunfrohesunfrohe
Schwache Beugung: nach der, die, das
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativder unfrohedie unfrohedas unfrohedie unfrohen
Genitivdes unfrohender unfrohendes unfrohender unfrohen
Dativdem unfrohender unfrohendem unfrohenden unfrohen
Akkusativden unfrohendie unfrohedas unfrohedie unfrohen
Gemischte Beugung: nach ein, im Plural nach keine
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativein unfrohereine unfroheein unfroheskeine unfrohen
Genitiveines unfroheneiner unfroheneines unfrohenkeiner unfrohen
Dativeinem unfroheneiner unfroheneinem unfrohenkeinen unfrohen
Akkusativeinen unfroheneine unfroheein unfroheskeine unfrohen