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ungeschliffen

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
ungeschliffen
Worttrennung
un·ge·schlif·fen
Komparativ
ungeschliffener
Superlativ
am ungeschliffensten

Steigerung im übertragenen Sinn grob/unhöflich; wörtlicher Bearbeitungszustand gewöhnlich ohne Steigerung.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ungeschliffen bedeutet wörtlich noch nicht durch Schleifen bearbeitet. Übertragen beschreibt es einen groben, wenig taktvollen Umgang oder eine noch wenig verfeinerte Ausdrucksweise.

Bedeutungen

1 Noch nicht geschliffen

Ein ungeschliffener Stein oder eine ungeschliffene Oberfläche hat die betreffende Bearbeitung noch nicht erhalten. Welche weiteren Eigenschaften der Gegenstand hat, ist damit nicht vollständig beschrieben.

„In der Schachtel lagen kleine ungeschliffene Edelsteine.“

Der Bearbeitungszustand wird genannt. Ob die Steine später geschliffen werden sollen, bleibt offen.

2 Grob oder ohne feine Umgangsformen

Übertragen heißt ungeschliffen, dass jemand gute Manieren oder Takt vermissen lässt. Die Bezeichnung ist dabei abwertend. Bei Sprache kann sie eine wenig ausgefeilte Ausdrucksweise kritisieren.

„Seine ungeschliffene Antwort verletzte die höflich fragende Besucherin.“

Hier ist keine Oberfläche gemeint. Der Ton der Antwort wird beurteilt, nicht ihr Schliff im handwerklichen Sinn.

ungeschliffen: Synonyme und andere Wörter

Unbearbeitet oder roh

Unbearbeitet passt beim Materialzustand; roh kann ebenfalls fehlende Bearbeitung bezeichnen.

Nicht jede Bearbeitung ist Schleifen. Ein bereits gesägter Stein kann immer noch ungeschliffen sein.

„Der Stein ist ungeschliffen“ ist genauer auf diesen Arbeitsgang bezogen als „Der Stein ist unbearbeitet“.

Grob oder unhöflich

Grob und unhöflich passen beim Umgang mit Menschen.

Direkt ist dagegen nicht automatisch unhöflich. Eine klare Ablehnung kann taktvoll formuliert sein.

„Die Antwort war ungeschliffen.“ – „Die Antwort war grob und ohne Rücksicht formuliert.“

Beispiele und Verwendung

Eine Textüberarbeitung beschreiben

„Der erste Entwurf wirkt stellenweise noch ungeschliffen.“

Das Bild kann einen fehlenden sprachlichen Feinschliff meinen. Für eine hilfreiche Rückmeldung sollten etwa abrupte Übergänge oder unpassende Formulierungen genannt werden.

Eine Personenwertung begrenzen

„In dieser Begegnung zeigt die Figur ein ungeschliffenes Benehmen.“

Die Einschränkung auf die Begegnung ist genauer als ein Urteil über den gesamten Menschen.

Grammatik und Beugung

Die Steigerung ist bedeutungsabhängig: Beim Materialzustand steht gewöhnlich die Grundstufe. Im übertragenen Sinn sind ungeschliffener und am ungeschliffensten möglich, wenn Grade groben Benehmens verglichen werden.

Die Worttrennung lautet un·ge·schlif·fen. Ein ungeschliffener Stein enthält eine Flexionsendung der Grundstufe; Sein Ton ist ungeschliffener als zuvor enthält einen wirklichen Vergleich.

Starke Beugung ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativungeschliffenerungeschliffeneungeschliffenesungeschliffene
Genitivungeschliffenenungeschliffenerungeschliffenenungeschliffener
Dativungeschliffenemungeschliffenerungeschliffenemungeschliffenen
Akkusativungeschliffenenungeschliffeneungeschliffenesungeschliffene
Schwache Beugung mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder ungeschliffenedie ungeschliffenedas ungeschliffenedie ungeschliffenen
Genitivdes ungeschliffenender ungeschliffenendes ungeschliffenender ungeschliffenen
Dativdem ungeschliffenender ungeschliffenendem ungeschliffenenden ungeschliffenen
Akkusativden ungeschliffenendie ungeschliffenedas ungeschliffenedie ungeschliffenen
Gemischte Beugung, etwa mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein ungeschliffenereine ungeschliffeneein ungeschliffenes(keine) ungeschliffenen
Genitiveines ungeschliffeneneiner ungeschliffeneneines ungeschliffenen(keiner) ungeschliffenen
Dativeinem ungeschliffeneneiner ungeschliffeneneinem ungeschliffenen(keinen) ungeschliffenen
Akkusativeinen ungeschliffeneneine ungeschliffeneein ungeschliffenes(keine) ungeschliffenen