ungemein

Ungemein bedeutet in sehr hohem Maß oder außergewöhnlich stark.

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Was bedeutet ungemein?

Ungemein verstärkt häufig ein Verb oder ein weiteres Adjektiv: sich ungemein freuen, ungemein hilfreich. Die Wertung kann positiv oder negativ sein; entscheidend ist das verstärkte Wort.

Auch vor einem Nomen sind Verbindungen wie eine ungemeine Anstrengung möglich. Hier beschreibt das Wort einen ungewöhnlich großen Umfang. Es bedeutet nicht einfach das Gegenteil von gemein im Sinn von boshaft.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die anschauliche Skizze ist ungemein hilfreich.“ Das Wort hebt den großen Nutzen hervor.
  • „Die Suche kostet sie eine ungemeine Anstrengung.“ Die Stärke des erforderlichen Einsatzes wird betont.
  • „Er freut sich ungemein über die Rückmeldung.“ Die Intensität eines Gefühls wird verstärkt.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Ungeheuer kann ebenfalls einen hohen Grad ausdrücken. Ungemein wirkt in vielen Verbindungen weniger bildhaft bedrohlich und lässt sich oft durch sehr ersetzen.

Außergewöhnlich kann ausdrücklich eine Abweichung vom Üblichen beschreiben. Ungemein wird besonders als Verstärkung verwendet und liefert selbst noch keinen konkreten Vergleichsmaßstab.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet ungemein mit ei. Vor einem Nomen wird gebeugt: ein ungemeiner Aufwand. Bei einem Verb oder Adjektiv bleibt es unverändert: ungemein helfen, ungemein klar.

Steigerung

Das Wort wird gewöhnlich nicht gesteigert. In ein ungemeiner Aufwand ist -er eine Endung der Grundstufe. Für Vergleiche eignen sich größerer Aufwand oder konkrete Angaben.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativungemeinerungemeineungemeinesungemeine
Genitivungemeinenungemeinerungemeinenungemeiner
Dativungemeinemungemeinerungemeinemungemeinen
Akkusativungemeinenungemeineungemeinesungemeine
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativungemeineungemeineungemeineungemeinen
Genitivungemeinenungemeinenungemeinenungemeinen
Dativungemeinenungemeinenungemeinenungemeinen
Akkusativungemeinenungemeineungemeineungemeinen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativungemeinerungemeineungemeinesungemeinen
Genitivungemeinenungemeinenungemeinenungemeinen
Dativungemeinenungemeinenungemeinenungemeinen
Akkusativungemeinenungemeineungemeinesungemeinen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Lernszene versteht eine Figur eine Regel zunächst nicht. Eine Zeichnung zeigt ihr dann unmittelbar, wie die einzelnen Teile zusammenhängen.

Die Zeichnung ist für sie ungemein hilfreich, weil sie den zuvor unklaren Zusammenhang sichtbar macht. Die Begründung erklärt, worin der große Nutzen liegt.

Die Formulierung verbindet die Verstärkung mit einer konkreten Wirkung statt mit bloßem Lob.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.