unproduktiv
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- unproduktiv
- Worttrennung
- un·pro·duk·tiv
- Komparativ
- unproduktiver
- Superlativ
- am unproduktivsten
Tätigkeit/Ertrag nach genanntem Maßstab beurteilen; keine pauschale Bewertung menschlichen Werts. Tabellen zur Grundstufe.
Gebrauch: Wirtschaft: geringe Hervorbringung von Produkten/Werten; allgemein: unergiebig, nichts erbringend.
Definition · kurz erklärt
Unproduktiv kann im wirtschaftlichen Zusammenhang geringen Ertrag oder geringe Hervorbringung bezeichnen. Im allgemeinen Gebrauch beschreibt es eine Tätigkeit ohne brauchbares Ergebnis. Das Wort beurteilt einen Vorgang oder einen Bereich, nicht den Wert eines Menschen.
Bedeutungen
Wenig oder keine Produkte oder Werte hervorbringen
In der Wirtschaft kann unproduktiv eine Tätigkeit mit keiner oder nur geringer Hervorbringung von Gütern oder Werten bezeichnen. Woran der Ertrag gemessen wird, muss der Zusammenhang deutlich machen.
„In der erfundenen Ziegelei bleibt der Brenntag unproduktiv: Nach dem Fehlbrand sind fast keine brauchbaren Ziegel entstanden.“
Die Beurteilung bezieht sich auf die entstandenen Erzeugnisse dieses Tages. Der Satz erklärt nicht die gesamte Wirtschaftlichkeit des Betriebs oder den Einsatz der Beschäftigten.
Kein brauchbares Ergebnis erbringen
Eine Suche, ein Gespräch oder eine andere Tätigkeit bleibt unergiebig. Das kann trotz großen Aufwands geschehen. Ebenso kann ein zunächst ergebnisloser Versuch später noch eine nützliche Erkenntnis liefern.
„Die Suche im falschen Archivschrank bleibt unproduktiv; nach zwei Stunden hat Lina keinen der gesuchten Briefe gefunden.“
Die fehlenden Funde erklären das Urteil für diese Suche. Ob Lina fleißig oder nachlässig gearbeitet hat, ergibt sich nicht allein daraus.
Synonyme: andere Wörter für unproduktiv
Unproduktiv oder kontraproduktiv?
unergiebig · ergebnislos · kontraproduktiv
Unproduktiv betont den fehlenden oder geringen Ertrag. Das bildungssprachliche Kontraproduktiv geht weiter: Ein Vorgehen wirkt dem angestrebten Ziel entgegen. Untätig beschreibt dagegen fehlende Aktivität; auch viel Aktivität kann unproduktiv bleiben.
„Der Probebrand erbringt kein brauchbares Muster“ erklärt unproduktiv. „Dabei wird zusätzlich die einzige benötigte Vergleichsprobe zerstört“ beschreibt darüber hinaus eine hinderliche Folge.
Ein fehlendes Ergebnis und ein zusätzlicher Rückschritt sind verschiedene Aussagen.
Den Gegenbegriff passend verwenden
produktiv · ertragreich · ergiebig
Produktiv hebt ein brauchbares Hervorbringen hervor. Ein Gegenbegriff passt nur zum gleichen Maßstab: Zahl, Qualität und Verwendbarkeit können zu unterschiedlichen Urteilen führen.
„Die Suche war unproduktiv, weil kein Brief gefunden wurde“ nennt einen Maßstab. „Sie war produktiv, weil dabei erstmals das Ablagesystem verstanden wurde“ nennt einen anderen Ertrag.
Beide Perspektiven müssen erklärt werden, statt sie allein mit einem Wortwechsel gegeneinander auszuspielen.
Beispiele und Verwendung
Einen Zeitraum begrenzen
„Der erste Suchnachmittag war unproduktiv; mit dem richtigen Verzeichnis fand Lina am nächsten Tag drei Briefe.“
Das Urteil gilt dem ersten Zeitraum. Es wird nicht pauschal auf jede spätere Arbeit übertragen.
Eine starke Bewertung erläutern
„Die Figur nennt das Gespräch unproduktiv, weil weder eine Frage geklärt noch ein nächster Schritt vereinbart wurde.“
Die genannten fehlenden Ergebnisse machen ihre Bewertung nachvollziehbar. Die Länge des Gesprächs allein würde nicht genügen.
Grammatik und Beugung
Die Steigerung lautet unproduktiver – am unproduktivsten. Verglichen wird ein geringer werdender Ertrag oder ein stärkerer Eindruck von Ergebnislosigkeit. Der Maßstab sollte gleich bleiben.
Vor einem Nomen heißt es ein unproduktiver Versuch oder nach unproduktiven Stunden. Bei einer Beschreibung der Arbeitsweise bleibt die Grundform: Die Gruppe arbeitet unproduktiv.
Ein unproduktiver Nachmittag enthält die Grundstufe mit einer Beugungsendung. Der zweite Nachmittag verlief unproduktiver als der erste enthält den Komparativ. Die Tabellen zeigen die Grundstufe.
Starke Beugung – ohne Artikel
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | unproduktiver | unproduktive | unproduktives | unproduktive |
| Genitiv | unproduktiven | unproduktiver | unproduktiven | unproduktiver |
| Dativ | unproduktivem | unproduktiver | unproduktivem | unproduktiven |
| Akkusativ | unproduktiven | unproduktive | unproduktives | unproduktive |
Schwache Beugung – mit bestimmtem Artikel
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der unproduktive | die unproduktive | das unproduktive | die unproduktiven |
| Genitiv | des unproduktiven | der unproduktiven | des unproduktiven | der unproduktiven |
| Dativ | dem unproduktiven | der unproduktiven | dem unproduktiven | den unproduktiven |
| Akkusativ | den unproduktiven | die unproduktive | das unproduktive | die unproduktiven |
Gemischte Beugung – mit kein oder Possessivwort
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | kein unproduktiver | keine unproduktive | kein unproduktives | keine unproduktiven |
| Genitiv | keines unproduktiven | keiner unproduktiven | keines unproduktiven | keiner unproduktiven |
| Dativ | keinem unproduktiven | keiner unproduktiven | keinem unproduktiven | keinen unproduktiven |
| Akkusativ | keinen unproduktiven | keine unproduktive | kein unproduktives | keine unproduktiven |
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet un·pro·duk·tiv. Das Wort wird zusammengeschrieben und enthält k und abschließendes v. Diese Schreibung bleibt beim Beugen erhalten: unproduktiven.
