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ungut

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
ungut
Worttrennung
un·gut

Ungut wird gewöhnlich nicht gesteigert. Statt einer Vergleichsform sind je nach Bedeutung unangenehmer, bedenklicher oder beunruhigender geeigneter.

Formen und Verwendung im Detail

Ungut bedeutet unangenehm, bedenklich oder wenig erfreulich. Besonders häufig steht es in ein ungutes Gefühl und nichts für ungut.

Was bedeutet ungut?

Ein ungutes Gefühl ist eine beunruhigende oder unangenehme Empfindung. Es kann durch konkrete Beobachtungen ausgelöst werden, ohne bereits eine gesicherte Aussage über die Situation zu liefern. Gefühl und überprüfbarer Grund sollten auseinandergehalten werden.

Die Wendung nichts für ungut soll eine mögliche Kränkung abschwächen oder um Nachsicht bitten. Sie macht eine folgende unfreundliche Bemerkung jedoch nicht automatisch freundlich. Entscheidend bleibt, was tatsächlich gesagt wird.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Bei der widersprüchlichen Erklärung bekommt sie ein ungutes Gefühl.“ Die Irritation hat einen benannten Anlass, beweist aber noch keine Täuschung.
  • „Der Streit hinterlässt eine ungute Stimmung.“ Die Atmosphäre wird als belastet beschrieben.
  • „Nichts für ungut, aber an dieser Stelle fehlt noch ein Beispiel.“ Die feste Wendung kann eine sachliche Kritik abmildernd einleiten.

Synonyme für ungut: passend zum Zusammenhang

Ungut beschreibt etwas als unangenehm, bedenklich oder beunruhigend. Besonders ein ungutes Gefühl bleibt zunächst eine Empfindung, deren Grund noch nicht sicher feststeht. Die Alternative sollte zeigen, ob Unbehagen, Sorge oder eine negative Entwicklung gemeint ist. Ein Gefühl kann zur Nachfrage anregen, ersetzt aber keinen Beleg für einen vermuteten Fehler.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
unbehaglichFehlendes Wohlgefühl in einer SituationPasst zu Empfindungen und Atmosphäre, ohne eine bestimmte Gefahr zu behaupten.
beunruhigendAnlass für Sorge oder innere UnruheBetont die Wirkung eines Vorgangs auf jemanden.
bedenklichEntwicklung, die zu begründeten Bedenken Anlass gibtStärker auf eine Bewertung gerichtet als eine bloß unangenehme Stimmung.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Nach den widersprüchlichen Antworten blieb ihr ein ungutes Gefühl.“

Alternative: „Nach den widersprüchlichen Antworten blieb ihr ein Gefühl des Unbehagens.“

Die Umschreibung erhält die Empfindung, ohne den vermuteten Grund als Tatsache auszugeben. Die Antworten können Anlass zur Klärung sein, beweisen aber für sich genommen noch keine Täuschung.

Ausgangssatz: „Das Gespräch nahm eine ungute Wendung, als die persönlichen Vorwürfe begannen.“

Alternative: „Das Gespräch nahm eine bedenkliche Wendung, als die persönlichen Vorwürfe begannen.“

Bedenklich betont die kritische Bewertung des Verlaufs. Die konkret genannten Vorwürfe machen verständlich, worauf sie beruht; bloßes Andersdenken wäre dafür nicht schon ausreichend.

Nicht gleichbedeutend: Ungewiss bezeichnet fehlende Sicherheit über einen Sachverhalt und muss kein Unbehagen auslösen. Schlecht ist wiederum sehr allgemein und kann die vorsichtige Andeutung von ungut unnötig vergröbern.

Beim Formulieren: Die feste Wendung nichts für ungut lässt sich nicht durch nichts für unangenehm ersetzen. Je nach Absicht passt nimm es mir bitte nicht übel; auch diese Bitte macht eine verletzende Bemerkung nicht automatisch angemessen.

Für klare Texte lohnt die Trennung von Beobachtung, Gefühl und Urteil. Nenne erst den Widerspruch, dann die ausgelöste Sorge und schließlich, was noch geklärt werden muss. So bleibt aus einer Ahnung kein scheinbar gesicherter Vorwurf übrig.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Unbehaglich beschreibt fehlendes Wohlgefühl genauer. Ungut kann darüber hinaus eine unbestimmte Sorge oder bedenkliche Entwicklung andeuten.

Ungewiss betrifft fehlende Sicherheit über einen Sachverhalt. Ein ungewisser Ausgang muss nicht zwingend ein ungutes Gefühl auslösen.

Schreibweise und Grammatik

Die Form lautet ungut, zusammengeschrieben. Vor Nomen wird gebeugt: ein ungutes Gefühl, in unguter Erinnerung. In nichts für ungut bleibt die Form unverändert.

Steigerung

Ungut wird gewöhnlich nicht gesteigert. Statt einer Vergleichsform sind je nach Bedeutung unangenehmer, bedenklicher oder beunruhigender geeigneter.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunguterunguteungutesungute
Genitivungutenunguterungutenunguter
Dativungutemunguterungutemunguten
Akkusativungutenunguteungutesungute
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunguteunguteunguteunguten
Genitivungutenungutenungutenunguten
Dativungutenungutenungutenunguten
Akkusativungutenunguteunguteunguten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunguterunguteungutesunguten
Genitivungutenungutenungutenunguten
Dativungutenungutenungutenunguten
Akkusativungutenunguteungutesunguten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung berichtet eine Figur zweimal unterschiedlich über denselben Ablauf. Ihre Freundin bemerkt den Widerspruch und wird unruhig, fragt aber zunächst nach.

Die widersprüchlichen Angaben lösen ein ungutes Gefühl aus. Die Freundin behandelt dieses Gefühl als Anlass zur Klärung, nicht bereits als Beweis für eine Lüge.

Die Erklärung macht den Unterschied zwischen einer Wahrnehmung, ihrer emotionalen Wirkung und einem gesicherten Urteil deutlich.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.